8. Juni 2022

Zinswende: Auch Dispo könnte durch EZB-Leitzins-Erhöhung teurer werden – 6 Mio. Deutsche betroffen

  • EZB könnte Leitzins im Juli zum ersten Mal seit März 2016 auf über 0 % anheben.
  • Steigt der Leitzins, könnte der Dispozins im Schnitt von derzeit 9,43 % auf 10 % und mehr steigen.
  • 6 Millionen Deutsche sind durchschnittlich im Dispo.
  • Jede*r dritte Disponutzer*in (34,9 %) ist mit mehr als 2.000 Euro im Kontominus.

Erhöht die EZB im Juli den Leitzins, könnten in der Folge die ohnehin schon teuren Dispokredite noch teurer werden. Davon wären im Schnitt 6 Millionen Deutsche (8,7 %) betroffen. (1) „Aktuell verlangen Banken im Schnitt 9,43 Prozent Dispozinsen. (2) Würde der Leitzins auf 0,25 Prozent oder später sogar auf 0,5 Prozent erhöht, könnte der Dispozins auf im Schnitt rund 11 Prozent steigen. So viel kosteten Dispokredite, als der Leitzins das letzte Mal bei 0,25 bis 0,5 Prozent lag. (3) Verbraucherschützer*innen prangern die hohen Dispozinsen seit Jahren an. Der Bundestag diskutierte 2014 über eine Deckelung der Dispozinsen. (4) Passiert ist bis heute nichts. Wer sich vor hohen Dispozinsen schützen will, muss selbst aktiv werden und sich eine günstigere Alternative wie einen Ratenkredit suchen“, sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditportals smava.

Dispozinsen üblicherweise abhängig vom EZB-Leitzins oder 3-Monats-Euribor

Die Höhe der Dispozinsen orientiert sich, je nach Bank, üblicherweise am EZB-Leitzins oder am sogenannten 3-Monats-Euribor. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Dieser entwickelte sich in der Vergangenheit ähnlich wie der EZB-Leitzins. (5) (6) Für Juli 2022 hat das Gremium der EZB eine Erhöhung des Leitzinses in Aussicht gestellt. (7)
Wird der Leitzins erhöht, könnten folglich bei den Banken, die ihre Dispozinsen am Leitzins ausrichten, auch die Dispozinsen steigen. Gleiches gilt für die Banken, die ihre Dispozinsen am 3-Monats-Euribor ausrichten, da sich der 3-Monats-Euribor in der Vergangenheit ähnlich wie der Leitzins verhielt. Wer diese drohende Dispozinserhöhung umgehen möchte, muss handeln und eine günstigere Alternative zum Dispokredit nutzen.

Steigt der EZB-Leitzins, könnte auch der Dispozins steigen.

Dispo-Alternative gibts im Schnitt für unter 4 Prozent Zinsen

„Sobald sich abzeichnet, dass ich mein Konto nicht innerhalb von 2, vielleicht 3 Monaten ausgleichen kann, sollte ich realistisch sein und zu einer günstigeren Alternative wechseln. Das kann zum Beispiel ein Ratenkredit sein“, rät Alexander Artopé. Ein Ratenkredit kostet im Bundesdurchschnitt rund 5,5 Prozent Zinsen. (8) Er ist damit rund 42 Prozent günstiger als der Dispo. Über ein Kreditportal wie smava sind Ratenkredite sogar nochmal deutlich günstiger. Hier liegen die Zinsen für Ratenkredite im Schnitt deutlich unter 4 Prozent. (9) Zudem sind die Zinsen beim Ratenkredit für die vereinbarte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Egal, wie sich der EZB-Leitzins und der 3-Monats-Euribor verändern, Ratenkreditnehmer*innen zahlen ihre Schulden zum vereinbarten Zinssatz zurück.

6 Millionen Deutsche sind durchschnittlich im Dispo

Im Schnitt befinden sich 8,7 Prozent der Deutschen (6 Millionen) im Kontominus. (1) Dafür zahlen sie hohe Zinsen. Die Kontoüberziehung ist eine der teuersten Arten sich Geld zu leihen. Das Konto sollte daher nur für kurze Zeit überzogen werden. 74,8 Prozent der Disponutzer*innen machen das und gleichen ihr Konto innerhalb von bis zu 3 Monaten aus. Ein Viertel der Disponutzer*innen (25,2 %) braucht jedoch deutlich länger, teilweise bis zu einem Jahr und mehr. Bis das Konto ausgeglichen ist, zahlen sie aktuell im Schnitt 9,43 Prozent Zinsen. Das ist unnötig viel Geld, das sich leicht, zum Beispiel durch den Wechsel vom Dispo- zum Ratenkredit, sparen lässt.

Im Schnitt wären 6 Mio. Disponutzer*innen in Deutschland von höheren Dispozinsen betroffen.

 

Ein Viertel der Disponutzer*innen (25,2 %) braucht mehr als 3 Monate, um das Konto auszugleichen.

 

Gut ein Drittel der Disponutzer*innen (34,9 %) ist mit über 2.000 Euro im Minus.

Datenquellen

(1) smava GmbH: Die verwendeten Daten stammen aus einer Befragung für die die Civey GmbH im Auftrag der smava GmbH über 2.500 Personen ab 18 Jahre befragt hat. (Stand: 15.05.2022) Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren. Hochrechnungen wurden auf Basis der Statistik „Fortschreibung des Bevölkerungsstandes“ des statistischen Bundesamtes zum Stichtag 31.12.2020 erstellt.

(2) Finanztest: Dispozinsen – alle Banken im Test (zuletzt abgerufen am: 30.05.2022)

(3) Finanztest: Abzocke mit Dispozinsen (Ausgabe 9/2013)

(4) Deutscher Bundestag: Linke und Grüne wollen Dispozinssätze senken (Sitzung vom 10. 10.2014)

(5) Bundesbank: Zinssatz der EZB für Hauptrefinanzierungsgeschäfte / Stand am Monatsende (zuletzt abgerufen am: 20.05.2022)

(6) Bundesbank: Geldmarktsätze / EURIBOR Dreimonatsgeld / Monatsdurchschnitt (zuletzt abgerufen am 20.05.2022)

(7) Tagesschau: Europäische Zinswende im Sommer? (Stand: 04.05.2022)

(8) Deutsche Bundesbank: MFI Zinsstatistik; Zinssätze und Volumina für das Neugeschäft der deutschen Banken / Konsumentenkredite an private Haushalte für April 2021 bis März 2022 (zuletzt abgerufen am: 17.05.2022)

(9) smava GmbH: alle über das Kreditportal smava.de in 2022 abgeschlossenen und von Banken ausgezahlten Ratenkredite (Stand: Mai 2022)

Zinswende: Steigt der Leitzins, könnte der Dispozins im Schnitt von derzeit 9,43 % auf 10 % und mehr steigen. 6 Mio. Deutsche wären betroffen.

Pressekontakt

+49(0)30 617480012
anfragen.presse@smava.de

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Alexander Artopé | Gründer & Chief Executive Officer (CEO)

Sebastian Bielski | Chief Financial Officer (CFO)

Hannes Schrödter | Chief Product Officer (CPO)

David Vangeison | Chief Marketing Officer (CMO)