Was Verbraucher über den Schufa-Score wissen sollten

  1. Was ist der Schufa-Score?
  2. Nutzen des Scores
  3. Wie funktioniert Scoring?
  4. Schufa-Score Tabelle
  5. Was sind Branchenscores?
  6. Welche Informationen beeinflussen den Score?
  7. Was ist ein schlechter bzw. guter Score?
  8. Was ist der Schufa-Score?

    Der Score der Schufa gibt einen Wahrscheinlichkeitswert an, der mithilfe des Scoring-Verfahrens ermittelt wird. Durch das Scoring-Verfahren wird eine Prognose zum Zahlverhalten eines Verbrauchers erstellt. Anhand des Wahrscheinlichkeitswertes schätzen Kreditgeber und Vertragspartner der Schufa Holding AG die voraussichtliche Zahlungsfähigkeit und Zahlungszuverlässigkeit ein. Scoring-Verfahren dienen der Standardisierung von Kreditwürdigkeitsprüfungen.

    Wozu der Score der Schufa gut ist

    Welche Bedeutung hat der Schufa-Score? Der Score ist sowohl für Kreditgeber und Unternehmen als auch für Verbraucher von Nutzen. Da der Score die Höhe der Wahrscheinlichkeit angibt, dass ein Kredit termingerecht und angemessen bedient wird, ermöglicht der Score Kreditgebern eine objektive und schnelle Risikoeinschätzung, die z.B. Auswirkungen auf die Vergabe von Krediten, den Abschluss von Versicherungen oder Mobilfunkverträgen hat. Mithilfe des Scores reduzieren Kreditinstitute also das Risiko eins Zahlungsausfalls. Gleichzeitig profitieren Verbraucher insofern von dem Scoring-Verfahren der Schufa, als eine potentielle Verschuldung z.B. durch die Vergabe von zu hohen Kreditsummen verhindert wird.

    Tipp: Verschaffen Sie sich vor der Aufnahme hoher Kreditsummen einen Überblick über Ihren Schufa-Score. Beantragen Sie dafür am besten die kostenlose Schufa-Selbstauskunft.

    Wie funktioniert das Scoring der Schufa?

    Auf welche konkrete Berechnungsgrundlage der Schufa-Score zurückzuführen ist, ist nicht in allen Einzelheiten bekannt. Die Schufa gibt nicht alle Details zum Analyseverfahren und zur Berechnung des Wahrscheinlichkeitswertes preis, um kriminelle Einflussnahmen auf die Wertung zu verhindern.

    Durch ein umfassendes mathematisch-statistisches Verfahren, das mehrfach von unterschiedlichen Universitäten geprüft wurde, wird der Wert zur vergleichenden Bewertung von Verbrauchern ermittelt. Dabei werden alle zu einer Person bei der Schufa gespeicherten Daten herangezogen. Es handelt sich sowohl um positive als auch negative Schufa-Einträge. All diejenigen Informationen, welche von den mehr als 9.000 Vertragspartnern, den Kreditinstituten, Versandhandelshäusern oder Telekommunikationsunternehmen übermittelt werden, finden Berücksichtigung. Entsprechend fungieren z.B. Angaben über die Anzahl und die Art vorhandener Kredite oder etwaige Zahlungsausfälle als Berechnungsgrundlage.

    Durch die gespeicherten Informationen aus der Vergangenheit können dann unter Berücksichtigung des Verhaltens einer Vergleichsgruppe Prognosen zu dem zukünftigen Zahlungsverhalten einer Person erstellt werden. Die Berechnung bezieht sich jeweils auf die aktuell vorhandenen Schufa-Einträge und  stellt somit immer eine Momentaufnahme dar. Da sich die gespeicherten Daten kontinuierlich verändern können, wird der Score alle drei Monate neu berechnet.

    Wie sieht der Schufa-Score bzw. der Basisscore der Schufa aus?

    Der Begriff Schufa-Score wird allgemein verwendet, wenn von den Scores der Schufa gesprochen wird. Nimmt man es etwas genauer, so muss eigentlich zwischen dem Schufa-Basisscore, der in den meisten Fällen gemeint ist, und den branchenspezifischen Scores unterschieden werden.

    Werden bestimmte Vertragsbeziehungen betrachtet, bietet der Basisscore lediglich eine geringe Aussagekraft. Hier werden die Schufa-Branchenscores benötigt, die für die Vertragspartner der Schufa individuell ermittelt werden. Da für unterschiedliche Vertragspartner verschiedene Berechnungsgrundlagen herangezogen werden können die Branchenscores voneinander abweichen.

    Der Schufa-Basisscore ist ein Prozentwert zwischen 0 und 100. Je höher der Schufa-Scorewert ausfällt, desto geringer ist das Risiko eines Zahlungsausfalls und als umso kreditwürdiger wird ein Verbraucher eingeschätzt. Generell gilt es zu wissen, dass ein Wert von 100% praktisch nie erreicht werden kann, da das Scoring der Schufa immer ein Sterberisiko berücksichtigt. Ein Schufa-Score von 99% oder 98% ist folglich ein super Wert – Schufa-Scores bis 97,5% bescheinigen eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit.

    Auch Personen, die einen Schufa-Score bis 95% vorweisen können, haben in der Regel keine Probleme, einen Kredit zu bekommen oder einen Handyvertrag abzuschließen. Ein Basisscore von 95% bedeutet nämlich ein geringes bis überschaubares Risiko, dass es zu einem Ausfall bei Verbindlichkeiten kommen könnte. Anders sieht dies allerdings bei einem Score aus, der sich der  90% Grenze nähert. Bereits hier besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Zahlungsausfall tatsächlich eintreten könnte. In der Basisscore Tabelle der Schufa finden Sie eine Übersicht zum Verhältnis des Schufa-Scorewertes und der Ausfallwahrscheinlichkeit.

