Annuitätendarlehen

4. Juli 2011

Das Annuitätendarlehen ist ein Darlehen dessen Rückzahlungen aus monatlich gleich bleibenden Raten, den sogenannten Annuitäten bestehen. Annuitäten setzen sich aus einem Zins- und einem Tilgungsteil zusammen. Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Belastung über die gesamte Laufzeit gleich, da sich die Veränderungen des Zins- und Tilgungsanteils gegenseitig aufheben. Der Zinssatz eines Annuitätendarlehens wird generell für einen Zeitraum zwischen 10, 15 und 20 Jahren bestimmt, wobei auch die Möglichkeit besteht, einen variablen Zinssatz zu vereinbaren und diesen von einem Index wie z.B. dem EURIBOR abhängig zu machen.

Annuität – Zusammensetzung der Rate

Man unterscheidet zwischen Ratentilgung und Annuitätentilgung. Bei Letzterer wird die vorhandene Restschuld getilgt, indem der Tilgungsanteil steigt, während der Zinsanteil sinkt und die Annuitäten konstant bleiben (s. Grafik). Bei der Ratentilgung bleibt im Gegensatz zur Annuitätentilgung die Tilgungsrate konstant, während die Zinsen mit abnehmender Restschuld sinken. Demnach sind die Annuitäten zu Anfang hoch und fallen mit der Tilgung.

Zins- und Tilgungsanteil beim Annuitätendarlehen

Zins- und Tilgungsanteil beim Annuitätendarlehen

Verwendung von Annuitätendarlehen

Annuitätendarlehen werden zum einen in der Finanzierung von Privatimmobilien verwendet, da die gleichbleibende Rate einfach zu errechnen ist und eine übersichtliche Kalkulation bietet. Annuitätendarlehen werden zum anderen aber auch als herkömmliche Privatdarlehen von Banken und Sparkassen vergeben.

Vergabe von Annuitätendarlehen

Annuitätendarlehen werden klassischerweise von Banken, Sparkassen und Bausparkassen vergeben. Heute gibt es aber auch innovative Geschäftsmodelle, bei denen die Vorteile des Internets zur Vergabe von Darlehen genutzt werden, wie z.B. auf Kreditmarktplätzen im Internet.

Formen von Darlehen

Neben den Annuitätendarlehen finden auch andere Formen von Darlehen Anwendung in Deutschland. Beispiele hierfür sind:

  • Tilgungsdarlehen: Der Darlehensnehmer leistet über eine feste Laufzeit eine gleichbleibende Tilgung.
  • Endfälliges Darlehen: Die Tilgung wird am Ende der Laufzeit oder nach einer Kündigung geleistet.
  • Laufzeitdarlehen: Bei Abschluss des Vertrags werden die Zinsen für die Laufzeit berechnet und dann zusammen mit dem Darlehensbetrag in gleichbleibenden Raten gezahlt.
  • Abrufdarlehen: Die Bank stellt einen Kreditrahmen zur Verfügung und vereinbart eine geregelte Tilgung über feste Raten.
  • Partiarisches Darlehen: Hier steht dem Darlehensgeber neben den Zinsen auch eine Gewinnbeteiligung zu.
  • Massedarlehen: Kredite, die während eines Insolvenzverfahrens von einem Insolvenzverwalter aufgenommen werden, um Liquidität für das Tagesgeschäft zu beschaffen.

Tags:


...weiterblättern im smava Finanzratgeber

Ratgeber Finanzen