Altersvorsorge: Alternativen zur Lebensversicherung

In Zeiten niedriger Zinsen sollten Sparer flexibel bleiben. Besonders wenn sie für das Alter vorsorgen wollen, setzen sie am besten auf unterschiedliche Sparprodukte, denn so streuen sie das Risiko und können besser reagieren, wenn die Zinsen steigen.

Zur Lebensversicherung gibt es mehrere Alternativen. - Foto: fotolia.com

Zur Lebensversicherung gibt es mehrere Alternativen. – Foto: fotolia.com

Bei einer Kapitallebensversicherung ist das Geld über viele Jahre gebunden. Oft halten Kunden die Verträge aber nicht bis zum Ende der Laufzeit durch. In der Regel ist das ein schlechtes Geschäft, denn dann drohen Verluste. Hinzu kommt: Nach Plänen des Bundesfinanzministeriums müssen Versicherungsunternehmen ihren Kunden künftig keine Garantiezinsen mehr zu sichern.

Lohnt sich dann ein Neuabschluss? „In der Regel lohnt sich das für die Altersvorsorge nicht“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn hier werden Vorsorge und Absicherung miteinander verbunden. Einzelne Verträge bieten Kunden in der Regel mehr Flexibilität.

„Sparen und Absichern trennen“

Foto: fotolia.com

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„Sparen und Absicherung sollten voneinander getrennt werden“, sagt Oelmann. Denn dann können Verbraucher flexibel auf steigende Zinsen am Markt oder Veränderungen der Lebenssituation reagieren. „Wer seine Familie vor finanziellen Risiken absichern will, wenn der Hauptverdiener beispielsweise verstirbt, ist mit einer Risikolebensversicherung gut beraten“, sagt Oelmann. Auch für das Sparen gibt es Alternativen zur Kapitallebensversicherung, passend zur individuellen Risikoneigung und dem möglichen Ansparzeitraum:

  • Banksparplan und Festgeldanlagen: Wer kein Risiko eingehen will, kann sein Geld klassisch anlegen. „Derzeit sind die Zinssätze für Festgeldanlagen und Banksparpläne allerdings wegen der Niedrigzinsphase sehr niedrig“, sagt die Verbraucherschützerin.
  • Bausparplan: Wer später ein Haus bauen will, um im Alter mietfrei zu wohnen, kann dieses Produkt wählen. „Es lohnt sich aber nicht immer, da hohe Abschlussgebühren und jährliche Kontoführungsgebühren anfallen“, sagt Oelmann. Generell gilt für das Sparen: Kostenfaktoren zu vermeiden.
  • Aktien: Hier sind die Renditechancen am größten. „Um das Risiko zu reduzieren, sollten Anleger breit streuen und auf weltweite Aktien-Fonds setzen“, rät die Verbraucherschützerin. Sie empfiehlt ETFs, also passiv gemanagte Fonds, die einen Index nachbilden. Denn sie verursachen weniger Kosten. Da Fonds Schwankungen unterliegen können, eignen sie sich meist für Verbraucher mit Geduld und guten Nerven.

Generell gilt: Risiken können Anleger ausgleichen, indem sie ihr Geld in unterschiedliche Sparprodukte investieren. „Bevor Verbraucher sparen, sollten sie jedoch erst ihre Schulden tilgen“, rät Oelmann. Denn die zu zahlenden Kreditzinsen sind fast immer höher als die Zinsen, die Kunden aus Sparanlagen erhalten.

(dpa)