Kontoüberziehung & Zinsen für Dispokredite

Hier finden Sie aktuelle & repräsentative Daten wie viele Personen ihr Konto überziehen und wie sich die Dispozinsen, der EZB-Leitzins und der 3-Monats-Euribor entwickeln.

Umfrage: So viele Menschen überziehen ihr Konto

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey befragt im Auftrag von smava mittels einer Online-Befragung fortlaufend mehr als 2.500 Personen ab 18 Jahren in Deutschland zum aktuellen Stand ihres Girokontos. Das folgende interaktive Schaubild zeigt die Umfrageergebnisse für die angegebenen Zeiträume aufgeschlüsselt in 3 Gruppen:

Konto im Plus:

So viele Personen ab 18 Jahren in Deutschland haben ein Guthaben auf ihrem Girokonto.

Konto im Minus:

So viele Personen ab 18 Jahren in Deutschland überziehen ihr Girokonto im Rahmen eines Dispokredits und/oder einer geduldeten Überziehung.

Durch einen Klick auf die Schaltfläche „Gruppieren“ sehen Sie, wie stark das Girokonto überzogen wird.

Weiß nicht:

So viele Personen ab 18 Jahren in Deutschland kennen den Stand ihres Girokontos nicht. Sie wissen also nicht, ob sich ihr Girokonto im Plus oder Minus befindet.

Die Befragung wird von Civey so durchgeführt, dass die Ergebnisse repräsentativ für Personen in Deutschland ab 18 Jahren unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers sind (siehe untenstehende Grafik).

Girokontostand 08-2023 im Vergleich zu 07-2023 und 08-2022

Konto im Plus

Im August 2023 waren im Schnitt 78,7% der Personen ab 18 Jahren in Deutschland im Kontoplus. Das sind 0,3% mehr als im Juli 2023 und 10,1% mehr als im August 2022.

Konto im Minus

Im August 2023 waren im Schnitt 9,1% der Personen ab 18 Jahren in Deutschland im Kontominus. Das sind 28,2% mehr als im Juli 2023 und 28,2% mehr als im August 2022.

Wenn Sie im oben gezeigten Schaubild die Gruppierung durch einen Klick auf „Gruppieren“ ausschalten, dann sehen Sie, wie stark das Girokonto überzogen wird.

Weiß nicht

Im August 2023 kannten im Schnitt 12,2% der Personen ab 18 Jahren in Deutschland den Stand ihres Girokontos nicht. Das sind 15,3% weniger als im Juli 2023 und 43,0% weniger als im August 2022.

Quelle: Diese Daten basieren auf der oben dargestellten von Civey im Auftrag von smava durchgeführten Umfrage. Dafür wurden fortlaufend mehr als 2.500 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers beim Gesamtergebnis (siehe Grafik oben).

Weitere repräsentative Umfrageergebnisse zum Kontostand aufgeschlüsselt nach

Alter

Geschlecht

Fallls sich kein E-Mail-Formular öffnet, schicken Sie bitte eine E-Mail an anfragen.presse@smava.de mit dem Betreff „Anfrage Detailergebnisse Kontoüberziehung“.

Konto im Minus: Dispokredit versus geduldete Überziehung

Ob ein Girokonto überzogen werden kann, entscheidet das jeweilige Kreditinstitut. Kreditinstitute unterscheiden zwei Arten der Kontoüberziehung:

Dispokredit: Kreditinstitute stimmen einer Überziehung bis zu einer im Voraus vereinbarten Höhe zu.

Geduldete Überziehung: Von geduldeter Überziehung spricht man in 2 Fällen. Im ersten Fall gestattet ein Kreditinstitut eine Kontoüberziehung, obwohl es keine vorherige Vereinbarung (Dispokredit) gibt. Im zweiten Fall wird die vereinbarte Höhe des Dispokredits überschritten. Das Kreditinstitut gestattet es also, weiter ins Minus zu gehen, als ursprünglich vereinbart.

Kosten der Kontoüberziehung: Zinsen für Dispo & geduldete Überziehung

Die Kontoüberziehung kostet in der Regel Geld. Es werden Dispozinsen und/oder Zinsen für die geduldete Überziehung fällig.

