Schufa-Einträge: Infos zu positiven und negativen Einträgen & Speicherfristen

Schufa-Einträge sind Vermerke, die wirtschaftsrelevante Informationen über Verbraucher enthalten. Vertragsparter der Schufa wie beispielsweise Händler, Mobilfunkanbieter oder Banken übermitteln diese Informationen an die Schufa, Deutschlands führende Auskunftei.. Mithilfe eines geprüften mathematisch-statistischen Verfahrens errechnet die Schufa auf Basis dieser Informationen Rückzahlungswahrscheinlichkeiten für Personen und Unternehmen.

Erfahren Sie hier:

  • wann Informationen über Sie gespeichert und Schufa-Einträge erstellt werden
  • welche Informationen gespeichert werden und welche nicht
  • welche Auswirkungen diese Informationen auf Ihren Schufa-Score haben
  • wie lange die Informationen und Einträge gespeichert werden.

Wann bekommt man einen Schufa-Eintrag?

Viele Verbraucher haben Angst davor, einen Schufa-Eintrag zu bekommen. Das hat damit zu tun, dass häufig davon ausgegangen wird, dass Einträge bei der Schufa zwangsläufig negativ sind. Dem ist allerdings nicht so. Nahezu jeder Verbraucher in Deutschland hat Einträge bei der Schufa. Und das ist auch gut so.

Wann entsteht ein Schufa-Eintrag? Sobald ein Verbraucher Teil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs wird, werden Informationen über ihn gespeichert. Schließt jemand beispielsweise einen Mobilfunkvertrag ab, wird diese Information von dem Mobilfunkanbieter, der Vertragspartner der Schufa ist, an die Schufa weitergeleitet. Wenn ein Verbraucher ein Girokonto eröffnet, wird das ebenso in ihrem Eintrag bei der Schufa vermerkt. Bevor ein Vertragspartner Verbraucherdaten an die Schufa weiterleiten und auf die gespeicherten Daten der Auskunftei zugreifen darf, muss der Verbraucher die sogenannte Schufa-Klausel unterzeichnen, die als Zustimmung zur Weitergabe der Daten fungiert.

Diese zwei Beispiele verdeutlichen, dass die Schufa einerseits über eine Vielzahl von Daten zu Verbrauchern in Deutschland verfügt. Nach eigenen Angaben handelt es sich um Informationen zu 67,5 Millionen Personen (Stand 2017). Andererseits zeigen die Beispiele, dass die gespeicherten Informationen nicht ausschließlich Negativeinträge sind. Entsprechend werden nicht nur negative Merkmale, sondern auch positive Merkmale in der Schufa-Auskunft vermerkt.

Und ab wann genau gibt es einen negativen Schufa-Eintrag? Negative Einträge entstehen erst dann, wenn tatsächlich ein unzuverlässiges Zahlungsverhalten eines Verbrauchers festzustellen ist, d.h. wenn ein Verbraucher Tilgungen zu spät vornimmt oder gar nicht nachkommen kann.. Zu mehr als 90 Prozent der Personen sind allerdings ausschließlich positive Informationen gespeichert.

Warum speichert die Schufa Daten über Verbraucher?

Die Speicherung der Daten von Verbrauchern ist per se nicht negativ, sondern wirkt sich unter Umständen sogar positiv, beispielsweise auf die Vergabe von Krediten, aus. Durch die Speicherung der unterschiedlichen Informationen zu einer Person erhalten z.B. Kreditinstitute Informationen über das vergangene Zahlungsverhalten einer Person, welches eine Prognose darüber ermöglicht, ob sich ein Verbraucher eine Finanzierung leisten kann.

Anhand der gespeicherten Daten können Kreditinstitute also das Zahlungsverhalten des Verbrauchers nachvollziehen. Das ist eine von mehreren Entscheidungshilfen, wenn es darum geht über einen Kreditantrag zu entscheiden und Kreditkonditionen festzulegen. .In Deutschland ist es nicht möglich einen Kredit ohne Schufa, sehr wohl aber trotz Schufa aufzunehmen, wobei die Schufa als führende Auskunftei hier stellvertretend auch für andere Auskunfteien steht. Deshalb ist es wichtig, die bei der Schufa und anderen Auskunfteien gespeicherten Informationen im Blick zu haben.

Welche Daten darf die Schufa speichern?

Die Schufa selber erhebt keine Daten von Verbrauchern, sondern speichert Informationen, die ihr ihre Vertragspartner übermitteln. Die Vertragspartner werden in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilt: A-Partner und B-Partner. Welche Daten ein Vertragspartner weiterleitet ist abhängig von der jeweiligen Zuordnung.

A-Vertragspartner wie Banken sind dazu verpflichtet, uneingeschränkt alle vorhandenen Informationen zu einer Person zu übermitteln und erhalten im Gegenzug uneingeschränkte Auskunft bei der Schufa. Im Gegensatz dazu erhalten B-Vertragspartner, z.B. Mobilfunkanbieter, lediglich Auskünfte über (nicht)vertragsgemäßes Verhalten. Gleichzeitig müssen sie auch nicht derart umfassende Informationen weiterleiten. Aus öffentlichen Verzeichnissen wie dem Bundesanzeiger erhält die Auskunftei zudem weitere Daten.

