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Was ist ein Lombardkredit?

Oft muss es schnell gehen: Wenn Sie kurzfristig eine größere Summe Geld benötigen, um unerwartete Kosten zu decken, bietet der Finanzmarkt verschiedene Kredite an – zum Beispiel den Lombardkredit. Was das Besondere an diesem Kredit ist und welche Vorteile und Nachteile der Lombardkredit bietet, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Definition für den Lombardkredit

Seinen Namen verdankt der Lombardkredit der italienischen Region Lombardei. Hier wurde schon vor hunderten Jahren Geld gegen Pfandsicherheiten verliehen. Und genau das ist auch heute noch die Definition für den Lombardkredit: ein Darlehen, das gegen ein Pfand vergeben wird. Dieses Pfand kann ein Wertpapier, ein Guthaben bei der Bank oder auch ein Gegenstand von einem gewissen Wert sein. Der Kredit wird in der Regel kurz- bis mittelfristig aufgenommen, beispielsweise bei Liquiditätsengpässen. Dabei ist es vor allem der häufig vergleichsweise günstige Zinssatz, der den Lombardkredit für Kreditnehmer attraktiv macht. Als Darlehen ist der Lombardkredit nach §488 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt. Vereinfacht gesagt ist der Kreditgeber demnach verpflichtet, eine gewisse Summe bereitzustellen; der Kreditnehmer wiederum ist angewiesen, das Geld einschließlich Zinsen zurückzuzahlen. Kann der Kreditnehmer dieser Verpflichtung nicht nachkommen, ist der Kreditgeber berechtigt, das hinterlegte Pfand zu veräußern (nach eindeutiger Ankündigung und Verstreichen einer einmonatigen Frist).

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Hinweis
Wenn Sie einen Lombardkredit aufnehmen, bleiben Sie zwar vorerst im Besitz des Pfandes. Sie übertragen dem Kreditgeber jedoch das Recht, die Sicherheit bei ausbleibenden Zahlungen zu verwerten.
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Welche Voraussetzungen gelten für einen Lombardkredit?

Die am häufigsten genutzten Pfandgegenstände sind Wertpapiere. Als Sicherheit für Ihren Lombardkredit können Sie zum Beispiel Aktien, Fonds, Anleihen oder Zertifikate hinterlegen. Wichtig ist, dass Ihre Wertpapiere marktgängig, also problemlos zu verkaufen, sind. Deshalb wird der Kreditgeber Ihnen auch eine höhere Kreditsumme bewilligen, je besser sich das Pfand veräußern lässt.

Aus dem Marktwert des Pfandes und dessen prognostizierter Entwicklung ergibt sich der Beleihungswert. Gemeinsam mit der vom Kreditgeber ermittelten Beleihungsgrenze bestimmt er den Kreditrahmen. Der Beleihungswert von Aktien beträgt meist zwischen 40 und 70 Prozent ihres Marktwertes. Bei Anleihen sind es etwa 50 bis 80 Prozent und bei Fonds bis zu 80 Prozent. Angenommen, Sie haben in Ihrem Wertpapierdepot Aktien mit einem Marktwert von 10.000 Euro und Ihre Bank legt einen Beleihungswert von 50 Prozent fest, dann können Sie zum Beispiel einen Lombardkredit in Höhe von 5.000 Euro aufnehmen. Bezüglich Ihres hinterlegten Pfands haben Sie als Kreditnehmer folgende Möglichkeiten:

  • Nachdem Sie die Kreditsumme komplett beglichen haben, erhalten Sie das Pfand zurück
  • Sie können Ihre Verpflichtungen ignorieren, verlieren dadurch allerdings Ihr Pfand
  • Falls Sie eine entsprechende Vereinbarung getroffen haben, können Sie die Laufzeit verlängern und Ihr Pfand später auslösen
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Diese Arten des Lombardkredits gibt es

Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für den Lombardkredit – abhängig von dem Pfand, das Sie hinterlegen:

Bezeichnung Kreditsicherheiten Besonderheiten
Effektenlombardkredit Wertpapiere Dieser Kredit wird vorrangig für den Kauf weiterer Wertpapiere genutzt
Warenlombardkredit Handelswaren Das Darlehen wird für die Vorfinanzierung der hinterlegten Handelswaren genutzt (die Bank erhält Frachtbrief, Ladeschein oder Lagerschein als Sicherheit)
Wechsellombardkredit Wechsel Der Wechsellombardkredit wird ausschließlich von Kreditinstituten genutzt
Edelmetalllombardkredit Edelmetalle Das Darlehen wird in erster Linie von Pfandleihhäusern statt Banken vergeben
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Das sind die Vorteile und Nachteile beim Lombardkredit

