Schufa-Unternehmensauskunft: Wie Verbraucher die Kreditwürdigkeit von Unternehmen überprüfen können

Mit der Unternehmensauskunft bietet die Schufa seit 2010 auch Privatpersonen die Möglichkeit an, Bonitätsinformationen und Kerndaten über Firmen und Unternehmen zu erfragen. Die Bonitätsauskunft ermöglicht somit eine objektive Einschätzung hinsichtlich der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Warum die Einholung einer Bonitätsauskunft von Firmen und Unternehmen sinnvoll ist

Die Schufa-Unternehmensauskunft wurde eingeführt, um größtmögliche Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Nutzer sollen einen besseren Einblick in Unternehmen und deren Struktur erhalten, um die Zahlungsfähigkeit selbiger vor Abschluss einer Zusammenarbeit oder eines Vertrags besser einschätzen zu können. Finanzielle Belastungen oder andere mögliche Risiken sollen im Vorhinein weitestgehend ausgeschlossen werden können. Die Schufa-Unternehmensauskunft stellt somit eine Entscheidungshilfe dar.

Um Informationen über eine Firma oder ein Unternehmen zu erhalten muss ein sogenanntes berechtigtes Interesse des Auskunftssuchenden vorhanden sein. Ohne ein derartiges Interesse werden keine unternehmensspezifischen Daten weitergegeben. Hierdurch beschränkt die Schufa die Möglichkeiten zur Einholung von Unternehmensdaten.

In welchen Bereichen Verbraucher von der Auskunft profitieren können

Das Thema Hausbau ist ein Beispiel, das den Nutzen einer Firmenauskunft anschaulich verdeutlicht. Für viele ist ein Hausbau mit einer sehr großen Investition verbunden, die nur einmal im Leben vorgenommen wird. Aus Zeit- und Kostengründen ist es besonders wichtig, dass der Bau von zuverlässigen Bauunternehmen durchgeführt wird. Laut dem Bauherren-Schutzbund e.V. fallen pro Bauvorhaben im Durchschnitt Kosten in einer Höhe von 15.000 € an, die auf die Beauftragung insolventer oder unzuverlässiger Baufirmen zurückzuführen sind. Um sich vor einkommensschwachen Bauunternehmen und daraus resultierend der Entstehung horrender Kosten und Bauverzögerungen zu schützen, können Verbraucher mithilfe der Schufa-Unternehmensauskunft die Bonität von Firmen und Unternehmen vorab abfragen und prüfen.

Genauso können beispielsweise Gewerbetreibende mithilfe einer Schufa-Auskunft für Firmen potentielle Kunden und Geschäftspartner hinsichtlich eines vertragsgemäßen Zahlungsverhaltens überprüfen, um sich vor finanziellen Einbußen zu schützen, die durch eine Zusammenarbeit entstehen könnten.

Zudem eignet sich die Abfrage einer Bonitätsauskunft, um einen künftigen Arbeitgeber genauer unter die Lupe zu nehmen. Gerade wenn sich Arbeitnehmer langfristig an eine Firma binden wollen, kann es von Interesse sein, herauszufinden wie zahlungsfähig der neue Arbeitgeber ist. Hiervon kann dann beispielsweise abgeleitet werden, ob ein in Aussicht gestelltes Gehalt tatsächlich gezahlt werden kann.

Vorteile der Schufa-Unternehmensauskunft auf einen Blick

  • Risikoverminderung vor Vertragsabschluss
  • Kein Zeitaufwand für eigenständige Recherchen
  • Entscheidungshilfe bei der Zusammenarbeit mit Firmen, Dienstleistern und Unternehmen durch gesteigerte Transparenz
  • Verringerung des wirtschaftlichen Risikos vor Vertragsabschluss
  • Vermeidung von Ärger und Unzufriedenheit

Welche Daten werden in der Firmenauskunft gespeichert?

In der Schufa-Auskunft über Firmen oder Unternehmen werden zurückliegende Angaben über das Zahlungsverhalten des Unternehmens gespeichert. Sollte es in der Vergangenheit zu negativen Zahlungserfahrungen gekommen sein, werden diese hier aufgeführt.

Zusätzlich zu den Informationen zum Zahlungsverhalten des Unternehmens oder der Firma beinhaltet die Auskunft sogenannte Basisdaten zum Unternehmen. Gemeint sind Angaben über die Rechtsform, Informationen zu dem vollständigen Firmennamen, dem Sitz, der Geschäftsführung, zum Geschäftsgegenstand und Umsatz. Zudem enthält die Auskunft die Anzahl der Mitarbeiter sowie Handelsregisterinformationen und Informationen zu Verflechtungen mit anderen Unternehmen.

Die Daten der Schufa-Auskunft eines Unternehmens sind sehr umfassend und erlauben eine gute Einschätzung des Unternehmens oder der Firma. Nach eigenen Aussagen kann die Schufa derzeit Auskunft zu 5,3 Millionen Unternehmen, Kleingewerbereibenden und Freiberuflern in Deutschland erteilen.

Die Schufa-Auskunft einholen: Ablauf und Kosten

Für das Einholen von Auskünften über potentielle Geschäftspartner oder über zu beauftragende Firmen gilt für Privatpersonen die Registrierung auf www.meineschufa.de als Voraussetzung. Nutzer, die sich für eine einmalige Anmeldegebühr von 18,50€ registrieren, können die Auskünfte zu Unternehmen ganz einfach einholen. Hierfür wählen Sie im persönlichen Bereich das Unternehmen aus, für das eine Schufa-Auskunft eingeholt werden soll. Die Auskunft, für die 28,50€ berechnet wird, kann innerhalb weniger Minuten als PDF heruntergeladen werden. Bisher bietet die Schufa die Einholung der Unternehmensauskunft ausschließlich online an.

Wollen Firmenkunden Auskünfte über andere Firmen oder Unternehmen einholen, so müssen diese Vertragspartner der Schufa sein. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, können keine Auskünfte über Firmen eingeholt werden.

Wie die Schufa-Unternehmensauskunft aussieht

Die Schufa-Auskunft für ein Unternehmen ist ein vierseitiges PDF-Dokument, welches die wichtigsten wirtschaftlich relevanten Informationen zum angefragten Unternehmen enthält und Auskunft über die Bonität liefert.

Anhand einer zehnstufigen Bonitätsskala werden die Bonitätsinformationen für das angefragte Unternehmen anschaulich dargestellt. Durch die Einfärbung der Skala entsteht ein leicht verständliches Ampelsystem. Entsprechend wird die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens auf der Skala im grünen, gelben oder roten Bereich dargestellt. Die grüne Einfärbung steht für eine niedrige Insolvenzgefahr, eine Verortung des Unternehmens im gelben Bereich weist auf Zahlungsschwierigkeiten hin während der rote Bereich auf bestehende Zahlungsprobleme und ein hohes Insolvenzrisiko verweist.

schufa-bonitätsskala
Schufa Bonitätsinformationen

Der Auskunftssuchende kann also anhand des Ampelsystems auf einen Blick sehen wie hoch das Risiko für Zahlungsausfälle eingeschätzt wird. Zusätzlich zu der farblichen Markierung auf der Skala gibt die Schufa die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens durch einen Score an. Hierbei handelt es sich um einen Wert zwischen 100 und 600. Je näher sich der Score an der 100 befindet, desto besser wird die Bonität eingeschätzt.