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Was ist ein Gesellschafterdar­leh­en?

Bei einem Gesellschafterdarlehen gewähren Gesellschafter ihrem Unternehmen ein Darlehen. Die Vertragsgestaltung ist relativ frei und die Zinsen legen die Vertragspartner selbst fest. Neue Projekte können über diese Kreditvariante vorfinanziert oder ein vorübergehend erhöhter Finanzbedarf gedeckt werden.

Zählt das Gesellschafterdarlehen als Eigenkapital oder Fremdkapital?

Ob das Gesellschafterdarlehen Eigenkapital ist oder nicht, hängt von der Gesellschaftsform ab. Unterschieden werden Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.

Eigenkapitaleinlage bei der Personengesellschaft

Eine Privatgesellschaft ist ein Zusammenschluss von mindestens zwei Rechtsträgern, um einen gemeinsamen Zweck zu erreichen. Einzelpersonen können natürliche oder juristische Personen sein. Die Rechtsfähigkeit der Personengesellschaft ist meist beschränkt. In Deutschland gibt es die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder die offene Handelsgesellschaft (oHG). Ein Gesellschafterdarlehen in der GbR oder oHG gilt als Kapitaleinlage und nicht als Darlehen, wenn es von einem vollhaftenden Gesellschafter eingebracht wurde.

Gesellschafterdarlehen in Kapitalgesellschaften

Die Kapitalgesellschaft gilt als Körperschaft des privaten Rechts. Die Mitglieder verfolgen einen gemeinsamen Zweck, der meist wirtschaftlich begründet ist. Typische Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft (AG) oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Ein wichtiger Unterschied zur Privatgesellschaft ist, dass die Mitglieder nicht mit ihrem eigenen Vermögen haften. Durch einen entsprechend gestalteten Vertrag kann eine Rückzahlungspflicht des Darlehens durch die Gesellschaft festgelegt werden.

Welche Vorteile hat ein Gesellschafterdarlehen?

In einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen kann ein Gesellschafterdarlehen genutzt werden, um neue Projekte vorzufinanzieren oder einen vorübergehend erhöhten Finanzbedarf zu decken. Der entscheidende Vorteil ist, dass beim Gesellschafterdarlehen die Zinsen und Konditionen relativ frei festgelegt werden können. Es ist also möglich, bessere Konditionen zu vereinbaren, als eine Bank gewähren würde.

Was gilt für Gesellschafterdarlehen in Krisenzeiten von Unternehmen?

Gesellschafterdarlehen sind im Grunde nur statthaft, wenn das Unternehmen sich nicht in einer Krise befindet. Eine Krise zeichnet sich dadurch aus, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation keine Kredite mehr zu marktüblichen Konditionen gewährt werden. In diesem Fall müssten die Gesellschafter Eigenkapital zuführen, um den Missstand zu beseitigen. Lange war es üblich, in einer solchen Situation ein Gesellschafterdarlehen zu gewähren. Denn alle Gesellschafter haften mit ihrer Einlage. Erholt sich die Firma nicht von der finanziellen Schieflage, ist die Einlage also im schlimmsten Fall weg. Bei einem Gesellschafterdarlehen besteht zumindest die Chance, Teile des Geldes zurückzubekommen. Dieses Vorgehen ist aber heute nicht mehr gestattet.

Gesellschafterdarlehen bei einer Insolvenz

Wie mit Gesellschafterdarlehen bei einer Insolvenz zu verfahren ist, wird in der Insolvenzordnung geregelt. Sie besagt, dass Gesellschafterdarlehen nachrangig behandelt werden. Oft werden Gesellschafterdarlehen zusätzlich mit einem Rangrücktritt versehen. Dabei verzichtet der Gläubiger vorübergehend auf die Rückzahlung seines Darlehens. Dies ist sinnvoll, wenn dadurch die Überschuldung eines Unternehmens und damit die Insolvenz abgewendet werden kann.

Wichtige Fragen zum Gesellschafterdarlehen

Bei einem Gesellschafterdarlehen wird die Verzinsung von den Vertragspartnern selbst festgelegt. Liegen jedoch große Differenzen zu marktüblichen Zinssätzen vor, können die Zinsen unter Umständen vom Finanzamt korrigiert werden, wenn der Verdacht einer verdeckten Gewinnausschüttung bestehen kann.

Die sogenannte Liquidation erfolgt entweder durch Insolvenz oder Auflösung des Unternehmens. Bei der Insolvenz und der daraus resultierenden Nachrangigkeit der Darlehen bekämen Gesellschafter ihr Geld nicht zurück. Bei einer Geschäftsauflösung werden Gesellschafterdarlehen als Fremdkapital behandelt und entsprechend zurückgezahlt.

Brachte ein Gesellschafter ein Darlehen ein und es kam danach zur Insolvenz, ging die Rückzahlungsverpflichtung gegenüber dem Gesellschafter zu Lasten anderer Gläubiger. Diese bekamen weniger Geld zurück. Außerdem war es Gesellschaftern möglich, durch internes Wissen ihr Geld noch vorab aus dem Unternehmen herauszuziehen. Dies schadete ebenfalls anderen Gläubigern.

Ein Gesellschafterdarlehen kann erst gegeben werden, wenn Gesellschafter die Einlagepflicht erfüllt haben, die sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergibt.