Wer zahlt die Kreditschulden nach der Scheidung?

Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Für Ehepaare mit einem laufenden Kredit stellt sich dann häufig die Frage, wer für die Kreditschulden nach der Scheidung weiter aufkommen muss.

Verliebt, verlobt, verheiratet und dann? Eine Studie des statistischen Bundesamtes vom vergangenen Jahr belegt, dass voraussichtlich 37% aller 2012 geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre wieder geschieden werden. Scheidungen stellen aber für viele nicht nur eine große emotionale Belastung dar, sondern haben immer auch eine Veränderung der Finanzsituation bei beiden Partnern zur Folge. Bei Trennungen spielt das Thema Geld häufig eine entscheidende Rolle.

Der Kreditvertrag bestimmt den Schuldner

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Wenn Schulden aus der gemeinsamen Zeit vorhanden sind – wie zum Beispiel der Kredit für das Eigenheim – dann möchte keiner der Eheleute allein auf den Verbindlichkeiten sitzen bleiben. Allerdings geht aus dem Kreditvertrag deutlich hervor, wer für die Kreditschulden nach der Scheidung aufkommen muss. Die Scheidung hat keinerlei Auswirkungen auf die vertraglichen Regelungen. Das bedeutet derjenige, der den Kreditvertrag unterschrieben hat, muss auch weiter die monatliche Tilgungsrate zahlen.

Gemeinsame Haftung für Kreditschulden nach der Scheidung

In dem Fall, dass beide Eheleute den Vertrag unterschrieben haben, müssen auch beide den Kredit abzahlen. Im Falle eines Immobilienkredites bleibt auch derjenige Ehegatte, der auszieht, im so genannten Außenverhältnis weiterhin Schuldner der Bank. In diesem Fall haftet jeder der Eheleute nach außen für den vollen Betrag und die Bank kann dann entscheiden, wen sie in Anspruch nimmt. Für das Innenverhältnis, also dem Verhältnis der Ehegatten untereinander, gilt jedoch im Regelfall eine Aufteilung der Schulden auf die beiden Partner zu jeweils gleichen Teilen. Davon gibt es auch wiederum Ausnahmen, z.B. wenn die Vorteile aus dem Schuldverhältnis nur für einen Partner allein zum Tragen kommen.