FAZ berichtet: Woher nimmt die Bank das Geld?

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist am Sonntag ein interessanter Artikel erschienen, der darüber berichtet, woher Banken Geld für die Kreditvergabe nehmen. Dargestellt wird unter anderem die Ansicht der bankenkritischen Bewegung Occupy: Sie ist der Meinung, dass Banken das Geld aus Nichts „schaffen“.

Im Strafgesetzbuch ist festgelegt, wer Geld drucken darf. Laut § 146 ist dazu nur die Europäische Zentralbank berechtigt. Aber auch Banken schaffen Geld. Allerdings in einer anderen Form. Der größte Teil des Geldes einer Bank besteht aus elektronischen Geld. In Europa beträgt die Gesamtgeldmenge 4,8 Billionen Euro. Davon sind 858 Milliarden Bargeld und der Rest existiert auf Konten, als sogenannte Sichteinlagen. Genau dieses Geld wird überwiegend von Banken geschaffen: Wenn ein Kunde einen Kredit aufnimmt und Geld auf sein Konto überwiesen wird, entsteht Buchgeld. Der Kunde kann das Geld weiterverwenden, an andere überweisen, mit seiner EC-Karte Waren bezahlen oder am Automaten Bargeld abholen. Somit ist es eigentlich nur ein technischer Fortschritt gegenüber dem Bargeld.

FAZQuelle: FAZ

Banken sind zwar dazu gezwungen für den vergebenen Kredit Geld bei der Zentralbank zu hinterlegen. Diese Mindestreserve ist jedoch viel kleiner als die Kreditsumme und beträgt mittlerweile nur noch ein Prozent. Doch auch dieses Geld müssen Banken nicht durch Spareinlagen ihrer Kunden finanzieren. Sie können bei der EZB einen Kredit aufnehmen und dafür Sicherheiten hinterlegen. Dieses Geld gelangt dann wieder in Form von Einlagen zu einer Bank und diese kann dann ebenfalls wieder Kredite vergeben. Diesen Kreislauf nennen Ökonomen auch multiple Geldschöpfung.

Die EZB übernimmt hier die Aufgabe der Überwachung. Sie kontrolliert die Prozesse, indem sie den Satz der Mindestreserve und den Zins beeinflusst. Die Höhe des von Banken geschaffenen Geldes ist nicht von diesen beiden Faktoren abhängig, sondern davon, wie viele Kredite sie vergeben. Zur Zeit vergibt die Zentralbank billige Kredite an Banken, aber diese halten sich mit der Geldschöpfung zurück, da die Unsicherheit sehr groß ist. Somit sind es aber tatsächlich die Banken, die über das Wachstum der Geldmenge entscheiden. Aber auch die Privatleute und Unternehmen, da sie die Kreditnachfrage bestimmen.

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