Finanztest berichtet: Filialbanken beraten schlecht

Eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherzeitschrift Stiftung Warentest ergab, dass Kunden beim Kreditvergleich bei Filialbanken schlecht beraten sind. Direktbanken schließen dagegen deutlich besser ab. Von 12 getesteten Filialbanken fielen zehn komplett durch und bekamen somit die Note „Mangelhaft“. Die Commerzbank und die Berliner Sparkasse erhielten immerhin noch ein „Ausreichend“.

Direktbanken schneiden besser ab

Insgesamt wurden 85 Kreditangebote bei Filial-, sowie auch Direktbanken eingeholt, die sich jeweils auf 4.000 Euro beliefen. Dabei stellte sich heraus, dass einige Filialbanken Kunden beim Kreditvergleich behindern und sie mit falschen Schufa-Einträgen schädigen.
Den gleichen Test durchliefen aber auch Direktbanken. Finanztest füllte bei ihnen das Onlineformular aus und holte somit verschiedene Kreditangebote ein. Hier gab es gleich mehrere Testteilnehmer, die das Urteil „Sehr gut“ bekamen. Der Grund für die besseren Ergebnisse ist das automatisierte Erstellen von den Kreditangeboten. Der Kunde kommt nur weiter, wenn er alle nötigen Angaben eingibt und alle Fragen zu sich und seinen Finanzen beantwortet. Am Ende stehen dann alle nötigen Formulare zum Ausdrucken bereit.

Pflichtformulare werden nicht ausgehändigt

Bei den Filialbanken war das allerdings nicht immer der Fall. Jede Bank ist dazu verpflichtet das Formblatt „Europäische Standardinformation für Verbraucherkredite“ auszuhändigen. Darin sind die exakten Kosten eines Kredites enthalten und das ermöglicht dem Verbraucher einen besseren Vergleich zwischen den verschiedenen Kreditinstituten. Jedoch haben sich nicht alle Filialbanken daran gehalten. Außerdem bestanden einige Banken gar darauf, dass der Kreditnehmer eine Restschuldversicherung abschließt – worauf bei der geringen Kreditsumme aber durchaus verzichtet werden könnte.