smava Finanz-Umfrage zur Japan-Krise: Anleger bewahren Ruhe

Vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen in Japan spekulieren Wirtschafts- und Finanzexperten über mögliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Für den privaten Anleger stellt sich die Frage, wie er auf die aktuellen Entwicklungen reagieren soll. Um diese Frage zu beantworten, hat smava in der letzten Woche die Frage gestellt: Wie reagieren Sie als Anleger? Sind spontane Verkäufe riskanter Portfoliobestandteile der richtige Weg, sollte man gerade jetzt wieder in den Krisengebieten investieren oder ist ein Abwarten der richtige Weg?

 

Die Ergebnisse der Befragung wurden heute in einer Pressemitteilung veröffentlicht. 757 Personen haben sich an der Online-Umfrage beteiligt und sind sich einig: Aufregung bringt jetzt nichts. Mehrheitliche 84 Prozent der befragten Personen gaben an, dass sie Ihre Anlagen so belassen wie sie sind. Nur 4 Prozent sind verunsichert und 7 Prozent schichten ihr Geld um, mit dem Ziel größere Verluste zu vermeiden. Die restlichen 5 Prozent gaben Entscheidungen wie „Ich investiere in Japan, da der Wiederaufbau die Wirtschaft ankurbeln wird“ an.

 

Geben diese Ergebnisse auch ihr Meinungsbild wieder? Werden sich Ihrer Meinung nach die aktuellen Entwicklungen negativ auf die Finanzmärkte insgesamt und ihr persönliches Portfolio auswirken? Oder sehen Sie in der Krise, so dramatisch die aktuellen Entwicklungen auch sind, eine Chance und investieren wie 5% der befragten Personen gerade jetzt in Japan? Teilen Sie uns Ihre Meinung als Kommentar unter diesem Beitrag oder über Facebook und Twitter mit.

 

Nicht nur wir von smava beschäftigen uns mit den Auswirkungen der Krise auf die Finanzmärkte. Die deutsche Finanzblogger-Szene befasst sich intensiv mit dem Thema. So stellte sich in der letzten Woche Lars Röhrig in seinem Blog investorsinside.de die Frage: „Japan – Was wäre wenn?“. Der Gewinner des Finance Blog of the Year 2011 weist auf die Gefahren eines Worst-Case Szenarios hin und äußert die Sorge, dass die wenigstens Anleger diese Gefahren bisher in Ihre Überlegungen einbezogen haben.

 

Und als wäre es nicht schon schwierig genug, diese Gefahren und ihre Bedeutung für das eigene Geld zu bewerten, tragen widersprüchliche „Expertenaussagen“ zur Unsicherheit bei. Diese Widersprüchlichkeiten hat in der letzten Woche Dirk Elsner Jury-Mitglied im Wettbewerb zum Finance Blog of the Year) in seinem Blick Log unter der Überschrift Die japanische Katastrophe und die widersprüchlichen Aussagen der Ökonomen“ unter die Lupe genommen.

 

Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht absolut nachvollziehbar, dass sich ein Großteil der deutschen Anleger erst einmal ruhig verhält. Die aktuelle Entwicklung des DAX, der heute erstmals wieder auf dem Niveau vor dem Japan-Unglück ist, spricht auch für dieses Vorgehen. International scheinen die Ergebnisse der Umfrage aber nicht einfach zu übertragen sein. Wie Tim Schaefer am letzten Donnerstag in seinem Blog aufzeigte, haben amerikanische Anleger die Krise in Japan „zur Schnäppchenjagd an der japanischen Börse“ genutzt.

 

Die Frage, wie richtig auf die Krise zu reagieren ist, bleibt also offen. Sagen Sie uns Ihre Meinung und diskutieren Sie mit. Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag oder nehmen Sie an unserer Facebook-Diskussion teil. Sie können auch über Twitter mit uns in Kontakt treten.