Wie stehen die Deutschen dem Thema Geld gegenüber?

Hat Sie auch schon immer interessiert, wem Ihr Nachbar sich beim Thema Geld anvertraut? … oder ob er beim Gehalt manchmal ein paar Euros dazu schwindelt? Genau solchen Fragen ist die comdirect Bank mit einer Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut forsa durchgeführt wurde, auf den Grund gegangen. Anlass war das Bestreben, als Bank seine Kunden besser zu verstehen, also genau nachzuvollziehen, wie Menschen über das Thema Geld denken, wie sie mit dem Thema umgehen, was sie zu bestimmten Handlungen bewegt – und auf welcher Wissensbasis. Wir sind uns sicher, dass das auch die smava Nutzer interessiert und haben für Sie die interessantesten Ergebnisse zusammengefasst:

  • Dass Geld ein Tabuthema ist, hat sich durch die Studie bestätigt. „Über Geld redet man nicht“ haben 72% der Befragten bejaht. Bei Freunden, Verwandten und Bekannten reden die Deutschen sogar lieber über ihr Sexleben (8%) als über ihr Einkommen (4%).
  • Jeder fünfte Deutsche gibt zu, dass er es in Gesprächen mit Freunden und Bekannten beim Thema Gehalt mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt und seine finanzielle Situation etwas schlechter oder besser darstellt als sie tatsächlich ist. Ihren Lebenspartnern geben die meisten Deutschen dagegen ganz unverfälscht die Höhe ihres Gehalts preis.
  • Der Lebenspartner ist auch die Person, denen die Deutschen beim Thema Geld grundsätzlich das meiste Vertrauen schenken. Im Unterschied dazu ist das Vertrauen gegenüber Finanzberatern vergleichsweise gering: Nur die Hälfte der deutschen Verbraucher verlässt sich auf den Berater eines Geldinstituts. Aber dennoch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Denn jeder sechste Deutsche kontrolliert ganz gerne heimlich die Ausgaben seines Ehe-/ Lebenspartners. Bei 23% der Befragten kommt es wegen Geldangelegenheiten sogar zum Streit.
  • Erstaunlich finden wir außerdem die Ergebnisse in punkto Finanzwissen: Tatsächlich weiß ein Viertel der deutschen Bevölkerung nicht, welche Bedeutung hinter dem Begriff Inflation steckt. 43% der Befragungsteilnehmer fühlen sich bei Finanzfragen überfordert.
  • Die meisten Deutschen (71%) haben durch die Finanzkrise das Vertrauen in das Wirtschaftssystem verloren, jedoch nur 21% haben auch Konsequenzen daraus gezogen, beispielsweise durch mehr Achtsamkeit oder Sparsamkeit.
  • Sehr interessant ist auch die Erkenntnis, dass diejenigen, die Geld an Freunde oder Bekannte verleihen, dies an bestimmte Bedingungen knüpfen: 84% der privaten Geld-Verleiher möchten wissen, wofür das Geld bestimmt ist. Wichtig dabei ist vor allem, dass das Geld möglichst sinnvoll zum Einsatz kommt und nicht etwa für die Begleichung von Spielschulden oder eine Schönheits-OP verwendet wird.

Letzteres ist ein Punkt, der bei smava von zentraler Bedeutung ist. Denn die Transparenz wofür das Geld verwendet wird, ist für viele Anleger eine wichtige Motivation, bei smava mitzumachen. Man entscheidet selbst, wem man das Geld gibt und wofür – normalerweise für Themen, die einem selbst am Herzen liegen. Die 2007 im Auftrag von smava vom Meinungsforschungsinstitut tns infratest durchgeführte Studie „Wie verleihen Deutsche privat Geld – und wofür?“ kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Die Bereitschaft, Geld an andere Privatleute zu verleihen, ist vom Einsatzzweck abhängig. Am liebsten wird Geld verliehen, wenn der Geldgeber die Leidenschaft des Kreditnehmers teilt oder das Gefühl hat, der anderen Person bei einer „guten“ Sache zu helfen, beispielsweise wenn es um Weiterbildung, Studium, Familienfeiern oder Umschuldung geht. Im Vergleich zur aktuellen forsa-Studie war der Anteil der Deutschen, die angegeben haben, privat Geld zu verleihen, 2007 noch niedriger und lag bei etwa einem Viertel. Mittlerweile verleihen laut forsa-Studie bereits 60% der Deutschen privat Geld.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

4 Kommentare zu “Wie stehen die Deutschen dem Thema Geld gegenüber?

  1. Dass man bei Finanzfragen häufig überfordert ist kann ich nur zu gut nachvollziehen. Die ganzen Fachbegriffe Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Rendite, Derivate, Hebelzertifikate und die vielen unterschiedlichen Banken und Kreditinstitute – das ist schon heftig.

  2. Das Verstehen von Fachbegriffen und Finanzfragen sowie das Vertrauen in die Finanzberater allgemein war ja bereits vor der Finanzkrise oftmals relativ gering, was sich nun nach der Krise noch weiter verschärft hat.
    Da sind Online-Kreditportale, Online-Geldberater usw. eine durchaus willkommene Alternative geworden.

  3. Geld möglichst sinnvoll zum Einsatz !
    Das „mangelde Vertrauen“ merke ich sehr genau.
    Ich habe ein Konzept bei der Bank als Neue möglichkeit des Geld verdienens vorgestellt.
    Die Bank traut sich nicht an das Projeckt weil es ein Internetmarkt ist , laut der Bank kann man da ja kein „KUKUK“ aufkleben wenn das schief geht.
    Jetzt frage ich mich mal einfach : Wenn die Bank keine Kredite vergibt , wie will sie dann Geld verdienen? Wie soll der Markt angeschoben werden , wenn keine Firma mehr in Deutschland die Möglichkeit hat sein fehlendes Kapital von der BAnk zu bekommen. Mal erhlich , wir sind mit dieser Haltung nicht gut beraten .
    Mit freundlichen Grüßen

    Das ist der Anfang von der Wirtschaft in der Wirtschaft.

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