Die Schufa speichert zwei unterschiedliche Arten von Schufa-Einträgen: positive Informationen, und negative Einträge, die Auskunft über nicht vertragsgemäßes Verhalten geben. Aus der Gesamtheit der gespeicherten Informationen berechnet die Schufa dann den sogenannten Schufa-Score, der auch Bonitätsscore genannt wird. Dieser Wert liegt zwischen 1 und 100.

Wenngleich im Volksmund gern und oft von einer „negativen Schufa“ oder „negativen Schufa-Akte“ gesprochen wird, muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass es eine „negative Schufa“ als solche nicht gibt. Vielmehr verringern negative Einträge den Score-Wert, der zwar sinken, aber niemals in den negativen Bereich fallen kann.

Positive Schufa-Informationen

1. Personenbezogene Daten:

  • Namen
  • Geburtsdatum und -ort
  • Anschrift, ggf. frühere Anschriften
  • Schufa-Basisscore

2. Finanzdaten:

  • Bankkonten und Kreditkarten
  • Vorhandene Leasingverträge
  • Mobilfunk – und andere Telekommunikationsverträge
  • Versandhandelskonten
  • Ratenzahlungsgeschäfte, Kredite und Bürgschaften

Negative Schufa-Einträge

Nur 10 Prozent der Verbraucher in Deutschland verfügen über negative Einträge bei der Schufa. Nicht jede verspätet gezahlte Rechnung führt zu einem negativen Eintrag. Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht erst dann, wenn ein Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet.

  • ein durch eine Bank gekündigter Kredit
  • Zahlungsausfälle & Zahlungsverzug
  • Mahnverfahren
  • Eidesstattliche Versicherungen und Haftbefehl zur Eidesstattlichen Versicherung
  • Privatinsolvenzen

Diese Daten sammelt und speichert die Schufa nicht

Aus Datenschutzgründen speichert die Schufa folgende Verbraucherdaten nicht:

  • Vermögen und Einkommen
  • Marketingdaten (Kaufverhalten oder Ähnliches)
  • Beruf
  • Lebenseinstellungen und Mitgliedschaften (z. B. religiöse, politische etc.)
  • Familienstand
  • Nationalität
  • Daten aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. werden nicht genutzt

Welche Folgen hat ein negativer Schufa-Eintrag?

Sollte es tatsächlich zu einem negativen Schufa-Eintrag gekommen sein, verringert dieser den Schufa-Score. Da der Score ein Wahrscheinlichkeitswert ist, der die Rückzahlungswahrscheinlichkeit angibt, steht ein geringerer Score-Wert für ein höheres Zahlungsausfallrisiko. In Abhängigkeit der Anzahl der jeweiligen negativen Einträge können folgende Situationen eintreten:

  • Kreditinstitute bewilligen Kreditanträge nicht
  • Verbraucher erhält keine EC-Karte oder Kreditkarte
  • Verbraucher erhält keinen Mobilfunkvertrag und muss auf eine Prepaid-Karte ausweichen
  • Verbraucher kann keine Bestellung auf Rechnung abschließen
  • Verbraucher kann keine Ratenzahlung bspw. beim Kauf in einem Elektronikfachmarkt wahrnehmen

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Situationen schon erlebt haben, sollten Sie die Ihre Schufa-Einträge überprüfen. Es gibt Möglichkeiten seinen Schufa-Score zu verbessern z.B. indem Sie  fehlerhafte Schufa-Einträge löschen lassen.

Wie erfahre ich, welche Schufa-Daten über mich gespeichert sind?

Um zu prüfen, welche Daten bei der Schufa gespeichert sind, nutzen Sie am besten einmal jährlich dieKopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) , die Sie direkt bei der Schufa online beantragen können.

Sollten Sie eine Finanzierung in Anspruch nehmen wollen, ist es ratsam zuvor die Korrektheit der gespeicherten Daten zu überprüfen und falls nötig ändern zu lassen, sodass die Schufa-Bonitätsauskunft möglichst positiv ausfällt und die Finanzierung bewilligt wird.

smava Tipps

Die kostenlose Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) ist nicht zu verwechseln mit einer Schufa-Bonitätsauskunft! Geben Sie die Datenkopie auf keinen Fall an Dritte wie z.B. den Vermieter weiter. Dafür ist die SCHUFA BonitätsAuskunft geeignet.

Wie lange speichert die Schufa Einträge?

Prüf- und Löschfristen von personenbezogenen Daten

1. Personenbezogene Daten über fällige, offene und unbestrittene Forderungen:

a) Personenbezogene Daten über fällige und unbestrittene Forderungen bleiben gespeichert, so lange deren Ausgleich nicht bekannt gegeben wurde; die Notwendigkeit der fortwährenden Speicherung wird jeweils drei Jahre (taggenau) nach dem jeweiligen Ereigniseintritt (z.B. erstmalige Einmeldung der Forderung oder Saldenaktualisierung) überprüft.

b) Eine Löschung der personenbezogenen Daten erfolgt taggenau drei Jahre nach Ausgleich der Forderung.
Unabhängig davon erfolgt auf Antrag betroffener Personen eine individuelle Prüfung, ob die Speicherung der Daten noch notwendig ist (Art. 17 Abs. 1 lit. a) DS-GVO).