Die Höhe der Dispozinsen orientiert sich, je nach Kreditinstitut, üblicherweise am Hauptrefinanzierungszins (kurz: Leitzins) der Europäischen Zentralbank (EZB) oder am 3-Monats-Euribor.

Steigt der EZB-Leitzins und/oder der 3-Monats-Euribor, steigen üblicherweise zeitversetzt auch die Zinsen für Dispokredite.

Die Zinsen für die geduldete Überziehung sind in der Regel höher als die Dispozinsen. Steigt der Dispozins, steigt in der Regel auch der Zins für die geduldete Überziehung.

Konto überziehen . so viel kostet es: Zinsentwicklung: Dispozins, Hauptrefinanzierungszins & 3-Monats-Euribor

Hinweis zur Darstellung: Es handelt sich um Durchschnittswerte für die angegebenen Zeiträume. Die Daten werden von den Primärquellen (EZB / Deutsche Bundesbank & Stiftung Warentest) mit unterschiedlicher Häufigkeit/Frequenz erhoben und veröffentlicht. Die Daten zum Hauptrefinanzierungszins und 3-Monats-Euribor werden monatlich erhoben und veröffentlicht. Die Daten zum Dispozins werden in der Regel einmal jährlich erhoben und veröffentlicht. Der verwendete Datenstand ist in der Legende genannt.

Hauptrefinanzierungszins

Quelle: EZB / Deutsche Bundesbank

3-Monats-Euribor

Quelle: EZB / Deutsche Bundesbank

Dispozins

Quelle: Stiftung Warentest

Die Kontoüberziehung kostet im Schnitt rund 11 Prozent Zinsen. Sie ist also sehr teuer. Deshalb empfiehlt es sich, das Konto schnell auszugleichen oder auf einen deutlich günstigeren Ratenkredit umzuschulden, denn die ohnehin teure Kontoüberziehung wird mit jeder Leitzinserhöhung eher teurer als günstiger.

Alexander Artopé

CEO & Mitgründer, smava

Dispokredit Beispielrechnung

Kreditbetrag: 2.500€
Zinsen: 11%
Laufzeit: 1 Jahr
Zinskosten: 278,82€

Ratenkredit Beispielrechnung

Kreditbetrag: 2.500€
Zinsen: 8%
Laufzeit: 1 Jahr
Zinskosten: 217,15€

Hinweise zur Kontoüberziehung

  • Die Kontoüberziehung ist üblicherweise teurer als andere Arten, sich Geld zu leihen.
    Der Dispozins liegt im Schnitt laut Stiftung Warentest bei rund 11 Prozent (Stand: 06/2023). Die geduldete Überziehung ist in der Regel noch teurer. Der Zins für neu vergebene Ratenkredite liegt laut Bundesbank im Bundesdurchschnitt bei rund 8 Prozent (Stand: 08/2023).
  • Kontoüberziehung erfordert viel Selbstdisziplin bei der Rückzahlung
    Wer sein Konto überzieht, muss selbst dafür sorgen, es wieder auszugleichen. Einen geregelten Rückzahlungsplan wie bei anderen Krediten gibt es nicht.
  • Kosten sind schwer kalkulierbar
    Die Zinsen für die Kontoüberziehung sind in der Regel variabel. Sie können fallen, aber auch steigen.

Pressemitteilungen zum Thema

13.09.2023

Rund jede*r Zweite ist 2023 verreist, zum Teil auf Pump – im August waren mehr Menschen im Kontominus als im Vormonat und -jahr

  • 2022 haben 59,1% der Volljährigen in Deutschland mindestens eine Urlaubsreise unternommen, 40,3% sind nicht verreist und 0,6% wissen es nicht (mehr) (1)
  • 2023 sind 53,9% bereits verreist, 9% werden noch verreisen, 35,8% verreisen nicht, 1,3% wissen es nicht (1)
  • 6% der 2023 bereits Verreisten haben für die Reise(n) ihr Konto überzogen*, 1,2% wissen nicht, ob sie ihr Konto überzogen haben (1)
  • Unabhängig davon, ob verreist wurde oder nicht, waren im August 2023 im Schniit 28,2% mehr Menschen in Deutschland im Kontominus als im Juli 2023 und im August 2022 (2)

EZB-Leitzinserhöhung: Nicht jede Bank wird Kreditzinsen erhöhen

15.06.2023