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Was ist ein Schuldscheindarleh­en?

Schuldscheindarlehen ermöglichen es großen und mittelständischen Unternehmen sowie öffentlichen Institutionen, ihre Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Im Unterschied zu anderen Darlehensformen erfolgt die Kreditvergabe in der Regel durch mehrere Investoren. Vorteil ist der geringe bürokratische Aufwand. Nachteile die höheren Zinssätze, umfangreichen Bonitätsanforderungen und eine feste Bindung an vereinbarte Laufzeiten.

Was bedeutet Schuldscheindarlehen?

Bei Schuldscheindarlehen handelt es sich um anlageähnliche Kredite mit großem Volumen. Die Kredite werden gegen Schuldscheine von sogenannten Kapitalsammelstellen – unter anderem Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Bausparkassen – an große Industrieunternehmen, mittelständische Unternehmen und die öffentliche Hand vergeben. Normalerweise übernehmen Kreditinstitute oder Finanzmakler die Vermittlung von Schuldscheindarlehen. Die anschließende Kreditvergabe erfolgt direkt zwischen den Parteien und wird im Rahmen eines Kreditvertrags geregelt.

In welcher Größenordnung werden Schuldscheindarlehen vergeben?

Bei Schuldscheindarlehen handelt es sich in der Regel um Großkredite. Sie bewegen sich häufig im Bereich von zweistelligen Millionenbeträgen und dienen den Kreditnehmern vorrangig als zusätzliche Finanzierungsquelle für größere Investitionen oder zur Refinanzierung von Anleihen. Nicht selten finden sich in der Praxis noch höhere Ausgabevolumen für Schuldscheindarlehen. Ein prominentes Beispiel ist der Autobauer Porsche, der 2016 den größten Schuldschein seiner Geschichte platzierte und mehr als 1,1 Milliarden Euro von über 150 institutionelle Investoren einsammelte.

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Welche Besonderheiten weisen anlageähnliche Großkredite auf?

Neben ihrem hohen Ausgabevolumen weisen Schuldscheindarlehen weitere Merkmale und Besonderheiten auf. Dazu zählen unter anderem:

  • nicht an der Börse bzw. dem Kapitalmarkt handelbar
  • vergleichsweise geringer bürokratischer Aufwand (z. B. Verzicht auf externes Rating möglich)
  • übliche Stückelungen des Schuldscheindarlehens zwischen 50.000 Euro und 500.000 Euro
  • Laufzeiten in der Regel zwischen 2 und 10 Jahren
  • Weiterreichung bzw. Abtretung von Schuldscheinen von Kreditinstituten an andere Kreditgeber möglich
  • Zinssätze häufig zwischen 0,25 und 0,50 Prozent höher als bei vergleichbaren Anleihen

Wie funktioniert ein Schuldscheindarlehen und wie wird es beantragt?

Der Kreditvertrag fungiert gleichzeitig als Schuldschein gemäß § 344 des Handelsgesetzbuches (HGB). Daraus ergibt sich, dass der Darlehensnehmer die Eigenschaften eines Kaufmanns gemäß § 1 HGB erfüllen muss. Die Beantragung der Schuldscheindarlehen erfolgt gegenüber den verschiedenen Kapitalsammelstellen. Im jeweiligen Kreditvertrag treffen die Vertragspartner alle darlehensrechtlichen Abreden. Nach der Kreditvergabe liegt das Eigentum des Schuldscheins beim Käufer. Erfolgt anschließend eine vertragsgemäße Tilgung der Verbindlichkeiten, steht dem Kreditnehmer die Aushändigung des Schuldscheins zu.

Werden Schuldscheindarlehen auch privat vergeben?

Im Bereich der Unternehmensfinanzierung spielen Schuldscheindarlehen eine wichtige Rolle. Schuldscheindarlehen gelten per Definition als Geschäftskredite für Unternehmer und Kaufleute und haben damit keine Relevanz für die private Kreditvergabe. Für Privatpersonen ist es allerdings möglich, als Kreditgeber bei einem Schuldscheindarlehen aufzutreten.

Was ist bei Schuldscheindarlehen und Anleihe der Unterschied?

