Anstieg um 5 Prozent: Darum steigen die Renten 2016

Renten - Rentenerhöhung 2016

Nach vielen Nullrunden sollen die Altersbezüge im kommenden Jahr um bis zu fünf Prozent steigen. – Foto: fotolia.com

Die Renten sind sicher! Oft zitiert, oft verhöhnt wurde der Satz von Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm. Und nun das: Um bis zu fünf Prozent sollen die Altersbezüge im kommenden Jahr steigen, rund 4,4 Prozent gibt es im Westen, etwa 5 im Osten. So viel Steigerung gab es lange nicht mehr – und das nach vielen Nullrunden.

Kein Wunder, mag so mancher zunächst denken: Die Wirtschaft boomt, da ist auch mehr für die Rentner drin. Stimmt – noch.

Die Erhöhung der Rentenbezüge errechnet sich aus drei Faktoren: der allgemeinen Lohnentwicklung, dem Beitragssatz und dem Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern. 2015 stiegen Löhne und Sozialversicherungspflichtige Jobs gleichermaßen – und das gibt auch mehr Geld für Rentner.

Gefüllte Kassen dank Arbeitsmarkt-Boom

Zu verdanken ist die aktuelle Rentenerhöhung zum einen der guten Konjunktur: die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Jobs steigt, die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist so gut wie lange nicht – der Arbeitsmarkt boomt, die Arbeitslosenquote sinkt und die Deutschen kaufen munter ein. Davon profitieren die Beitragszahler und damit auch die Rentner.

Zum anderen dürfen sich die Rentner aufgrund der Senkung des Beitragssatzes Anfang 2015 freuen: Der Renten-Berechnungsformel zufolge steigt die Rente bei einer Beitragssenkung, in diesem Fall um knapp 3 Prozent. Wären die Beiträge gestiegen, hätte sich dies dagegen negativ auf die Rentenerhöhung ausgewirkt.

Steigende Kaufkraft gegenüber Beitragserhöhung

rentner - rentenerhöhung

Die drohenden Beitragserhöhungen könnten die steigende Kaufkraft der Rentner zunichte machen. – Foto: fotolia.com

Doch der positive Trend dürfte nicht dauerhaft anhalten, Experten warnen bereits vor düsteren Zeiten. Der Rentenversicherung gehe auf Dauer das Geld aus, schrumpfende Einnahmen stehen steigenden Ausgaben gegenüber. Das dies in nicht allzu ferner Zukunft passieren wird, ist nicht unwahrscheinlich: Der demografische Wandel schlägt in wenigen Jahren voll zu. Die Anzahl der jüngeren Menschen, und damit der Beitragszahler, nimmt ab, die der Rentner dagegen zu. Und: diese haben eine immer höhere Lebenserwartung, erhalten also länger Beiträge als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Mütterrente und die Rente mit 63 tun ihr übriges, die Kassen vorzeitig zu leeren.

Eine leicht ansteigende Kaufkraft der Rentner – im Durchschnitt erhält ein Rentner im Westen nach der Erhöhung etwa 57 Euro mehr, im Osten sind es rund 61 Euro – steht dann einer drohenden Beitragserhöhung gegenüber, die in etwa zehn Jahren auf die Beitragszahler zukommen dürfte.

Bundesregierung hofft auf Flüchtlinge

Mindern könnten diesen Effekt die Flüchtlinge – so jedenfalls die Hoffnung der Bundesregierung. Deren zusätzliche Beiträge, wenn sie denn sozialversicherungspflichtige Jobs finden, würden die Rentenkasse füllen und den demografischen Wandel verlangsamen. Zum Vergleich: 100.000 Beschäftigte bringen 500 Millionen Euro im Jahr in die Rentenversicherung ein. Allerdings ist das mehr Hoffnung als Plan, denn zurzeit sind die meisten Flüchtlinge auf Hartz IV angewiesen. Wie viele von ihnen tatsächlich dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung stehen werden, ist ungewiss.

Heute schon müssen immer mehr Rentner ihre Kasse aufstocken, mit Minijobs oder im schlimmsten Fall mit Hartz IV. Knapp 15 Prozent der Rentner sind heute bedürftig – Tendenz steigend, und das schon seit 2006. Der Grund: die aktuelle Erhöhung hin oder her, das Rentenniveau sinkt seit Jahren konstant. Auch die private Vorsorge bringt durch das extrem niedrige Zinsniveau wenig Potenzial, privat vorzusorgen, ob mit Riester-Rente, privaten oder betrieblichen Versicherungen.

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