Der Sollzins – häufig auch als gebundener Sollzinssatz bezeichnet – gibt die reinen Zinskosten für den von der Bank bereitgestellten Kreditbetrag an. Er berücksichtigt keine zusätzlichen Kosten wie Gebühren oder Versicherungen.
Beispiel: Nehmen Sie einen Kredit über 1.000 Euro auf und zahlen nach exakt einem Jahr einmalig 1.050 Euro zurück, entspricht das einem Sollzins von 5 Prozent pro Jahr. In diesem Sonderfall wären Sollzins und effektiver Jahreszins identisch.
In der Praxis allerdings zahlen Kreditnehmer den Kredit jedoch fast immer in monatlichen Raten zurück. Die Bank berechnet die Zinsen deshalb periodisch auf Basis der jeweils verbleibenden Restschuld. Aus einem jährlichen Sollzins von 5 Prozent ergibt sich rechnerisch ein monatlicher Zinssatz von rund 0,417 Prozent (5 % : 12 Monate). Mit diesem Zinssatz verzinst die Bank die Restschuld am Ende jedes Monats.
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Hinweis
Um aus einem prozentualen Sollzins überschlägig die Zinskosten zu berechnen, können Sie folgende Formel nutzen:
Kreditbetrag × Sollzins × Laufzeit = Zinskosten
Beispiel: 1.000 Euro × 5 % × 1 Jahr = 50 Euro Zinskosten
Geben Sie den Zinssatz im Taschenrechner dabei immer als Dezimalzahl ein (z.B. 0,05 statt 5).