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calroo



Joined: 29.03.2007
Beiträge: 2
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Sehe ich es richtig, dass im Grunde Gewinne individualisiert, Verluste aber sozialisiert werden (durch das Pooling)? Fazit: Als Anleger achte ich nicht auf das individuelle Risiko des ausgewählten Kreditnehmers (tragen ja alle im Anlegerpool mit), sondern nur auf die Rendite (profitiere ICH alleine von), d.h. ich präferiere immer die BESTEN Renditen (und somit die SCHLECHTESTEN Risiken).

Es fehlt mir als Anleger der Incentive, für niedrigere Risiken bessere Konditionen (also geringere Zinsen) zu bieten, da ich ja die schlechten Risiken anderer Anleger im Pool mit trage.
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Joined: 25.03.2007
Beiträge: 582
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Fast.

Kleine Ausnahme: Der Anleger-Pool bezieht sich nur auf die Tilgungsraten. Die entstehenden Zinsausfälle trägt man allein.
(Und das ganze gilt nur innerhalb derselben Bonitätsklasse - ging aus obigen Post nicht hervor, ob das gemeint war)

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Alexander.Artopé




Joined: 24.03.2007
Beiträge: 10
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Danke Herr Lehmann für die gute Vorlage. Ich möchte das gerne noch etwas ausführen, aber auch betonen, dass nachfolgende Äußerungen keine Empfehlung oder Beratung sind, sondern die grundlegende Funktion der Pools beschreiben.

Die Aussage "Gewinne werden individualisiert, Verluste sozialisiert" ist grob gesehen richtig. Den Schluss, dass man deshalb Kreditprojekte ausschließlich nach den höchsten Zinsen auswählen sollte, ist aber nicht richtig.

Denn: Erstens hat jede Bonitätsklasse einen eigenen Anleger-Pool. Das bedeutet, dass alle A-Bonitäten in einem Pool sind, alle B-Bonitäten in einem anderen usw. Man bekommt also wahrscheinlich von einem F-Kreditprojekt höhere Zinsen angeboten, hat aber auch einen höheren erwarteten Risikoabschlag des F-Anleger-Pools als bei der Bonität A.

Zweitens ist auch innerhalb einer Bonitätsklasse wie A nicht egal, in welches Kreditprojekt man investiert. Denn erst die Zinsen bringen den Gewinn. Und dafür ist entscheidend, dass der Kredit nicht ausfällt. Oder - wenn der Kredit ausfallen sollte - zu welchem Zeitpunkt er ausfällt. Und das hängt nur vom ausgewählten Kreditprojekt ab. Insofern ist die sorgfältige Auswahl eines Kreditprojekts immer wichtig.

Fazit: Anleger-Pools schützen teilweise vor Verlusten des eingesetzten Kapitals. Welches Kreditprojekt Sie aber aussuchen, kann darüber entscheiden, ob Sie Zinsen verdienen oder nicht.
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Joined: 25.03.2007
Beiträge: 582
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Hallo Herr Artopé

Danke für die detaillierte Antwort. Das ist auch alles richtig.

Ich mache aber mal als Grundlage für die Diskussion ein hypothetisches Szenario auf:

Angenommen es gibt drei offene Kreditprojekte, alle Bonität C
Kreditantrag 1 verspricht 7 % Zinsen
Kreditantrag 2 verspricht 10,5 % Zinsen
Kreditantrag 3 verspricht 7,5 % Zinsen

Die Beschreibungen bei Antrag 1,3 klingen realistisch, die bei 2 lässt Zweifel aufkommen, ob der Kreditnehmer in der Lage sein wird den Kredit zurückzuzahlen.

