Frauen und Finanzen: Von wegen die Männer haben das Sagen

Der Weltfrauentag steht vor der Tür – und es halten sich hartnäckig bestimmte Vorurteile gegenüber Frauen und ihrem Umgang mit Geld. Eine gute Gelegenheit, das Thema Frauen und Finanzen mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

3 verbreitete Vorurteile auf dem Prüfstand

Vorurteil 1: Frauen überlassen den Männern das Finanzielle

Schon lange aus der Mode gekommen sind Männer nicht nur als Alleinversorger der Familie, sondern auch als Finanzoberhaupt. Das beweist eine Studie von Prudential aus dem vergangenen Jahr. In dieser wurde herausgefunden, dass in den meisten Fällen der weibliche Teil des Haushalts ihre Hand schützend über die gemeinsamen Finanzen hält. Die Frauen verwalten nicht nur 70% des Haushaltsbudgets, sondern treffen auch 80% der Kaufentscheidungen.

Vorurteil 2: Bei Frauen glühen die Kreditkarten

Das mag sein, aber eins steht fest: Sie glühen nicht mehr als bei den Männern. Die Ergebnisse einer von der Targobank durchgeführten Umfrage zeigten, dass Männer monatlich rund 500€ mit der Kreditkarte zahlen, während Frauen mit  ihrer Visa oder Mastercard monatlich nur rund 200€ ausgeben. Unterschiede gibt es nicht nur in der Höhe der Ausgaben . Männer nutzen die Kreditkarte vorwiegend zum Tanken und für Freizeitvergnügen, Frauen hingegen vorwiegend zum Shoppen.

Vorurteil 3: Männer sind die besseren Unternehmer

Da können die Frauen echt stolz auf sich sein, denn auch dieses Vorurteil konnte entgegen aller Erwartungen nicht bestätigt werden. Zwar wagen Frauen seltener den Schritt, ein Unternehmen ins Leben zu rufen und haben öfter einen holprigen Start ins „Gründerdasein“. Wenn sie den ersten Schritt jedoch erst mal gemacht haben, bleibt ein langfristiger Erfolg in den meisten Fällen nicht aus! Eine Studie der HypoVereinsbank aus dem Jahr 2014 zeigt, dass es sich bei jeder 10. Frau, die ein Unternehmen aufbaut, um eine Top-Gründerin handelt. Das bedeutet, dass einerseits das gewinnbringende Unternehmen stetig wächst und andererseits sowohl die regelmäßigen Ausgaben als auch die Lebenshaltungskosten allein durch die Selbstständigkeit finanziert werden. Frauen gründen übrigens vorzugsweise im Gesundheitswesen bzw. im Bildungs- und Unterhaltungsbereich.

Kredite für Frauen: Welche Finanzierungsangebote gibt es eigentlich?

Ein Kredit für Frauen kann vielfältige Namen tragen: Förderkredit, Hausfrauenkredit, Kredit für Alleinerziehende oder einfach Frauen-Kredite.

Förderkredit

Die Förderkredite für Frauen richten sich vor allem an die bereits genannten Unternehmensgründerinnen. Mit diesen sollen Frauen ermutigt werden ihre Träume zu erfüllen und ihre Geschäftsidee umzusetzen. Verschiedene Kreditunternehmen haben ein jährliches Budget, welches an zukünftige Unternehmerinnen vergeben werden kann. Dieses wird jedoch selten ausgeschöpft, da rund 12% aller Frauen, die sich selbstständig machen wollen, nicht wissen, dass solche Fördermittel zur Verfügung stehen.

 

Hausfrauenkredit

Ein Kredit für Hausfrauen im ursprünglichen Sinne ist heutzutage kaum noch existent. Hausfrauen, ohne regelmäßiges Einkommen haben ohne einen zweiten Kreditnehmer im Grunde keine Chance ein Darlehen genehmigt zu bekommen. Wird doch eine Finanzierung angeboten –  ohne Bonitätsprüfung oder Schufa-Abfrage – können die Kreditnehmerinnen mit enorm hohen Zinsen rechnen, da die Kreditinstitute ein hohes Risiko bei der Vergabe des Kredits eingehen. Außerdem sollte bei solchen Angeboten dringend die Seriosität des Anbieters geprüft werden, mehr zu dem Thema lesen Sie im Blogartikel Kreditvergleich ohne Schufa – was sind die Risiken?.

Kredit für Alleinerziehende

Bei alleinerziehenden Müttern verhält sich der Prozess etwas anders: Da Alleinerziehende nicht grundsätzlich auch Hausfrauen sind, sind die Chancen auf einen Kredit hier deutlich höher. In erster Linie kommt es nämlich nicht auf den Familienstand oder die Anzahl der Kinder an, sondern auf das Einkommen. Ist dies regelmäßig und erreicht den geforderten Mindestbetrag des jeweiligen Kreditinstituts, so ist ein Kredit für alleinerziehende Mütter ein gewöhnlicher Ratenkredit. Sie möchten Genaueres erfahren? Vielleicht hilft unser themenbezogener Artikel „Kredit für Alleinerziehende für die Kinderbetreuung„. Wer sich für einen Kredit für alleinstehende Mütter als Startkapital interessiert, kann mit einem Kreditrechner die monatliche, finanzielle Belastung berechnen und ein günstiges Angebot finden.

Frauen und Finanzen: Stichwort Geldanlage

Wenn es um Geldanlage geht, sollte man sich vorher ganz genau überlegen, wie viel und vor allem wo man investiert. Hier sollten Interessierte sich im Voraus verschiedene Fragen stellen: Welche Risiken gibt es und wie hoch sind diese? Worin investiere ich auf lange Sicht? Wie genau funktioniert das Produkt, in das ich anlege? Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die meisten Männer handeln intuitiver, während Frauen viel überlegter handeln. Sie informieren sich über mögliche Risiken und wollen vor allem auf lange Sicht Erfolge erzielen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie das Risiko scheuen! Wer mehr über Frauen und ihre Risikobereitschaft in der Geldanlage lesen möchte, kann sich in unserem Blogartikel „Risikobereitschaft: Frauen zurückhaltender als Männer? Nicht bei smava“ informieren.

 

Viele Grüße,

Ihr smava-Team