Grünes Investment – Was ist das eigentlich und was bringt es?

Unter grünem Investment versteht man Geldanlageformen, die neben Renditekriterien auch ethisch-ökologische Anforderungen des Anlegers berücksichtigen. Viele Menschen möchten nämlich nicht für Firmen arbeiten, die die Umwelt ausbeuten, Kinder arbeiten lassen, Rüstungsgüter herstellen oder Atomkraft nutzen. Beim normalen Investment fließt aber ein großer Teil des Geldes direkt in den Schoß solcher Unternehmen.

Mit unterschiedlichen Ansätzen kann man die Geldanlage aber grün gestalten.

1.) Black-Liste: Es wird in alle Unternehmen und Staaten investiert, außer in solche, die auf der Black-List stehen. Dort werden meist ganze Branchen wie z.B. Kernenergie, Öl-Industrie oder Automobil ausgeschlossen.
2.) White-List: Es wird speziell in Unternehmen und Staaten investiert, die sich durch Umweltschutz, Menschenrechte, saubere Energien, Lebens- und Arbeitsstandards etc. hervorheben.
3.) Best-in-Class: Alle Unternehmen werden in Branchen aufgeteilt, sogenannte „Classes“. Pro Class wird eine Rangliste nach Nachhaltigkeits-Kriterien erstellt und man investiert nur in die Top-10-Unternehmen einer Class.

Jede Methode hat Vor- und Nachteile. So werfen Kritiker der Best-in-Class Methode vor, dass dort auch in nicht-nachhaltige Branchen wie z.B. Automobil oder Erdöl investiert wird. Für Best-in-Class spricht, dass damit auch führende Unternehmen in nicht-nachhaltigen Branchen motiviert werden, sich besser zu verhalten. Außerdem deckt man damit einen noch breiteren Investment-Markt ab.

In der Praxis wird deshalb meist ein Kombination gewählt – z.B. der Best-in-Class Ansatz kombiniert mit einer Black-List.

Welcher Ansatz zu welchem Anleger passt, und vor allem welche Anlageform (Anleihe-Fonds, Aktien-Fonds, Rentenversicherungen, Sparanlagen), müssen auch bei der grünen Geldanlage spezialisiert Berater machen, so wie etwa die der Grünes Geld GmbH.

Noch einen Schritt weiter gehen Beteiligungsprojekte, bei denen der Anleger direkt in den Aufbau von Wäldern oder in den Betrieb von Solar-Anlagen investiert. Das grünes Investment in Rein-Form und besitzt die höchste Transparenz – der Anleger weiß dort ganz genau, was sein Geld tut.

Zusätzlich zum ethischen Nutzen bietet die grüne Geldanlage aber auch finanzielle Vorteile. Während in den Anfangsjahren grüner Investments in den 1980er und 1990er Jahren teilweise ein Rendite-Nachteil zu verzeichnen war, erzielen grüne Investments derzeit eher höhere Renditen. In der Studie „Alpha durch Nachhaltigkeit“ hat die renommierte Investment-Beratung SAM nachgewiesen, dass in den Jahren 2001 bis 2008 nachhaltige Unternehmen eine besser Aktienkursentwicklung aufwiesen als weniger nachhaltige. Der Unterschied macht 1,48 Prozent pro Jahr aus.

Wer im Juni 2000 in den Deutschen Aktien Index DAX 10.000,00 Euro investierte hat, hat 10 Jahre später nur noch ca. 8.000,00 Euro im Depot. Wer in der gleichen Zeit den gleichen Betrag in den Natur-Aktien-Index investierte, erhält dafür 30.000,00 Euro. Natürlich sind das Vergangenheitsbetrachtungen, die nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden können – aber solange der Trend zu mehr Ökologie anhält, kann der Anleger auch mit attraktiven Renditen rechnen.

Mehr zu Themen im grünen Bereich finden Sie auch im Blog eines Pioneers der grünen Geldanlage in Deutschland, Gerd Junker, unter www.blog.gruenesgeld.net.

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