6 Tipps für staatliche Förderung: Weiterbildung günstig finanzieren

Wer im Beruf vorankommen will, muss investieren. Eine Weiterbildung kostet schnell mal ein paar tausend Euro, die allerdings nicht immer vollständig aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Fortbildung selbst über einen längeren Zeitraum zu finanzieren – entweder anteilig oder sogar vollständig. Dabei muss nicht immer auf einen privaten Kredit bzw. Kleinkredit für Weiterbildung zurückgegriffen werden.

Die 6 wichtigsten Modelle für Weiterbildungsförderung im Überblick

Geförderte Weiterbildung vom Arbeitgeber

Der einfachste Weg ist der über den eigenen Arbeitgeber – wenn dieser denn mitspielt, schließlich muss sich die Schulung eines einzelnen Mitarbeiters für das Unternehmen auch lohnen. Geht es zum Beispiel um eine Zertifizierung, also eine nachweisliche, geprüfte Fachkenntnisse einer bestimmten Software oder eines bestimmten Arbeitsvorgangs, kann sich eine individuelle Mitarbeiterschulung für den Arbeitgeber durchaus auszahlen. Die Kosten für die Weiterbildung übernimmt der Chef in diesem Fall gerne, denn das Unternehmen profitiert dabei nicht nur von der erweiterten fachlichen Expertise, mit deren Hilfe zum Beispiel Arbeitsabläufe optimiert und somit Kosten gesenkt werden können, sondern auch vom erweiterten Angebot für die Kunden.

Wer ein anerkanntes – und idealerweise sogar weitläufig bekanntes – Zertifikat auf seiner Website präsentieren kann, hat zudem ein echtes Plus bei der Außendarstellung. In einigen Fällen suchen Auftraggeber sogar gezielt nach solchen Zertifikaten, wie zum Beispiel bei den recht aufwändigen SAP-Systemen.

Öffentliche Förderung: Weiterbildung mit Bildungsprämie

Die vom Staat angebotene Bildungsprämie richtet sich an Selbstständige und Arbeitnehmer, die wöchentlich mindestens 15 Stunden arbeiten und eine Weiterbildung nicht vollständig mit einem privaten Darlehen finanzieren möchten oder können. Bei der Bildungsprämie zahlt der Staat bis zu 50 Prozent der Weiterbildungskosten. Der Rest kann entweder vom Arbeitgeber oder mit einer privaten Finanzierung übernommen werden.

Aufstiegsstipendium als geförderte Weiterbildung

Direkt nach der Ausbildung ist der Wissensdurst nicht immer gestillt. Mit dem Aufstiegsstipendium bekommen Berufseinsteiger die Möglichkeit, im Anschluss an die Ausbildung ein Studium zu beginnen. Im Gegensatz zum Bafög muss beim Aufstiegsstipendium kein Cent zurückgezahlt werden.

Bei einem Vollzeitstudium werden bis zu 670 Euro pro Monat vergeben, zuzüglich 80 Euro Büchergeld. Bei einem berufsbegleitenden Studium sind es immerhin noch 2000 Euro pro Jahr. Vergeben wird das Stipendium von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), die vom Bundesministerium für Bildung ins Leben gerufen wurde.

Weiterbildungsstipendium anstelle von Kredit für Weiterbildung

Wer bereits im Beruf Fuß gefasst hat, kann mit dem Weiterbildungsstipendium bis zu 6000 Euro für eine entsprechende Weiterbildung erhalten. Bedingung ist allerdings, dass mindestens 10 Prozent der gesamten Kosten für die Weiterbildung selbst finanziert werden, zum Beispiel mit einem Ratenkredit. Auch hier muss das Geld des Stipendiums nicht zurückgezahlt werden. Ansprechpartner ist ebenfalls die SBB.

Kostenloser Bildungsgutschein der Arbeitsagentur

Arbeitslose können sich von der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein ausstellen lassen, mit dem die Kosten für die Weiterbildung vollständig übernommen werden. Der Gutschein wird allerdings nur dann gewährt, wenn die Agentur die Maßnahme auch für sinnvoll erachtet. In erster Linie geht es hier um die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Eine Weiterbildungsförderung nach Lust und Laune, ohne engen Bezug zur Jobsuche, ist hier also nicht möglich.

Kredit für Weiterbildung
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WeGebAU für ältere Arbeitnehmer und Geringqualifizierte

Ältere Arbeitnehmer und Geringqualifizierte haben es auf dem Arbeitsmarkt oft schwer. Deswegen hat die Bundesagentur für Arbeit die Initiative WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) auf den Weg gebracht, die Personen beider Zielgruppen zu einer Weiterbildungsförderung verhilft – und zwar wie beim Bildungsgutschein mit einer Kostenübernahme von 100 Prozent.

Das Angebot richtet sich an Geringqualifizierte, die seit mindestens vier Jahren nicht mehr in ihrem ursprünglichen Beruf gearbeitet haben, sowie an alle Arbeitnehmer, die in Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten tätig sind. Wie auch beim Bildungsgutschein ist auch hier die Arbeitsagentur der Ansprechpartner.

Wechselnde Förderprogramme der Länder

Wer bei keinem der genannten Finanzierungsprogramme fündig geworden ist, sollte immer wieder mal bei den unterschiedlichen Programmen für Förderung: Weiterbildung der Bundesländer vorbeischauen. Die Programme sind in der Regel zeitlich begrenzt und werden nach Ablauf von neuen Programmen abgelöst, so dass sich das Angebot immer wieder ändert. Informationen gibt es zum Beispiel auf den Websites der jeweiligen Bundesländer.

Gut geplante Förderung: Weiterbildung kann ganz einfach sein

Der nächste Karriereschritt muss nicht zwangsläufig zulasten des eigenen Geldbeutels gehen – selbst dann nicht, wenn man für keine der Weiterbildungsförderung infrage kommt. Wer’s genau wissen will, ermittelt den passenden Kredit für Weiterbildung zum Beispiel mit dem smava-Finanzierungsrechner.

smava Tipps

Wer bei der Weiterbildung einen eigenen finanziellen Anteil leistet, kann diesen beim Finanzamt steuerlich geltend machen. Dieses gilt sowohl für die einzelnen Kostenpunkte der Weiterbildung (Anfahrt, Unterkunft, Lehrmittel etc.) als auch für einen möglichen privaten Kredit.