Aus beiden Punkten werden anschließend Wahrscheinlichkeiten bzw. erwartbares Verhalten für die Zukunft abgeleitet. Bei Banken kommen dazu unter anderem Algorithmen, Risikobewertungsmaßstäbe, Statistiken und Wahrscheinlichkeitsberechnungen zum Einsatz.
Wenn Banken Ihre (bzw. irgendjemandes) Kreditwürdigkeit prüfen, kommen dabei beispielsweise folgende Erkenntnisse zutage:
- Frau Mustermann hat im Monat nach Abzug der Lebenshaltungskosten 874,34 Euro frei verfügbares Einkommen. Selbst in einem ausgesprochen teuren Monat oder unter Einbeziehung einer steigenden Inflation könnte sie sich eine Kreditrate von 320 Euro deshalb problemlos leisten.
- Herr Mustermann hat in den vergangenen Jahren mehrmals Provider-Rechnungen und Kreditraten erst verspätet nach Mahnung bezahlt. Da sich an seiner finanziellen Situation nichts deutlich verbessert hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er einen künftigen Kredit unzuverlässig bedient.
- Frau Mustermann arbeitet in einer erst seit anderthalb Jahren bestehenden Firma in einer als risikohaft bekannten Branche. Trotz ihres sehr guten Gehalts und geringen Ausgaben könnte es bei einem Autokredit über 55.000 Euro zu Ausfallrisiken durch Jobverlust kommen.
- Herr Mustermann hat trotz seines jungen Alters bereits vier Kredite (Kleiner Konsumkredit für PC, Umzug samt Wohnungseinrichtung, Gebrauchtwagen und Führerschein) erfolgreich und ohne Probleme bedient. Das Risiko, ihm jetzt einen Kredit für einen Neuwagen zu leihen, ist deshalb von dieser Warte aus sehr gering.
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Hinweis
Die bei der SCHUFA und anderen Auskunfteien über Personen vorliegenden Informationen sind – entgegen einem verbreiteten Irrglauben – zwar wichtig, aber dennoch nur ein Faktor, den Banken bei der Kreditwürdigkeit prüfen. Weder ist der SCHUFA-Score gleichbedeutend mit der Bonität, noch bestimmen die SCHUFA-Einträge allein darüber, ob jemand einen Kredit erhält – oder zu welchen Konditionen.