Zinsanstieg: Das müssen Kreditnehmer erwarten

Zinsanstieg

Verbraucher sollten demnächst mit einem Zinsanstieg rechnen. – Foto: shutterstock

Sparer, Anleger und Kreditnehmer haben die Europäische Zentralbank (EZB) im Visier: Wird sie den Leitzins erhöhen oder nicht? Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt/Main rechnet für 2017 nicht damit. Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin sieht es ähnlich.

Annabel Oelmann, Vorstandsmitglied der Verbraucherzentrale Bremen sagt dagegen, ob, wie viel und wann die Zinsen steigen, könne niemand vorhersagen. Neben der Geldpolitik der EZB haben nämlich auch weitere Faktoren wie die Entwicklung der Inflationsrate in der EU Einfluss auf den Geldmarkt.

Kredite lieber jetzt abschließen

Sollten die Zinsen doch demnächst steigen, müssen künftige Kreditnehmer mit höheren Kosten rechnen. „Es ist ratsam, sich den aktuell noch sehr günstigen Zins mit einem Festzinskredit zu sichern“, erklärt Beller.

Unter Umständen kann sich laut Beller auch eine Umschuldung lohnen: Wenn der aktuelle Zinssatz bei vergleichbarer Laufzeit unter dem vereinbarten Kreditzins liegt und der Kreditnehmer den Vertrag ohne Zusatzkosten kündigen kann. Allerdings ist eine vorzeitige Kündigung in manchen Fällen nur unter Voraussetzungen möglich – meist gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Die genauen Konditionen sind im Kreditvertrag beschrieben.

Sparen wird wieder rentabel

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es schon jetzt für Sparer. „Experten rechnen damit, dass das Zinsniveau für Spareinlagen mit mehrjährigen Laufzeiten im Jahresverlauf tendenziell etwas steigen wird“, sagt Beller. Spareinlagen für kürzere Laufzeiten, etwa Tages- oder Monatsgeld, richten sich hingegen sehr stark nach den Leitzinsen der EZB. Dennoch lohnt sich ein Vergleich. Denn: „Letztlich liegt die Entscheidung über die Zinsgestaltung, wie auch die der sonstigen Konditionen, bei jedem einzelnen Kreditinstitut“, erklärt Beller. Dies ist Teil der individuellen Geschäftspolitik.

Generell sollten Sparer ihr Vermögen auf Produkte mit verschiedenen Laufzeiten aufteilen, rät Oelmann. Gerade in Niedrigzins-Zeiten sollten sie ihr Geld nicht zu lange binden – ansonsten können sie nicht schnell reagieren, wenn die Zinsen wieder steigen sollten. (mit dpa)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.