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Was ist ein Lieferantenkredit?

Sie haben als Unternehmer Waren bestellt und bezahlen die Rechnung erst nach Ablauf der Skontofrist? Dann nehmen Sie unter Umständen einen Lieferantenkredit in Anspruch. Diese einfache Finanzierungsform ist in Deutschland sehr verbreitet, obwohl sie mit hohen Zinskosten verbunden ist. Eine günstige Alternative ist ein klassischer Ratenkredit.

Was zeichnet einen Lieferantenkredit laut Definition aus?

Als Lieferantenkredit (auch Lieferkredit oder Handelskredit genannt) wird der Kredit bezeichnet, den ein Lieferant (der Verkäufer) einem gewerblichen Kunden (dem Käufer) gewährt. Er ist eine verbreitete Form des Kurzkredits und kann ohne Formalitäten in Anspruch genommen werden. Einen Lieferantenkredit nehmen Sie beispielsweise dann auf, wenn Sie die Rechnung über eine Warenlieferung im Rahmen der Zahlungsfrist begleichen. Die vom Lieferanten festgelegte Zahlungsfrist (meist 30 Tage) minus Skontofrist (oft zehn bis 14 Tage) entspricht der Kreditlaufzeit. In der Regel sichert der Lieferant den Kredit mit einem sogenannten Eigentumsvorbehalt ab: Bis zur Bezahlung der Rechnung sind Sie zwar Besitzer der Ware, der Lieferant aber weiterhin Eigentümer.

Das sind beim Lieferantenkredit die Vor- und Nachteile

Der Lieferantenkredit hat Vor- und Nachteile sowohl für den Lieferanten als auch für den Kunden. Die Vorteile: Der Kunde erhält einen Kredit ohne aufwändige Bonitätsprüfung und Antrag. Zudem geht er keine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Banken oder anderen Drittparteien ein. Der Lieferant kann den Kredit als eine Form der Kundenbindung einsetzen. Nachteile gibt es im Grunde genommen nur für den Kunden, denn der Lieferantenkredit ist rechnerisch betrachtet teurer als z. B. ein Ratenkredit.

Wie funktioniert ein Lieferantenkredit?

Die Funktionsweise eines Lieferantenkredits lässt sich am besten über ein Beispiel veranschaulichen: Sie bestellen Waren und bezahlen diese per Rechnung. Die Konditionen sehen wie folgt aus:

  • Die Rechnung des Lieferanten weist einen Rechnungsbetrag von 10.000 Euro netto und 11.900 Euro brutto aus.
  • Die Rechnung ist innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug zu begleichen (sogenanntes Zahlungsziel).
  • Wird sie innerhalb von zehn Tagen beglichen, gewährt der Lieferant drei Prozent Skonto (Preisabzug).

Konkret bedeutet das: Wenn Sie innerhalb von zehn Tagen überweisen, reduziert sich Ihr Rechnungsbetrag um diese drei Prozent Skonto: Sie müssten nur 11.900 – 0,03 * 11.900 = 11.543 Euro überweisen. Wenn Sie erst nach dieser Frist und innerhalb der 30 Tage bezahlen, müssen Sie die volle Rechnungssumme von 11.900 Euro überweisen. Nun gewährt Ihnen der Lieferant das Skonto nicht aus Dankbarkeit dafür, dass Sie seine Rechnung zeitnah bezahlen. Er räumt Ihnen vielmehr für die Zeit vom elften bis zum 30. Tag nach Rechnungsstellung einen Lieferantenkredit ein.

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Wie hoch sind die Gesamtkosten beim Lieferantenkredit?

