Schufa-Einträge in 4 Schritten löschen lassen

Verbraucher kommen in vielen Lebens- und Geschäftssituationen mit der Schufa Holding AG in Kontakt. Sei es beim Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrages, bei der Wohnungssuche, der Eröffnung eines Girokontos oder der Aufnahme eines Kredites – die Berührungspunkte sind vielfältig. Negative Schufa-Einträge können folgenreiche Konsequenzen haben und Verbraucher stark einschränken, wenn z.B. plötzlich das Einkaufen im Internet auf Rechnung nicht mehr möglich ist, Banken Kredite mit schlechten Konditionen anbieten oder die Kreditvergabe schlichtweg verweigern.

Informieren Sie sich hier über Möglichkeiten, fehlerhafte und negative Schufa-Einträge, die Ihren Basis-Score und somit Ihre Bonität maßgeblich beeinflussen, löschen zu lassen!

Welche Arten von Schufa-Einträgen kann man löschen?

Generell gibt es zwei unterschiedliche Arten von Einträgen, die sich negativ auf Ihre Schufa-Auskunft auswirken und die Sie löschen lassen sollten. Einerseits handelt es sich dabei um fehlerhafte oder veraltete Informationen, die unrechtmäßig gespeichert werden. Andererseits sind das berechtigt gespeicherte Negativeinträge, die aus der Missachtung von Zahlungsverpflichtungen resultieren.

Fehlerhafte Schufa-Daten löschen

Bedenkt man, dass die Schufa im Schnitt täglich 380.000 Auskünfte erteilt und in Deutschland viele Namen mehrfach vergeben sind, ist es nachvollziehbar, dass prinzipiell Fehler aufgrund von Verwechselung entstehen können. Ein solch unberechtigter Eintrag liegt z.B. vor, wenn einer Person mit gleichem Namen fälschlicherweise Negativeinträge zugeordnet werden.

Aus Unachtsamkeit kommt es zudem vor, dass veraltete Einträge, obwohl diesen Speicherungsfristen zugrunde liegen, fälschlicherweise nicht oder zu spät gelöscht werden. Die Auskunftei kann erst dann einen Eintrag löschen, wenn sie von dem Gläubiger über die Begleichung der Forderung informiert wurde und die Verjährungsfrist abgelaufen ist.

Ein weiterer Grund für die Speicherung fehlerhafter Daten liegt in der inkorrekten Übermittlung von Informationen durch die Vertragspartner der Schufa, sodass z.B. falsche Angaben über die Höhe oder Laufzeit von Verträge weitergegeben werden.

smava Tipps

Bewahren Sie Belege, mit denen Sie nachweisen können wann eine Forderung beglichen wurde, sorgfältig auf. Nur so können Sie im Streitfall eine fristgemäße Löschung durchsetzen.

Negative Schufa-Einträge löschen lassen

Schwerwiegender beeinflussen jedoch berechtigte negative Schufa-Einträge die Bonität eines Verbrauchers. Negativeinträge entstehen dann, wenn ein Schuldner Zahlungen über einen längeren Zeitraum und trotz mehrfacher Zahlungsaufforderungen des Gläubigers nicht nachkommt. Um einen Negativeintrag durchsetzten zu können muss der Gläubiger nach §28a BDSG den Schufa-Eintrag schriftlich ankündigen. Bei weiterer Missachtung der Zahlungen kann der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten, aus dem sich ein Vollstreckungsbescheid ergeben kann, der schließlich in der Schufa-Akte als negativer Eintrag vermerkt wird.

Beispiele für negative Vermerke sind z.B. Angaben von Inkassounternehmen, Angaben zur Privatinsolvenz, über Schulden oder eine Restschuldbefreiung ebenso wie Einträge bei Amtsgerichten. Je nach Schufa-Eintrag variieren die Dauer der Speicherung sowie die automatische Löschung der Informationen.

Es besteht theoretisch die Option, beglichene berechtigte Schufa-Einträge bereits vor der gesetzlichen Frist zur Speicherung entfernen zu lassen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Forderung gerichtlich nicht tituliert wurde und der Gläubiger der Löschung zustimmt. Sollte der Gläubiger nicht zustimmen, kann der Verbraucher unter Umständen unter Berufung auf §28BDSG eine Entfernung einklagen. Wegen hoher Kostenrisiken und geringer Erfolgsaussichten sollten Sie sich vorher unbedingt anwaltlich beraten lassen.

Erheblich bessere Chancen auf eine vorzeitige Löschung bestehen, wenn lediglich geringfügige Schulden vorhanden sind, die erstmals nach dem 01.Juli 2012 gemeldet wurden. Wenn der Betrag der Forderung kleiner als 2.000€ ist, kein Vollstreckungsbescheid besteht und die Forderung innerhalb von 6 Wochen beglichen werden kann, kann der negative Schufa-Vermerk beschleunigt gelöscht werden.

Welche Schufa-Einträge lassen sich nicht löschen?

Forderung, die gerichtlich tituliert wurden, d.h. für die ein Vollstreckungsbescheid erlassen wurde, und die nach wie vor unbeglichen sind, ist eine Löschung des Schufa-Eintrags nicht möglich. Der Verbraucher muss in diesem Fall die noch ausstehende Forderung begleichen. Eine Alternative gibt es nicht.