2. Personenbezogene Daten, denen Eintragungen in das Schuldnerverzeichnis oder Veröffentlichungen zu (Verbraucher- bzw. Regel-)Insolvenzverfahren zugrunde liegen:

a) Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der zentralen Vollstreckungsgerichte (Eintragungen nach § 882c Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 – 3 ZPO) werden drei Jahre taggenau nach Eintragung in das Schuldnerverzeichnis gelöscht, jedoch vorzeitig, wenn der Auskunftei eine Löschung durch das zentrale Vollstreckungsgericht nachgewiesen/mitgeteilt wird.

b) Informationen über (Verbraucher- bzw. Regel-)Insolvenzverfahren oder Restschuldbefreiungsverfahren werden taggenau drei Jahre nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder Erteilung der Restschuldbefreiung gelöscht.
Informationen über

  • die Abweisung eines Insolvenzantrages mangels Masse,
  • die Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen oder
  • die Versagung der Restschuldbefreiung

werden taggenau nach drei Jahren gelöscht.

3. Personenbezogene Daten über Dauerschuldverhältnisse (Vertragsdaten), die aufgrund einer Vorleistung ein finanzielles Ausfallrisiko bergen:

a) Informationen über störungsfreie Vertragsdaten über Kreditverhältnisse, die mit der damit begründeten Forderung dokumentiert werden (insbesondere Darlehen, Finanzierungshilfen, Ratenlieferungsverträge oder Teilzahlungen), bleiben gespeichert, bis die damit begründete offene Forderung ausgeglichen ist; wird deren Ausgleich bekannt gegeben, erfolgt eine Löschung der personenbezogenen Daten taggenau drei Jahre danach.

b) Informationen über störungsfreie Vertragsdaten über Konten, die ohne die damit begründete Forderung dokumentiert werden (z. B. Girokonten, Kreditkarten, Telekommunikationskonten oder Energiekonten), bleiben so lange gespeichert, so lange die Konten bestehen; wird deren Beendigung bekannt gegeben, werden die Informationen gelöscht.

c) Informationen über Verträge, bei denen die Evidenzprüfung gesetzlich vorgesehen ist (wie bei Pfändungsschutzkonten oder Basiskonten), bleiben so lange gespeichert, so lange sie bestehen; wird deren Beendigung bekannt gegeben, werden sie gelöscht.

d) Informationen über Bürgschaften werden gelöscht, sobald die Beendigung der Bürgschaft mitgeteilt wird.

e) Handelskonten, die kreditorisch geführt werden, werden taggenau nach drei Jahren gelöscht, nachdem sämtliche Forderungen zurückgezahlt wurden.

Die vorgenannten Daten sind nach Erledigung gemäß den vorstehenden Regelungen auf Antrag des Betroffenen sofort zu löschen.

4. Sonstige Daten:

a) Personenbezogene Voranschriften bleiben taggenau drei Jahre gespeichert; danach erfolgt die Prüfung der Erforderlichkeit der fortwährenden Speicherung für weitere drei Jahre. Danach werden sie taggenau gelöscht, sofern nicht zum Zwecke der Identifizierung eine länger währende Speicherung erforderlich ist.

b) Informationen über den Missbrauch eines Kontos oder einer Karte durch den rechtmäßigen Kontoinhaber werden taggenau nach drei Jahren gelöscht.

c) Informationen zu zweifelhaften und ungewöhnlichen Sachverhalten, die im Rahmen der Geldwäsche- und Betrugsprävention zu prüfen und zu überwachen sind und bei denen die Prüfung ergibt, dass nicht nur ein reiner Verdachtsfall gegeben ist, sondern hinreichend nachvollziehbare Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Geldwäsche– oder betrugsrelevanter Sachverhalt auch tatsächlich vorliegt, bleiben im Hinblick auf die Erforderlichkeit der Ermittlung aussagekräftiger Ergebnisse zunächst bis zum 31.12.2019 gespeichert. Danach erfolgt eine Evaluierung der Ergebnisse und anschließend die Festlegung der Erforderlichkeit der zukünftigen regelmäßigen Dauer der fortwährenden Speicherung.

d) Angaben über Anfragen Dritter bleiben mindestens für ein Jahr, längstens jedoch drei Jahre taggenau gespeichert. Nach Ablauf eines Jahres müssen Angaben über diese Anfragen auf Antrag des Betroffenen gelöscht werden.

e) Die Erforderlichkeit der fortwährenden Speicherung von aus sonstigen öffentlichen/öffentlich zugänglichen Quellen entnommenen Daten, die einen Personenbezug aufweisen, wird spätestens nach drei Jahren überprüft. Im Falle der Erledigung wie z. B. Änderung oder Löschung im Handelsregister erfolgt eine Löschung der personenbezogenen Daten nach drei Jahren.