    Schufa-Score Tabelle

    Scorewert

    Ausfallwahrscheinlichkeit

    > 97,5%

    Sehr geringes Risiko

    95-97,5%

    Geringes bis überschaubares Risiko

    90-95%

    Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko

    80-90%

    Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko

    50-80%

    Sehr hohes Risiko

    < 50%

    Sehr kritisches Risiko

    Was sind Branchenscores?

    Im Gegensatz zum Schufa-Basisscore der zum Bonitätscheck einer Person berechnet wird, handelt es sich bei den branchenspezifischen Scores um Werte, die die Schufa für unterschiedliche Vertragspartner auf Basis der innerhalb der letzten 12 Monate gespeicherten Daten berechnet. Im Vergleich zum Basisscore werden die Werte je nach Bedarf häufiger oder seltener angepasst und erlauben eine Prognose zu spezifischen Vertragsbeziehungen.

    Die Werte reichen hier von 0 – 10.000 und variieren in Bezug auf die unterschiedlichen Branchen und die erforderlichen Bedürfnisse. In einer umfassenden Tabelle lassen sich aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte für z.B. Banken, Telekommunikationsunternehmen oder Versandhändler wiederfinden. Die Schufa ordnet den Punktzahlen Ratingstufen, die mit Buchstaben von A-P gekennzeichnet werden, und Risikoquoten, die die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls beschreiben, zu.

    Branchenscore für Banken

    Ratingstufe

    Punktzahl

    Risikoquote

    A

    9.863 – 9.999

    0,80%

    B

    9.772 – 9.862

    1,64%

    C

    9.709 – 9.771

    2,47%

    D

    9.623 – 9.708

    3,10%

    E

    9.495 – 9.622

    4,38%

    F

    9.282 – 9.494

    6,21%

    G

    8.774 – 9.281

    9,50%

    H

    8.006 – 8.773

    16,74%

    I

    7.187 – 8.005

    25,97%

    K

    6.391 – 7.186

    32,56%

    L

    4.928 – 6.390

    41,77%

    M

    1 – 4.927

    60,45%

    N (mit offenen Negativmerkmalen)

    4.112 – 9.999

    48,47%

    O (mit offenen Negativmerkmalen)

    1.107 – 4.111

    77,57%

    P (mit offenen Negativmerkmalen)

    1 – 1.106

    96,08%

    Informationen, die keinen Einfluss auf das Scoring-Verfahren der  Schufa haben

    Wenngleich die gespeicherten Daten der Auskunfteien sehr umfassend und vielschichtig sind, gibt es Informationen, die keinen Einfluss auf das Scoring haben. Standardmäßig sind die Schufa-Scores frei von subjektiven und möglicherweise diskriminierenden Angaben. Gemeint sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Vermerke über die Herkunft, das Vermögen oder die Religion eines Verbrauchers.

    Zudem versichert die Schufa, kein Social-Scoring vorzunehmen. Folglich werden zur Berechnung des Schufa-Scores keine Informationen aus den sozialen Netzwerken herangezogen. Ähnlich verhält es sich bei der Verwendung von Geodaten. Nach Angaben der Schufa wird in 99,7% der Scoreberechnungen kein Geo-Scoring durchgeführt. Hiervon macht die Auskunftei lediglich in Ausnahmen Gebrauch, wenn keine Informationen zu einer angefragten Person vorliegen. Demnach spielt die Wohngegend eines Verbrauchers nur in den seltensten Fällen eine Rolle beim Scoreverfahren.

    Was verschlechtert den Score?

    Da sich der Score der Schufa aus den über eine Person gespeicherten Daten berechnet, beeinflussen die jeweiligen Schufa-Einträge den Wert. Vor allem negative Schufa-Einträge, besonders solche, die gerichtlich tituliert sind, wirken sich negativ auf die Höhe des Basisscores der Schufa und der branchenspezifischen Scores aus.

    Was ist ein guter Schufa-Score?

    Die Frage was ein guter Schufa-Basisscore ist und wie hoch dieser sein muss, damit eine Bank einen Kredit gewährt, damit ein Leasingvertrag zustande kommen kann oder eine Baufinanzierung abgeschlossen werden kann, lässt sich pauschal nicht beantworten.

    Generell gilt, dass Verbraucher auf vertragsgemäßes Verhalten achten sollten. Je höher der Schufa-Wert, desto positiver werden Verbraucher von Kreditgerbern und Unternehmen wahrgenommen. Sollte der Basisscore unter 90% sinken, ist es ratsam Maßnahmen zu Verbesserung zu ergreifen. Für Kreditgeber oder Unternehmen erscheint das Zahlungsausfallrisiko in den meisten Fällen sonst zu groß.

    Welche alternativen Scoring-Verfahren gibt es noch?

    Zusätzlich zur Schufa nutzen auch andere Auskunfteien Scoring-Verfahren, um Verbraucher hinsichtlich der Kreditwürdigkeit möglichst objektiv bewerten zu können. Score Kompass oder Arvato Infoscore sind nur zwei von vielen Beispielen. Aufgrund der nicht vollständig veröffentlichten Vorgehensweise beim Scoring sowie unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Anbieter geringfügig.