Bewegung bei den Dispozinsen

No moneyJeder sechste Bankkunde zahlt seine laufenden Rechnungen, indem das Girokonto überzogen und der sogenannte Dispo in Anspruch genommen wird (Quelle GfK). Diesen Dispositionskredit lassen sich die Banken mit einem sehr hohen Zinssatz weit oberhalb der 10-Prozent-Marke vergüten, obwohl sie von der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld so günstig wie nie leihen können. Der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank befindet sich momentan auf einem historischen Tiefststand bei 1,0%. Die EZB verfolgt damit eigentlich das Ziel Investitionen anzukurbeln, weil die Geldanlage weniger Zinserträge bringt. Die Banken begründen die hohen Dispo-Zinsen damit, dass das Ausfallrisiko höher ist und keine Sicherheiten verlangt werden. Für Verbraucher können solch hohe Zinsen zu einem ernsten Problem werden, da es damit immer schwieriger wird einer beginnenden Verschuldung zu entfliehen. Die öffentliche Kritik reißt auch deshalb nicht ab und Medien und Verbraucherschützer bezeichneten die Dispozinsen einiger Banken als „an Wucher grenzend“. Erfreulicherweise gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Banken durch die massive Kritik zu Eingeständnissen bereit sind. So hat z.B. die Targobank den Spitzenzins vor kurzem von 17 % auf 14,7% gesenkt. Zwar finden die Preissenkungen noch im kleinen Stil statt, zeigen aber dass auch Banken nicht unempfänglich für Kritik sind. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch andere Geldinstitute daran beiteiligen.