Die Werbetricks der Banken – Anlegerfallen

Auch wenn viele Banken sehr seriöse Angebote haben und üblicherweise faire Konditionen bieten, so gibt es doch einige schwarze Schafe, die mit so genannten „Lockvogelangeboten“ auf Kundenfang gehen.

Hierbei handelt es sich meist um aufmerksamkeitswirksame Werbung mit Sonderkonditionen, in denen dann für den Kunden so einige Überraschungen versteckt sind. Ein neues Buch von Udo Kessler, „Die Masche mit den Sternchen – Bankangebote unter der Lupe“ beschäftigt sich nur mit diesen Tricks und Abzockereien. smava hat sich einmal für Sie schlau gemacht und stellt Ihnen hier ein paar Punkte vor, auf die sie als Anleger achten sollten, bevor Sie das augenscheinlich so attraktive Angebot annehmen.

1.Spitzenkonditionen nur für Neukunden: Viele beworbene Superzinsen gibt es nur einmalig für Neukunden. Beim nächsten Angebot kann man dann als Bestandskunde nicht mehr teilnehmen und muss sich mit dem Standardzinssatz „begnügen“. Achten Sie also darauf, dass ihr Bankhaus, sowohl Neu- als auch Bestandskunden die gleichen Konditionen anbietet.

2.Superzinsen nur bis zum Maximalbetrag: Sie sollten immer das Kleingedruckte im Angebot lesen, um herauszufinden, ob der angepriesene Zinssatz nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme angeboten wird. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie zwar zu 4% anlegen dürfen – aber eben nur bis maximal 30.000€. Jeder weitere Euro bringt Ihnen dann bspw. nur noch 0,5%! Informieren Sie sich also umfassend, ob es ein Limit gibt und legen Sie dann maximal bis zu dieser Summe an.

3.Teure Kombiprodukte: Viele Banken offerieren Ihnen eine Kombination aus Tagesgeld und Investmentfonds. Hierbei bekommen Sie oftmals großartige Zinsen auf die kurzfristige Zinsanlage, müssen allerdings auch Maximalpreise für den Ausgabeaufschlag des Fonds bezahlen. Die „geschenkten“ Zinsen holt sich die Bank also umgehend über ein anderes, überteuertes Produkt zurück – und zwar so, dass Kunden oftmals mit Verlust aus dem Geschäft hervorgehen. Tipp: Kaufen Sie Ihren Fonds bei einer Direktbank oder einem speziellen Fondsanbieter: Dort kriegen Sie so gute Rabatte, dass sie auch mit einem kleineren Zinssatz beim Tagesgeld leben können.

4.Hauseigene Zinspapiere: Ihr Bankberater mag Sie schon seit Jahren kennen und immer freundlich zu Ihnen sein – das beste Angebot macht er Ihnen deswegen nicht unbedingt. Denn oftmals haben Banker die Vorgabe vor allem hausinterne Papiere zu verkaufen, selbst wenn diese im Vergleich zur Konkurrenz weniger attraktiv sind. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Rechnen Sie im Zweifel das Angebot noch einmal daheim in Ruhe nach und informieren Sie sich umfassend über die Konkurrenz. Das ist auch als Verhandlungsgrundlage beim nächsten Beratungsgespräch gut.

5.Hohe Zinsen, bei hoher Sicherheit: Sollte Ihnen jemand etwas mit diesem Spruch verkaufen wollen, sollten Sie mehr als nur skeptisch sein. Denn das gibt es meist nur in der Werbung. Der Markt lebt vom Trade-Off zwischen Risiko und Rendite. Finden Sie für sich den richtigen Einsatz zwischen beiden Faktoren.

6.Die Depotgebühr frisst Ihre Zinsen: Manchmal sind die erzielten Zinsen niedriger als die Kosten, die Sie für die Haltung ihrer Wertpapiere zahlen müssen. Dies kann selbst dann eintreten, wenn die in der Werbung so gelobte Inhaberschuldverschreibung gut verzinst ist und man die Mindestanlagesumme beachtet. Deshalb achten Sie Sie darauf, dass Sie nicht zu viele unterschiedliche Depots eröffnen, sondern sammeln Sie ihre Wertpapiere bei einer Bank. Dies ist oftmals günstiger, als sich überall die Rendite durch Mindestverwahrungsgebühren auffressen zu lassen.

Wir hoffen, Ihnen hiermit ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

Beste grüße,

Katharina Rozycka

Manager Online-Marketing, smava.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *