Grundsätzlich ist es günstiger, als Freelancer zu starten als ein vollwertiges Unternehmen zu gründen. Dennoch hängt der Kapitalbedarf stark von Ihrer konkreten Tätigkeit ab und dem, was Sie in Reserve haben, um in den ersten Monaten leben zu können.
Richtig ist zwar, dass sehr viele Freelancer kaum mehr als einen Laptop benötigen. Dabei sollten Sie aber keineswegs solche Kostenpunkte wie Softwarelizenzen, Marketingmaßnahmen (etwa Logo- oder Webdesign) oder Versicherungen ignorieren.
Daher erneut nur ein Rat: Kalkulieren Sie konservativ, gehen Sie eher von höheren Kosten und längeren Durststrecken aus. Nur das vermeidet unschöne Überraschungen.
Was die Finanzierungsoptionen anbelangt, müssen Sie sich zunächst Folgendes eingestehen (aus Sicht von Geldgebern):
- Sie können als Freelancer aktuell wenig bis nichts vorweisen – und Ihre Expertise als Angestellter zählt deutlich weniger als nachweisbarer Freelancer-Erfolg.
- Ihr Businessplan ist bei aller Seriosität und Detailtreue zunächst nur ein „Wunschkatalog“ bis zum Beweis seiner Richtigkeit.
- Ihr Erfolg hängt nicht nur von Ihrem Fleiß und Ihren Fähigkeiten ab, sondern ebenso von äußeren Faktoren, auf die Sie keinen Einfluss haben.
- Für jemanden, der Ihnen Geld leiht, sind Sie deshalb riskant. Sie werden deshalb weniger Angebote erhalten, mitunter weniger Kredit bekommen, strenger geprüft, mehr Nachweise erbringen müssen, höhere Zinsen zahlen als jemand, der nur ein oder zwei Jahre erfolgreiches Freelancer-Business vorweisen kann.
Eigenkapital ist deshalb Ihre wichtigste Grundlage – etwa Erspartes aus früheren Angestelltentätigkeiten. Alles Weitere sollten Sie nur ergänzend einplanen.
Dafür kommt insbesondere Folgendes infrage:
- Bankdarlehen oder spezielle Kredite für Selbstständige
- Förderprogramme für Gründer oder Jungunternehmer
- Mischfinanzierungen aus Eigen- und Fremdkapital
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Tipp
Planen Sie auch diese Finanzierung konservativ. In den ersten Monaten fallen häufig mehr Kosten an als erwartet.