Mehr Kredite & größere Zinsunterschiede: Über 760 Millionen Euro hätten Verbraucher in Q2 sparen können

Verbraucher in Deutschland leihen sich immer mehr Geld. Im zweiten Quartal 2018 waren es 27,47 Milliarden Euro. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die dafür fälligen Zinsen unterscheiden sich immer stärker: Wer seinen Ratenkredit im zweiten Quartal im Internet abschloss, zahlte im Schnitt 2,11 Prozentpunkte weniger Zinsen als im Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Zinsunterschied im Schnitt um 0,44 Prozentpunkte gestiegen. Hätten im zweiten Quartal alle Kreditnehmer ihren Kredit im Internet abgeschlossen, hätten sie insgesamt 765 Millionen Euro sparen können. Das zeigen Daten der Bundesbank, Schufa und des Kreditportals smava.

„Das Risiko, zu viel für einen Kredit zu zahlen, steigt. Immer mehr Verbraucher erkennen, dass ihre Bank das Risiko nicht minimiert. Denn in der Beratung findet in der Regel kein Zinsvergleich zwischen Krediten verschiedener Banken statt“, erklärt Alexander Artopé, Geschäftsführer von smava. „Früher mussten Kreditnehmer damit leben – heute nicht mehr. Sie nutzen Kreditportale statt Banken, um den günstigsten Kredit zu finden und abzuschließen.“

Verbraucher leihen sich mehr Geld: Volumen neu abgeschlossener Ratenkredite stieg in Q2 2018 im Vergleich zu Q2 2017 um 4,5 Prozent auf 27,47 Mrd. Euro.

Volumen neu abgeschlossener Ratenkredite

 

 

Steigende Zinsunterschiede: Online-Kredite werden immer günstiger

Die größer werdenden Zinsunterschiede bei Ratenkrediten sind in erster Linie auf immer weiter sinkende Zinsen von im Internet abgeschlossenen Krediten zurückzuführen. Deren effektiver Jahreszins lag im zweiten Quartal im Schnitt bei 3,69 Prozent. Das sind 0,46 Prozentpunkte weniger als im Vorjahreszeitraum. Das zeigen Daten des Kreditportals smava. Demgegenüber blieben die Zinsen im Bundesdurchschnitt laut Bundesbank nahezu konstant: In Q2 2017 lagen sie bei 5,82 Prozent, in Q2 2018 waren es 5,80 Prozent. Verbraucher sind deshalb gut beraten, ihre Kredite im Internet abzuschließen.

Effektiver Jahreszins von Ratenkrediten im Vergleich

Effektiver Jahreszins von Ratenkrediten im Vergleich

 

Zinsunterschiede bei Ratenkrediten: Kredite sind im Internet günstiger als im Bundesdurchschnitt

Zinsunterschiede bei Ratenkrediten: Kredite sind im Internet günstiger als im Bundesdurchschnitt

 

692 Euro statt 1092 Euro: Online-Kreditabschluss spart 37 Prozent

Der Durchschnitts-Ratenkredit beläuft sich nach Informationen der Schufa auf 9.367,40 Euro und eine Laufzeit von 46,8 Monaten. Im Bundesdurchschnitt kostete er im zweiten Quartal 2018 im Schnitt 1091,75 Euro an Zinsen. Wer denselben Kredit im Internet abschloss, zahlte im Schnitt 692,42 Euro an Zinsen. Das ist ein Preisunterschied von 399,33 Euro (36,58 %) pro Kredit. Rechnet man den Preisunterschied pro Kredit hoch auf alle laut Schufa im zweiten Quartal neu abgeschlossenen Ratenkredite (1,9 Mio.), dann wird deutlich: Das Sparpotenzial lag im zweiten Quartal bei 765 Millionen Euro.

 

 

Gang in Online-Filiale reicht nicht: sparen lässt sich nur mit bankübergreifendem Kreditvergleich

„Immer mehr Verbrauchern wird klar: Im Internet bekomme ich die gleiche oder sogar eine bessere Leistung zu günstigeren Konditionen. Ich profitiere also vom Kreditabschluss im Internet. Wer allerdings nur in die Internet-Filiale seiner Bank geht, wird trotzdem sehr wahrscheinlich zu viel zahlen“, sagt Artopé. Banken sind in der Regel auf den Vertrieb ihrer eigenen Kreditprodukte fokussiert. Ein Vergleich mehrerer Banken ist deshalb sehr lohnend.

 

 

Datenquellen zur Berechnung der Zins- und Kostenunterschiede

  • Deutsche Bundesbank: MFI Zinsstatistik (Stand: 01.08.2018); Effektivzinssätze & Neugeschäftsvolumina / Banken DE / Neugeschäft / Konsumentenkredite an private Haushalte insgesamt
  • smava GmbH: alle über das Kreditportal smava.de im Zeitraum abgeschlossenen Ratenkredite (Stand: 01.08.2018)
  • SCHUFA Holding AG: Kredit Kompass (Ausgaben 2014, 2015, 2016, 2017, 2018); Mittelwerte für die Jahre 2013 – 2017