Kostenlose Beratung
0800 000 98 00
Zum Kreditvergleich

Was ist ein Festdarlehen?

Die Alternative zum klassischen Tilgungsdarlehen ist das Festdarlehen. Hierbei können Sie die zur Verfügung gestellte Finanzierung direkt nutzen, müssen diese aber erst später tilgen. Die gesamte Summe ist zum Laufzeitende zu begleichen. Daher werden Festdarlehen auch als endfällige Darlehen bezeichnet. Worauf dabei zu achten ist und welche Besonderheiten es gibt, erfahren Sie hier.

Die Definition für Festdarlehen

Zinszahlungsdarlehen, Fälligkeitsdarlehen oder interest-only-Darlehen: Das Festdarlehen hat viele Namen. Am besten beschreibt die Bezeichnung „endfälliges Darlehen“ dieses Kreditmodell. Denn beim Festdarlehen wird der Kreditbetrag nicht in Tilgungsraten, sondern als Gesamtes am Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Während der Laufzeit zahlen Sie als Darlehensnehmer an den Kreditgeber nur die Zinsen.

Beispiele zu Tilgungsdarlehen und Festdarlehen

Tilgungsdarlehen

Sie nehmen einen Kredit von 100.000 Euro als Tilgungs- bzw. Annuitätendarlehen Bei einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Zinssatz von 4 Prozent beträgt Ihre Monatsrate 1.012,45 Euro. An Zinsen zahlen Sie im ersten Jahr 3.848,92 Euro und im letzten Jahr 259,19 Euro. Insgesamt zahlen Sie 21.494,17 Euro Zinsen und am Ende der Laufzeit ist Ihre Kreditschuld vollständig getilgt.

Festdarlehen

Bei einem Festdarlehen mit denselben Kondition (und einem festen Zinssatz) begleichen Sie die komplette Kreditsumme auf einen Schlag nach Ablauf der zehn Jahre. Dafür zahlen Sie jedoch jährlich gleichhohe Zinsen von 4.000 Euro. Ihr gesamter Zinsaufwand beträgt dadurch 40.000 Euro.

Besonderheiten von Festdarlehen

Für Kreditgeber bedeuten die monatlichen Tilgungen Sicherheit. Da beim endfälligen Darlehen jedoch keine Raten gezahlt werden, verlangen Kreditgeber von Darlehensnehmern andere Garantien für die Rückzahlung des Darlehens. Beispiele für Sicherheiten bei Festdarlehen sind Lebensversicherungen, Fondssparpläne oder Bausparverträge. Während der Kreditlaufzeit kommen deshalb auch beim endfälligen Darlehen mehr als die Zinskosten auf Sie zu. Zwar gibt es keine Tilgungsraten, dafür zahlen Sie jedoch monatlich in Ihren Fonds, Ihre Versicherung etc. ein.

Vor- und Nachteile bei Festdarlehen

Wie jedes Kreditmodell bringt auch das Festdarlehen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Dabei spricht seine bloße Definition erst einmal für das Festdarlehen: Durch den Wegfall der Tilgungsraten scheint die monatliche Belastung geringer und der finanzielle Spielraum größer. Wie bereits erwähnt, ist das jedoch ein Trugschluss, da Sie stattdessen Geld in eine kapitalbildende Sicherheit investieren müssen. Gleichzeitig bleibt die Zinslast über die gesamte Laufzeit konstant hoch (oder kann sogar steigen, falls Sie keine Zinsbindung vereinbart haben) – anders als beim Annuitätendarlehen, bei dem Sie weniger Zinsen zahlen, je mehr Ihrer Restschuld Sie getilgt haben. Ein prägnanter Vorteil von Festdarlehen ist dagegen die mögliche Steuerersparnis. Zum einen lassen sich die monatlichen Zinszahlungen absetzen. Zum anderen können Sie auch Ihre Sicherheitsinvestitionen (zumindest teilweise) steuerlich geltend machen. Allerdings sollten Sie gerade in Hinblick auf Ihre kapitalbildende Absicherung bedenken: Es kann passieren, dass der Ertrag Ihrer Investition nicht ausreicht, um am Ende der Kreditlaufzeit die Restschuld zu tilgen. Sorgen Sie daher am besten für ein zusätzliches Finanzpolster.

Die wichtigsten Fragen zum Festdarlehen

Trotz der ähnlichen Bezeichnung: Ein Festdarlehen und ein Festzinsdarlehen sind nicht dasselbe. Während sich die Definition für ein Festdarlehen auf den Zeitpunkt bzw. die Abwicklung der Tilgung des Kredits bezieht, geht es beim Festzinsdarlehen um den Zinssatz. Im Gegensatz zum variablen Zinssatz ist dieser beim Festzinsdarlehen – zumindest für einen gewissen Zeitraum – festgeschrieben. Zwar kann ein Festdarlehen auch ein Festzinsdarlehen sein (und umgekehrt), dies ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall.

Wenn Sie sich der Vor- und Nachteile für Festdarlehen bewusst sind, sollten Sie als Darlehensnehmer beim Kreditabschluss vor allem die Zinsfestschreibung bedenken. Ein variabler Zinssatz kann einen Anstieg der Zinskosten bedeuten, aber auch flexiblere Konditionen mit sich bringen. Bei einer Zinsfestschreibung sollten Sie unbedingt eine Vereinbarung über Sondertilgungen treffen, um den Kredit bei Gelegenheit schon vor Ende der Laufzeit zurückzahlen zu können.

Beispiele für den Einsatz von Festdarlehen sind unter anderem Fremdwährungskredite und Baufinanzierungen. Heutzutage ist das Festdarlehen allerdings nur noch in seltenen Fällen attraktiv. Grund dafür sind die teils höheren Gesamtkosten des endfälligen Darlehens und eine nachteilige Änderung des Steuerrechts bezüglich Lebensversicherungen. Tatsächlich lohnt sich ein Festdarlehen deshalb inzwischen nur noch, wenn die Kapitalanlage, mit der die Tilgung finanziert wird, mehr Rendite abwirft als der Kredit kostet.

Mit Sondertilgungen sparen Sie Zinsen und damit bares Geld. Rechtlich haben Sie dabei drei Möglichkeiten:

  • Ein Festdarlehen mit variablem Zinssatz können Sie jederzeit mit einer dreimonatigen Frist kündigen.
  • Bei einem Festdarlehen mit einer Zinsbindungsfrist von maximal zehn Jahren haben Sie kein Recht auf Sondertilgungen. Hier benötigen Sie eine individuelle Regelung in Ihrem persönlichen Kreditvertrag.
  • Bei einem Festdarlehen mit einer Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren können Sie den Kredit jederzeit mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist in Teilen tilgen.