Der Lieferantenkredit hat verschiedene Vorteile: Er ist ohne umfangreiche Bonitätsprüfung und ohne zusätzliche Verträge aufgenommen und gewährt Kunden eine recht bequeme Zahlungsfrist. Dafür ist diese Kreditform oft teuer. Was beim Lieferantenkredit als Skonto bezeichnet wird, kann gewissermaßen – würde es sich um einen klassischen Ratenkredit handeln – Zinshöhe genannt werden. Mit Blick auf das obige Beispiel gesprochen: Wenn Sie die Rechnung innerhalb von zehn Tagen bezahlen, werden 11.543 Euro fällig. Danach und bis zum 30. Tag nach Rechnungsstellung zahlen Sie 11.900 Euro. Sie bezahlen damit für die 20 Tage Laufzeit des Lieferantenkredits 357 Euro an Zinsen.

Warum verursacht beim Lieferantenkredit die Skonto-Frist steigende Kosten?

Als Skontofrist wird jener Zeitraum ab Rechnungsstellung bezeichnet, in dem Sie das Skonto vom Rechnungsbetrag abziehen können. Nach Ablauf der Skontofrist müssen Sie den vollen Rechnungsbetrag ohne Abzug begleichen. In der Regel kalkulieren Lieferanten den vollen Rechnungsbetrag bereits mit dem Wissen um die Möglichkeit der Zahlungsverzögerung: Was der Lieferant als Zahlungsziel nach Ablauf der Skontofrist setzt, ist faktisch eine Kreditlaufzeit mit einer bestimmten Zinshöhe. Diese beträgt in unserem oberen Beispiel 357 Euro für 20 Tage Kreditlaufzeit. Dies entspricht einem enormen Zinssatz für den Lieferantenkredit. Die Formel, um den effektiven Jahreszins bei einem Lieferantenkredit annäherungsweise zu berechnen, lautet:

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Hinweis
(Skontosatz * 360) ÷ (Zahlungsziel – Skontofrist) = Effektiver Jahreszinssatz
Bezogen auf das obige Beispiel ergibt sich folgende Rechnung:
(3% *360) ÷ (30 – 10) = 54% effektiver Jahreszinssatz
Ein Jahreszinssatz von 54 Prozent ist immens. Darum ist es in der Regel finanziell von Vorteil, einen Ratenkredit oder selbst einen Dispokredit anstelle eines Lieferantenkredits aufzunehmen und Rechnungen zeitnah zu bezahlen, um das Skonto in Anspruch zu nehmen.

Zusammenfassung der wichtigsten Fragen zum Lieferantenkredit

Da der Lieferantenkredit mit einem hohen Zinssatz einhergeht, ist es von Vorteil, sich nach Alternativen umzuschauen. Grundsätzlich ist ein Ratenkredit erheblich günstiger als ein Lieferantenkredit. Bei letzterem beträgt der Zinssatz schnell über 50 Prozent.

Einen Lieferantenkredit können Sie immer dann nutzen, wenn Ihr Lieferant Ihnen diese Option einräumt, also in der Rechnung Zahlungsziel und Skonto benennt. Praktisch gesehen kann ein Lieferantenkredit dazu genutzt werden, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Die Kosten eines Lieferantenkredits ergeben sich durch Berechnung der Differenz zwischen dem vollen Zahlungsbetrag und dem Zahlungsbetrag abzüglich des Skontos. Sind beispielsweise 20.000 Euro zu zahlen und nach Abzug des Skontos nur 19.500 Euro, so kostet Sie der Lieferantenkredit 20.000 – 19.500 = 500 Euro. Das Skonto stellt dabei einen Indikator für die Zinskosten dar: Je höher der Nachlass, desto teurer ist der Lieferantenkredit.

Um den Zinssatz eines Lieferantenkredits zu berechnen, benötigen Sie drei Werte: Wie hoch ist das Skonto (Skontosatz)? Wie lange gilt das Skonto (Skontofrist)? Bis in wie vielen Tagen ist die Rechnung spätestens zu bezahlen (Zahlungsziel)? Ausgehend von diesen Zahlen können Sie folgende Formel verwenden, um den effektiven Jahreszins des Lieferantenkredits näherungsweise zu berechnen: Effektiver Jahreszins = (Skontosatz * 360) ÷ (Zahlungsziel – Skontofrist)