smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (15. Juli 2011)

 

Liebe Leser,

seit unserem Wochenrückblick vom 1. Juli konnten wir immer wieder über die US-Schuldenkrise und die drohende Zahlungsunfähigkeit der Amerikaner am 2. August berichten. Diese Woche griffen nun auch die Medien das Thema auf, und die Welt schaut gespannt nach Washington.
In Deutschland sind Schulden anscheinend kein Thema, die Bundesregierung entschied sich zuletzt großzügig für Steuersenkungen. In den Blogs überwog berechtigte Skepsis angesichts der Tatsache, dass Eurostat für Deutschland zuletzt eine Schuldenquote von 83,2 % des BIP errechnete, während der öffentliche Schuldenstand Spaniens im Verhältnis zum BIP bei 60,1%, also weit unter diesem Wert lag. Als Referenz: laut Maastricht Vertrag ist höchstens eine Schuldenquote von 60% erlaubt. (Hier die Eurostat Daten)

 

Kurzum, der Wochenrückblick bietet wieder viele Denkanstöße zum Wirtschafts-und Finanzgeschehen der Woche.

 

Hier alle Themen in der Übersicht:


 

Wirtschaft und Unternehmen

 

Steuersenkungen

Letzen Mittwoch einigte sich die schwarz-gelbe Bundesregierung Steuern und Sozialabgaben 2013 zu senken. Nicht nur bei Finanzminister Wolfgang Schäuble sorgte dies zunächst für Unmut, auch einige der CDU-Ministerpräsidenten, deren Zustimmung die Koalition braucht, um die Steuersenkungen endgültig zu beschließen, werden wohl Wiederstand leisten. Einer der prominentesten Gegner der Steuerpläne der Regierung ist zudem die Bundesbank, laut deren Präsidenten Weidmann hat die Haushaltskonsolidierung Vorrang. Apropos Haushaltskonsolidierung, zuletzt konnten sich die Deutschen angesichts frustrierender Nachrichten von Schuldenkrisen in den Euro-Ländern und der USA auf einen ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2014 freuen – ob dies mit den nun geplanten Steuersenkungen zu vereinbaren ist bleibt fraglich. Schäuble konnte in seinen Haushaltsplänen bis dato noch keine Steuersenkungen berücksichtigen, da über deren Volumen erst im November entschieden wird. Die Ökonomenstimme erklärt, warum Argumente für Steuersenkungen nicht überzeugend sind und wie die Regierung die gleichen finanzpolitischen Fehler der Vergangenheit wiederholt.

Ratingagenturen

Der Bote gilt seit jeher als Sündenbock. Trifft dies auch auf die Ratingagenturen zu, oder stehen die US- Bonitätsprüfer zu Recht unter Beschuss? Während Finanzexperten sich uneins sind über die Rolle der Ratingagenturen, die die Euro-Schuldenkrise mit ihren Herabstufungen zuletzt scheinbar immer wieder beschleunigten, sehen die Politiker die Schuld ganz deutlich bei Moody’s, Standard & Poors und Fitch. Fakt ist, die Politik spielte jahrelang eine maßgebende Rolle bei der Begünstigung der einzigartigen Stellung der drei amerikanischen Unternehmen. Wie die Politik den Ratingagenturen erst zu ihrer Macht verhalf berichtet Blick Log.

Unternehmensgründung

Was braucht man, um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein? Blognition.de stellt interessante Überlegungen zum Thema Entrepreneurship an, und erklärt warum ein Elite-Universitätsabschluss und ein ausgefeilter Businessplan keine Garanten für Unternehmenserfolg sind.

Börsen und Geldanlage

 

Inflation

Letzte Woche konnten wir in einem Blogbeitrag über die Leitzinserhöhung der EZB berichten, da dieser auf nun 1,5% angehoben wurde, mit dem Ziel die drohende Inflation einzudämmen. Auch in China und Südamerika nahm die Inflation zuletzt stark zu. Wie sich die Geldentwertung in naher Zukunft entwickeln wird und wie Anleger darauf reagieren sollten, erklärt Tim Schäfer.

Deutsche Autobauer

Die Euro-Krise und immer neuen Herabstufungen der Ratingagenturen schafften es in den letzten Tagen Anleger massiv zu verunsichern. Auch die Drohung von Moody’s, den USA zeitnah die Bestnote in Sachen Kreditwürdigkeit zu entziehen, sollten sich Republikaner und Demokraten nicht einig werden, überschattet den Handel an den europäischen Börsen. Gegen diesen Trend standen die deutschen Autobauer wie Felsen im Meer. BMW und VW stiegen Donnerstagmittag beide um 1,4 Prozent auf 71,15 Euro und 148,80 Euro, und Daimler schaffte es mit einem Plus von 1 Prozent auf 53,70 Euro, während der DAX um 0,8 Prozent auf 7212 Punkte fiel. Die Anleger scheinen den Autobauern hauptsächlich aufgrund ihrer guten Zahlen zu trauen. Investorsinside fasst die Entwicklungen der deutschen Autobauer zusammen und schaut speziell auf die Abssatzrekorde bei Porsche.


Geldmarkt und Währungen

EUR/USD

Die Schuldenkrise zieht durch die EU und der Euro steht weiterhin stark unter Beschuss. Doch spätestens in der dritten Woche, in der wir im Wochenrückblick über die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA berichten können, ohne das aus Washington jeglicher Fortschritt zu vermelden wäre, wird die Euro-Schuldenkrise zu einer Welt-Schuldenkrise. Wirtschaftsfacts analysiert das Währungspaar EUR/USD und zeigt auf, wie es um den Euro wirklich steht.

Finanzen und Banking im Web 2.0

Sicherheit bei Banken

Viele denken beim Begriff „biometrisch“ nur an die letzte Erneuerung des Personalausweises, die sich dank der seit November 2010 geltenden hohen Anforderungen in Sachen Passbild verkompliziert hat. Dass hinter der Biometrie ein ausgeklügeltes System der Gesichtserkennung steht, und nicht nur ein neues Gesetz, dass zu hässlichen Passfotos führt, vermuten die wenigsten. Der Bank Blog erklärt wie die Anwendung von Biometrie im Bankgeschäft zu höherer Sicherheit für Bankkunden führen kann.


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