Die smava-Kreditnehmerstatistik 2015

Wer nimmt bei welcher Gelegenheit welchen Kredit auf? Und warum entscheiden sich immer mehr Verbraucher für einen Online-Kredit, statt ein Darlehen in einer Bankfiliale abzuschließen?

In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut IPSOS hat smava die Vorlieben und Entscheidungen deutscher Kreditnehmer ermittelt und dabei besonders „Online“- und „Offline“-Kreditnehmer miteinander verglichen. Erhoben wurden dafür die Daten von insgesamt 1001 Kreditnehmern.

Hier die wichtigsten Fakten der smava-Kreditnehmerstatistik 2015.

Kreditnehmerstatistik-Ergebnis: Online-Kreditnehmer sind zufriedener und preisbewusster

Die Unterschiede zwischen „On“- und „Offline“-Kunden sind deutlich, wie die smava-Kreditnehmerstatistik 2015 zeigt. So nahmen Online-Kunden besonders häufig Sonderkonditionen in Anspruch, die durch Vergleichsportale wie z.B. smava angeboten wurden.

41 % der Online-Kreditnehmer nutzten das Internet in erster Linie zur Recherche, 40 % wegen der besseren Konditionen und 26 % wegen der allgemein günstigsten Kredite. Online-Kreditnehmer waren damit preisbewusster und selbstständiger als Verbraucher, die Darlehen in einer Filiale aufnahmen.

Offline-Kreditnehmer pflegten wiederum meist ein langjähriges Vertrauensverhältnis zu ihrer Hausbank und zu ihrem persönlichen Berater. 45 % aller Kreditnehmer bevorzugten deshalb den „Offline-Weg“. Zusätzlich schätzten sie die gute Erreichbarkeit der Filiale, sie verzichteten jedoch meist auf einen Vergleich der zahlreichen Angebote. Nur 17 % der befragten Offline-Kreditnehmer gaben an, überhaupt Angebote zu vergleichen.

Ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Kreditnehmern zeigt sich auch beim Informationsverhalten: Nur 40 % aller Kreditnehmer, die in einer Bankfiliale einen Kredit abgeschlossen hatten, informierten sich umfassend vor der Kreditaufnahme. Bei den Online-Kreditnehmern waren es immerhin 62 %.

Das Verhalten bei der Kreditaufnahme der beiden Gruppen spiegelt sich auch in weiteren Bereichen wider: Wie zu erwarten war, war das allgemeine Online-Banking bei jenen Verbrauchern beliebter, die auch Kredite aus dem Internet bevorzugten. Online-Kreditnehmer tätigen also auch ihre alltäglichen Bankgeschäfte über das Internet.

Sehr ausgeglichen sind die Ergebnisse der Kreditnehmerstatistik, bei denen es um die Zufriedenheit der Kreditnehmer geht. Von den Online-Kreditnehmern waren 88 % mit dem Kredit insgesamt zufrieden; mit den Konditionen und den flexiblem Vertragsbedingungen waren es sogar 92 %. Bei den Offline-Kreditnehmern waren es wiederum jeweils knapp 10 % weniger.

Kreditnehmerstatistik

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Filialbankkredite und Online-Kredite: ein ungleiches Rennen

Online-Kredite sind also weiter auf dem Vormarsch – obwohl diese Variante der Finanzgeschäfte noch ausgesprochen jung ist.

Die ersten Kreditgeschäfte über Filialbanken wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts abgeschlossen, und zwar nicht mit Privatleuten, sondern mit Geschäftskunden (also mit einem Gewerbekredit). Grund dafür war die hohe Nachfrage seitens der Wirtschaft, die durch Geldgeschäfte mit Privatpersonen nicht mehr befriedigt werden konnte. Erst 1950 gewann auch das Kreditgeschäft mit Privatpersonen an Bedeutung.

Online-Kredite sind hingegen noch sehr jung und existieren erst seit knapp 10 Jahren. Ein Unternehmen aus Großbritannien ermöglichte 2005 erstmals die Kreditvergabe über das Internet.

 

Kreditnehmer

Die Zahl der Nutzer von Darlehen, die über das Internet vergeben werden, steigt seitdem rasant: Allein in Deutschland war im vergangenen Jahr bereits jeder vierte Kredit ein Online-Kredit. Jeder dritte Kredit war zwar noch ein Kredit aus einer Bankfiliale, allerdings mit fallender Tendenz.

Das Interesse an Online-Krediten wächst vor allem aufgrund der meist günstigeren Konditionen im Kreditvergleich: Ganze 91 % der Online-Kreditnehmer sind zufrieden mit dem Preis ihres Darlehens. Bei den Filialbankkunden sind es mit 75 % deutlich weniger.

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