Wie jede Darlehensform bringt auch der Lombardkredit verschiedene Vorteile mit sich. Wir habe für Sie die wesentlichen Argumente zusammengefasst:

Unbürokratische Beantragung

Anders als im Kreditgeschäft sonst üblich, werden beim Lombardkredit in der Regel keine zusätzlichen Nachweise verlangt. Besonders unkompliziert erhalten Sie ein Darlehen beim Pfandleiher, dessen Service laut Definition auch als Lombardkredit eingestuft wird.

Schnelle Verfügbarkeit

Dank seiner vergleichsweise unkomplizierten Abwicklung ist der Lombardkredit vor allem praktisch, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen. Oft erfolgt die Bereitstellung der Kreditsumme im direkten Anschluss an Beantragung bzw. Bewilligung (oder zumindest zeitnah).

Günstige Konditionen

Im Vergleich zu vielen anderen Kreditarten zeichnet sich der Lombardkredit häufig durch relativ niedrige Zinsen aus. Allerdings gibt es dafür keine Garantie. Deshalb ist es auch beim Lombardkredit wichtig, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen.

Mögliche Veräußerung

Falls Sie Ihr Pfand nicht fristgerecht auslösen, kann der Kreditgeber dieses verwerten, sprich zum Verkauf anbieten. Sollten Sie beispielsweise durch Krankheit, oder Arbeitslosigkeit nicht in der Lage sein, Ihre Kreditschuld am Ende der Laufzeit zu tilgen, können Sie Wertpapiere, Wertgegenstände etc. verlieren.

Höheres Risiko

Je nachdem, für welche Art des Lombardkredits Sie sich entscheiden, erwarten Sie verschiedene Risiken. So kann es beispielsweise beim Effektenlombardkredit passieren, dass Ihre hinterlegten Aktien an Wert verlieren. Unter Umständen ist der Kredit dann nicht mehr ausreichend gedeckt.

Geforderter Mindestwert

Der Großteil der Anbieter vergibt einen Lombardkredit erst ab einem gewissen Pfandwert. Das gilt für das Wertpapierdepot bei der Bank genauso wie für Wertgegenstände, die Sie beim Pfandleiher hinterlegen.

Zusammenfassung der wichtigsten Fragen zum Lombardkredit

Gerade den Effektenlombardkredit sollten Sie nur nutzen, wenn Sie eine gewisse Börsen-Expertise besitzen. Zwar können Sie mit dem Kauf neuer Wertpapiere auch einen größeren Gewinn erzielen. Das Risiko, Verlust zu machen (und damit auch Ihr Pfand zu verlieren), ist für Unerfahrene beim Effektenlombardkredit jedoch vergleichsweise hoch. Ähnliches gilt für den Warenlombardkredit.

Der Lombardkredit ist eine der wenigen Darlehensarten, die (auch bei seriösen Anbietern) häufig ohne Bonitätsprüfung auskommen. Denn der Kreditgeber hat durch das Pfand und die übertragenen Verwertungsrechte eine Sicherheit dafür, sein Geld zurückzubekommen. Weitere Sicherheiten oder ein positiver SCHUFA-Score werden deshalb nur in Ausnahmefällen verlangt.

Wie bei jedem Darlehen ist es auch beim Lombardkredit sinnvoll, verschiedene Kreditgeber zu vergleichen. So können sich die Angebote vor allem hinsichtlich des Beleihungswerts und der Beleihungsgrenze für dasselbe Pfand stark unterscheiden. Hier können Sie auch einen unabhängigen Berater hinzuziehen, um den Wert Ihrer Sicherheit einzuschätzen. Der Zinssatz ist beim Lombardkredit traditionell eher günstig. Dennoch sollten Sie bei der Auswahl des passenden Angebots auch hier genau hinschauen.

Vorteile und Nachteile halten sich beim Lombardkredit ungefähr die Waage. Gerade als Börsen-Neuling oder Unerfahrener im Warenhandel gibt es jedoch risikoärmere Kredite, um kurzfristig an Finanzmittel zu kommen. So werden auch klassische Ratenkredite (bzw. Sofortkredite) von Online-Anbietern inzwischen innerhalb weniger Tage bewilligt. Dasselbe gilt für Rahmenkredite, die meist jedoch einen höheren Zinssatz als der Lombardkredit aufweisen.