Kreditablösung: Was kostet eine Umschuldung?
2. November 2011Bei einer Kreditablösung werden bestehende Raten durch die Aufnahme eines neuen Kredites getilgt. Allerdings ist bei Krediten mit einer kurzen Laufzeit, von bis zu 12 Monaten, keine Umschuldung notwendig. Sobald ein Kredit allerdings eine Laufzeit erreicht, in der sich die Zinsen deutlich bessern, kann man über eine Ablösung nachdenken. 
Durch den neuen Kreditvertrag, wird der alte Kredit abgelöst. Man erhält neue Zahlungen, welche vollständig in die Abzahlung des alten Kredites gehen. Besonders, wenn es darum geht, fällige Fristen einzuhalten, bietet die Kreditablösung eine gute Lösung. Dadurch ist es möglich, die eigene Kreditwürdigkeit wieder zu erhöhen, da die pünktliche Rückzahlung gesichert ist. Auch um von geringeren Zinsen zu profitieren, ist ein häufiger Grund.
Es ist möglich die Kreditablösung durch eine neue Bank vornehmen zu lassen. Aber auch die Hausbank kann durch die Aufnahme neuer Produkte und Konditionen als Umschuldungspartner in Frage kommen. Durch einen Kreditvergleich lassen sich hierbei die besten Kreditanbieter ermitteln.
Im folgenden werden einige Tipps und Tricks zur Kreditablösung erläutert.
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Kosten für eine Umschuldung
Die Kosten für eine Umschuldung können ganz unterschiedlich ausfallen. Das hängt zum einen mit dem Zins für den neuen Kredit und zum Anderen mit den neuen Raten zusammen. Man sollte sich genau Gedanken machen, ob die neue monatliche Rate ohne finanzielle Einschränkungen tragbar ist.
Wenn der Kredit vor der Laufzeit abgelöst wird, verlangen die Banken häufig eine Vorfälligkeitsgebühr. Diese ist bei jedem Kreditanbieter unterschiedlich hoch, entspricht jedoch meist 1% der Restkreditsumme. Bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr beträgt die Vorfälligkeitsgebühr (§ 502 BGB) nur ein halbes Prozent. Sie setzt sich aus Gebühren und dem entgangenen Zinsgewinn zusammen. Da sie nur einen geringen Betrag ausmacht, lohnt sich oft trotzdem eine Kreditablösung.
Bei Krediten die vor dem 11.06.2010 geschlossen wurden, ist eine vorzeitige kostenlose Vollrückzahlung möglich. Lediglich die Kündigungsfrist von drei Monaten muss eingehalten werden.
Die Bearbeitungsgebühr, die gezahlt wurde, wird bei der Ablösung des Darlehens nicht anteilig zurückerstattet. Der Beitrag zur Restkreditversicherung, sofern einer gezahlt wurde, wird dagegen teilweise zurück erstattet.
Bei einem Bauspardarlehen entstehen noch zusätzliche Kosten für die Übertragung der Grundschuld. Hierbei fallen Notarkosten an. Wenn die eingetragene Grundschuld erst gelöscht und dann neu eingetragen wird, kommen auch noch Gerichtskosten hinzu. Somit ist der günstigere Weg die Übertragung der Grundschuld. Um die Kosten für die Umschuldung ungefähr zu ermitteln, rechnet man mit der Faustformel von 0,17 Prozent der Restschuld. Um die genauen Kosten zu ermitteln, sollte man auf Notar- und Grundbuchrechner im Internet zurückgreifen, oder sich ein Angebot der Bank vorlegen lassen.
Tipps für eine Umschuldung
Rechtzeitig umschulden
Noch bevor die Zinsbindungsfrist ausläuft, sollte man sich über die Weiterfinanzierung Gedanken machen. Häufig melden sich Banken erst rund vier Wochen vor dem Ende der Frist. Dann bleibt dem Kreditnehmer zu wenig Zeit, um die Zinsen anderer Kreditinstitute zu vergleichen. Man sollte die Terminkontrolle selbst ausführen. Gut ist es, wenn man am Ende des Jahres schaut, ob im kommenden Jahr Zinsbindungen auslaufen. Wenn dies der Fall sein sollte, ist es ratsam acht bis zwölf Wochen vor Fristende neue Angebote einzuholen. Somit bleibt genügend Zeit, um die Konditionen der Hausbank oder Konkurrenzinstituten, wie zum Beispiel auch Onlinekreditportalen, sorgfältig zu vergleichen. Man sollte allerdings beachten, dass ein Kredit umso teurer wird, desto länger er läuft.
Zinsersparnis errechnen
Die Kosten die für die Kreditablösung entstehen, sollten mit der Zinsersparnis verglichen werden. Die Ablösung eines Kredites lohnt sich erst dann, wenn die aktuellen Ratenkreditzinsen gegenüber dem aktuellen Kredit bedeutend niedriger sind. Sie lohnt sich auch umso mehr, je höher der Kreditbetrag und die Restlaufzeit des alten Kredites sind.
Die erzielte Zinseinsparung sollte für eine erhöhte Tilgung genutzt werden. Dadurch lässt die Zeit bis zur Schuldenfreiheit verkürzen.
Nachträgliche Erhöhung der Kreditsumme
Ein großer Vorteil der Umschuldung ist, dass man mit der neuen Kreditaufnahme auch die Kreditsumme erhöhen kann. Oft ist es trotz sorgfältiger Planung nicht möglich den genauen Geldbedarf zu ermitteln und man merkt erst später, dass der aufgenommene Kredit nicht ausreicht.
Kündigungsfrist beachten
Wer einen langfristigen Kredit abgeschlossen hat, hat den Vorteil, dass nach 10 Jahren ein Kredit immer gekündigt werden kann, ohne eine Vorfälligkeitsgebühr zahlen zu müssen. Nur das halbe Jahr Kündigungsfrist sollte berücksichtigt werden.
Tags: Kredit Ratgeber