Führt der Anleger-Pool nicht unter rein kommerziellen Aspekten dazu, dass der Kreditgeber in Kreditantrag 2 investieren sollte?
Wenn der Kredit nur wenige Monate läuft (bevor er ausfällt), dann verdient der Kreditgeber in dieser Zeit höhere Zinsen. Das Ausfallrisiko ist aufgrund des Anleger-Pools bei 1,2 und 3 gleich.
Wird Kredit 2 dann nach einigen Monaten nicht weiter zurückbezahlt, dann nimmt der Kreditgeber die erhaltene Rückzahlungssumme und reinvestiert sie wieder in den Kreditantrag mit der höchsten Zinsrate einer Stufe (Durch den Re-Invest wäre die Zeitspanne in der ein Zinsausfall im Vergleich zu den anderen Krediten eintritt, gering. Oder?).
Einzig wenn der Kredit ohne jegliche Rückzahlung ausfällt (also vor der ersten Rate oder zumindest sehr früh) dann ist diese Strategie suboptimal.
Läuft 2 aber wider Erwarten die 36 Monate ohne Ausfall ist der Vorteil sehr groß.

Auf Smava gesamt betrachtet wäre es natürlich sinnvoll wenn Kreditantrag 2 überhaupt nicht finanziert würde, dann müsste aber jeder Anleger seine Eigeninteressen altruistisch den Gesamtinteressen aller Anleger unterordnen was wenig wahrscheinlich ist.

Wie sind die Meinungen zu diesem hypothetischen Szenario?

EDIT: Nachträglich noch angemerkt: Wenn alle Anleger eine solche Strategie verfolgen (was wenig wahrscheinlich ist) und keiner in 1 und 3 investiert und 2 der einzige C-Kredit ist, der zustande kommt, dann fahren natürlich alle sehr schlecht mit dieser Strategie

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Eckart.Vierkant




Joined: 24.03.2007
Beiträge: 85
Dienststelle: smava GmbH
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Danke für das plastische Beispiel. Ich möchte dazu anmerken:

Wenn der Kredit nur wenige Monate läuft (bevor er ausfällt), dann verdient der Kreditgeber in dieser Zeit höhere Zinsen. Das Ausfallrisiko ist aufgrund des Anleger-Pools bei 1,2 und 3 gleich.  

Da stimme ich zu.

Wird Kredit 2 dann nach einigen Monaten nicht weiter zurückbezahlt, dann nimmt der Kreditgeber die erhaltene Rückzahlungssumme und reinvestiert sie wieder in den Kreditantrag mit der höchsten Zinsrate einer Stufe 

Hier ist zu berücksichtigen, dass der Anleger-Pool den Ausgleich für den Kapitalausfall von Kredit 2 nur aus den Kapitalrückzahlungen der übrigen Kredite dieses Pools erfolgen kann. Nehmen wir an, Kredit 2 fällt tatsächlich im 6. Monat aus. Dann würde ab dem 6. Monat der in der ausgefallenen Rate enthaltene Tilgungsanteil zu der Zahlungsquote des jeweiligen Monats ausgeglichen werden - und das über die verbleibende Laufzeit des ausgefallenen Kredits.

Vorteil des hohen Zinses: Der betroffene Anleger hätte 5 Monate lang hohe Zinsen verdient.
Nachteil der riskanteren Anlage: Der betroffene Anleger verdient in den Monaten 6 bis 36 keine Zinsen.
Sicherungseffekt durch den Anleger-Pool: Der betroffene Anleger verliert die in den Raten 6 bis 36 enthaltenen Kapitalrückzahlungen nicht vollständig; sein Verlust wird 'abgefedert'.

Im Endeffekt würde in diesem Beispiel wohl der Nachteil den Vorteil überwiegen. Allerdings zeigt das Beispiel auch, dass bei einem Ausfall der Zeitpunkt des Ausfalls Einfluss hat.

Eckart Vierkant
smava Team
seneca



Joined: 03.04.2007
Beiträge: 14
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der risikoausgleich innerhalb der bonitätsklassen ist interessant - wirkt aber so richtig erst bei einer großen anzahl kreditnehmer in einer klasse. dann allerdings investiert man wirklich mehr in die risikoklasse statt in das individuelle projekt.
mein vorschlag hierzu deswegen: man sollte die wahl haben zwischen "versichertem" und unversichertem investment. für den kreditnehmer ist es egal und der rest ist reine rechenregel und umverteilung - sollte also unproblematisch sein. ich selbst würde am anfang stets direkt investieren, da ich eher befürchte, verluste anderer mitfinanzieren zu müssen als hoffe, von dem versicherungseffekt zu profitieren.
schönen abend und besten gruß
seneca ( man soll ja anonym bleiben oder ?)
 
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