Um die Wirtschaft im Euroraum zu stützen, senkte die EZB den Hauptrefinanzierungssatz von 1,5 Prozent im Jahr 2011 schrittweise bis auf 0 Prozent im März 2016. Dieser historische Tiefstand wurde bis Juli 2022 beibehalten. Anschließend erhöhte die EZB die Leitzinsen deutlich und hob den Hauptrefinanzierungssatz bis September 2023 auf 4,5 Prozent an, um der stark gestiegenen Inflation entgegenzuwirken. Ab Juni 2024 folgte ein neuer Zinssenkungszyklus, in dessen Verlauf der Hauptrefinanzierungssatz bis Juni 2025 auf 2,15 Prozent sank.
Im Jahr 2026 änderte die EZB ihren Kurs erneut: Im Juni erhöhte sie die Leitzinsen erstmals wieder, im September folgte eine weitere Anhebung um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Seit dem 16. September 2026 liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Die EZB reagiert damit auf den weiterhin hohen Inflationsdruck und betont, dass künftige Zinsentscheidungen weiterhin von der aktuellen Datenlage und den Inflationsaussichten abhängen.