Wurden die Schulden abbezahlt, so wird der Eintrag zunächst mit einer Bestätigung des Gläubigers bei dem zuständigen Amtsgericht entfernt. Die Schufa wird über die Erledigung der Forderung mit einem sogenannten Erledigungs-Vermerk informiert. Sofern der Gläubiger zustimmt, kann dann unter Umständen eine vorzeitige Löschung des Schufa-Eintrags vorgenommen werden. Lehnt der Gläubiger ab, ist die beschleunigte Entfernung nicht möglich.

Wie und wo kann man Daten bei der Schufa löschen lassen?

Bei Betrachtung der Schufa-Selbstauskunft mussten Sie feststellen, dass ihr Eintrag nicht auf dem aktuellen Stand ist und eventuell sogar fehlerhafte Informationen beinhaltet? Nun haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um Ihren Schufa-Eintrag bereinigen zu lassen.

Falsch gespeicherte Informationen wie eine nicht aktuelle Adresse lassen sich mit einem formlosen Schreiben, das mit der Bitte um Korrektur der Daten direkt an die Schufa gerichtet wird, unkompliziert ändern. Die Verbraucherzentrale hält einen kostenlosen Musterbrief zur Löschung von Schufa-Einträgen bzw. Korrektur selbiger für Verbraucher bereit.

Sollten Informationen zu einem Vertrag wie die Vertragslaufzeit fehlerhaft übermittelt sein, so wenden Sie sich am besten direkt an den Gläubiger. Erklären Sie in wenigen Worten kurz den Sachzusammenhang. Der Gläubiger muss die Daten aktualisieren und die Auskunfteien mit einem Erledigungs-Vermerk über die Änderung informieren, sodass auch diese die gespeicherten Daten nach Erledigung anpassen oder löschen können. Um ganz sicher zu gehen, dass die Schufa über die Änderung der gespeicherten Daten informiert wird, können Sie neben dem Unternehmen auch die Auskunftei schriftlich über das Änderungsanliegen informieren. Den Antrag zur Entfernung oder Änderung von Daten bei der Schufa müssen Sie nicht eigens begründen.

Wollen Sie einen berechtigten Schufa-Eintrag löschen lassen, so sollten Sie berücksichtigen, wer den Vermerk bei der Schufa eingetragen hat. Oft hat der ursprüngliche Vertragspartner seine Forderung an z.B. ein Inkassounternehmen abgetreten, welches Sie in diesem Fall kontaktieren müssen, um eine Löschung vornehmen zu lassen. Fand keine Weitergabe statt, kontaktieren Sie weiterhin das Unternehmen.

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Gegebenenfalls lohnt sich die anwaltliche Beratung zur Löschung negativer Schufa-Einträge und um ein Erledigt-Vermerk zu erwirken.

4 Schritte: So löschen Sie negative oder falsche Schufa-Einträge

  1. Eigenauskunft einholen
    Bestellen Sie die kostenlose Schufa-Eigenauskunft auf meineschufa.de. Nach circa 2-3 Wochen wird Ihnen die Auskunft per Post zugeschickt.
  2. Prüfen
    Prüfen Sie die Schufa-Einträge auf Korrektheit und Aktualität der personenbezogenen Informationen und Angaben zu abgeschlossenen Verträgen etc.
  3. Positive Einträge
    Kontaktieren Sie die die Schufa direkt, um positive Vermerke löschen oder aktualisieren zu lassen.
  4. Negative Einträge
    Kontaktieren Sie gleichzeitig die Schufa und das für den Eintrag verantwortliche Unternehmen, um negative Schufa-Einträge löschen zu lassen. Setzen Sie eine 3-wöchige Bearbeitungsfrist, um den Löschungsprozess zu beschleunigen.

Wann werden Schufa-Einträge gelöscht?

Auf die Frage wie lange es dauert, bis ein Schufa-Eintrag gelöscht wird, lässt sich keine einheitliche Antwort geben. In der Regel werden Anfragen zur Löschung oder Korrektur von positiven Schufa-Einträgen schneller bearbeitet, als Anfragen zur Löschung von Negativeinträgen. Dies hängt damit zusammen, dass Sie sich als Verbraucher direkt an die Auskunftei wenden, um die Löschung oder Korrektur zu beantragen. Im Gegensatz dazu geht der Antrag zur vorzeitigen Löschung von negativen Einträgen an das entsprechende Unternehmen, das sich wiederum mit der Schufa in Verbindung setzt. Hierdurch kann schon mal etwas mehr Zeit vergehen. In anderen Fällen bestimmt die gesetzliche Löschfrist, die z.B. bei einem Eintrag zur Restschuldbefreiung bei drei Jahren liegt, den Zeitpunkt der Entfernung.

smava Tipps

Setzen Sie sowohl der Schufa als auch dem Unternehmen eine 3-wöchige Bearbeitungsfrist, um größere Verzögerungen bei der Löschung des Schufa-Eintrags zu vermeiden.