In beiden Fällen erhalten diese ihre Finanzierung nicht direkt von einem Kreditinstitut, sondern über verschiedene Geldgeber. Zwischen einem Schuldscheindarlehen und einer Anleihe bestehen allerdings eine Reihe von Unterschieden. So können Anleihen beispielsweise nur von börsennotierten Unternehmen herausgegeben werden. Die Möglichkeit zur Aufnahme von Schuldscheindarlehen besteht hingegen auch für Unternehmen ohne Zugang zur Börse. Während Anleihen als festverzinsliche Wertpapiere normal an den Börsen gehandelt werden können, ist dies für Schuldscheindarlehen nicht möglich. Der große Vorteil von Schuldscheindarlehen gegenüber Anleihen besteht darin, dass die Kosten für die Vermittlung und Darlehensaufnahme oft deutlich geringer ausfallen und auch das Minimum für die Ausgabe von Schuldscheinen deutlich unter dem Emissionsvolumen von Anleihen liegen kann. Damit gelten Schuldscheindarlehen zwar als kostengünstiger und unbürokratischer, setzen allerdings eine deutliche höhere Bonität des Kreditnehmers voraus.

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Welche Vor- und Nachteile bietet ein Schuldscheindarlehen?

Mit der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens sind für Unternehmen und öffentliche Institutionen eine Reihe von Vor- und Nachteilen verbunden, die sich aus der besonderen Form der Finanzierung ergeben. Zu den wichtigsten Pro- und Contra-Argumenten bei Schuldscheindarlehen zählen unter anderem:

Vorteile Nachteile
Möglichkeit zur Fremdfinanzierung im größeren Maßstab auch ohne Börsenzugang hohe Bonität des Kreditnehmers als Voraussetzung für Schuldscheindarlehen
geringe Kosten für Vermittlungsprovision und Besicherung sowie relativ schnelle und einfache Bereitstellung Zinssätze oft über dem Anleihezinssatz, da Schuldscheindarlehen nicht kurzfristig am Kapitalmarkt verkauft werden können.
Ausgabe von Schuldscheinen auch bei vergleichsweise geringen Darlehenssummen möglich feste Bindung an vertraglich vereinbarte Laufzeiten, d. h. keine Möglichkeit zu vorzeitigen Sondertilgungen
hohe Flexibilität bei den Kreditbedingungen
Möglichkeit zur Splittung der Laufzeit des Darlehens in mehrere Tranchen (Schulden müssen nicht auf einen Schlag zurückgezahlt werden)

Die wichtigsten Fragen zum Schuldscheindarlehen

Schuldscheindarlehen stellen für Unternehmen und öffentliche Institutionen eine Finanzierungsalternative zu klassischen Bankkrediten und Anleihen dar. In der Regel handelt es sich um Großkredite, die gegen Schuldscheine von Investoren (u. a. Banken, Versicherungen oder Bausparkassen) vergeben werden.

Nein. Als Geschäftskredite an Unternehmer und Kaufleute setzen Schuldscheindarlehen voraus, dass der Kreditnehmer die Eigenschaften eines Kaufmanns nach § 1 des Handelsgesetzbuches erfüllt.

Sehr häufig handelt es sich bei Schuldscheindarlehen um Kredite mit einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich. Vereinzelt können Emissionssummen auch den Wert von einer Milliarde Euro übersteigen.

Der Hauptunterschied zwischen Schuldscheindarlehen und Anleihen besteht darin, dass Anleihen nur von börsennotierten Unternehmen ausgegeben und frei an den Kapitalmärkten gehandelt werden können. Schuldscheindarlehen ermöglichen hingegen auch Unternehmen ohne Börsennotierung eine zusätzliche Finanzierungsquelle.

Wie muss ein Schuldscheindarlehen in der Bilanz geführt werden?

Die Ausweisung der Schuldscheindarlehen erfolgt beim Kreditnehmer gemäß § 266 Abs. 3 HGB in den passiven Bilanzposten „Sonstige Verbindlichkeiten“ oder „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“, wenn sie zum Beispiel von Banken ausgereicht wurden. Bei den Kapitalgebern werden die Schuldscheindarlehen hingegen auf der Aktivseite der Bilanz innerhalb der Finanzanlagen unter „Sonstige Ausleihungen“ gelistet.