Aktualisiert am 12.06.2026

Zweidrittelzins

 
✓ Seit 2010 ist die Angabe des Zweidrittelzinses gesetzlich vorgeschrieben, heute geregelt in § 17 Abs. 4 der Preisangabenverordnung (PAngV).
✓ Der Zweidrittelzins ist immer ein effektiver Jahreszins und bezeichnet den Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer aufgrund der jeweiligen Werbung auch tatsächlich erhalten.
✓ Banken und Kreditvermittler müssen den Zweidrittelzins überall dort angeben, wo sie mit konkreten Zinssätzen oder Kostenangaben für einen Ratenkredit werben.
✓ Beim Kreditvergleich ist der Zweidrittelzins aussagekräftiger als der beworbene Bestzins, da er die Bandbreite der tatsächlich vergebenen Zinssätze realistischer widerspiegelt.

Definition


Der Zweidrittelzins, auch 2/3-Zins oder Zwei-Drittel-Beispiel genannt, ist ein gesetzlich vorgeschriebener repräsentativer Effektivzinssatz, den Banken und Kreditvermittler in der Werbung für bonitätsabhängig verzinste Kredite angeben müssen. Er muss so gewählt sein, dass mindestens zwei Drittel der Kunden, die auf die Werbung hin einen Kredit abschließen, diesen Zinssatz oder einen niedrigeren tatsächlich erhalten.

Rechtliche Grundlage: § 17 Abs. 4 PAngV

Die Pflicht zur Angabe des Zweidrittelzinses ergibt sich aus § 17 der Preisangabenverordnung (PAngV). Wirbt eine Bank mit Zinssätzen, muss sie ein repräsentatives Beispiel anführen. Dieses Beispiel muss in der Werbung von einem effektiven Jahreszins ausgehen, von dem der Werbende erwarten darf, dass mindestens zwei Drittel der auf Grund der Werbung zustande kommenden Verträge zu dem angegebenen oder einem niedrigeren effektiven Jahreszins abgeschlossen werden.

Vor der Neufassung der PAngV im Jahr 2022 war dieselbe Regelung in § 6a PAngV verankert. Hintergrund ist die Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie 2008/48/EG in deutsches Recht.

Warum gibt es den Zweidrittelzins?

Bei den meisten Ratenkrediten ist der Zinssatz bonitätsabhängig. Wer eine gute Bonität hat, bekommt einen niedrigeren Zinssatz als jemand mit schwächerer Bonität. Banken könnten daher in der Werbung einen besonders niedrigen Lockzins angeben, den in der Praxis nur wenige Antragsteller mit Top-Bonität erhalten.

Der Zweidrittelzins soll diese Werbepraxis entschärfen und Verbraucher vor unrealistischen Zinsversprechen schützen. Er zeigt einen Zinssatz, der für die Mehrheit der Kreditnehmer tatsächlich erreichbar ist, und macht Kreditangebote dadurch besser vergleichbar.

Wie wird der Zweidrittelzins angegeben?

Der Zweidrittelzins wird stets gemeinsam mit den Eckdaten eines konkreten Beispielkredits ausgewiesen. Dazu gehören üblicherweise:

  • Nettodarlehensbetrag
  • Vertragslaufzeit in Monaten
  • Gebundener Sollzinssatz
  • Effektiver Jahreszins (= Zweidrittelzins)
  • Monatliche Rate
  • Gesamtbetrag

Bei smava findet sich der aktuelle Zweidrittelzins für den 0,68 % Werbezins überall dort, wo damit konkret geworben wird. Stand Juni 2026 ist dies der 2/3 Zins für den Werbezins:

0,68 % Zinsen: 2/3 aller Kunden erhalten: Nettodarlehensbetrag 50.000,00 €, 60 Monate Laufzeit, 8,70 % effektiver Jahreszins, 8,37 % p.a. gebundener Sollzins, 60 mtl. Raten zu je 1.022,73 €, 61.363,57 € Gesamtbetrag, Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG, Darmstädter Str. 62, 64354 Reinheim.(§17 PAngV)

Der aktuelle 2/3 Zinses für das 0,68 % Angebot befindet sich ansonsten in der Fußnote unserer Startseite.

Was bedeutet der Zweidrittelzins für Kreditnehmer?

Für Verbraucher ist der Zweidrittelzins ein realistischerer Vergleichsmaßstab als der reine Top-Zinssatz aus der Werbung. Trotzdem gilt: Bis zu ein Drittel der Kreditnehmer zahlt mehr als den Zweidrittelzins. Der individuelle Zinssatz hängt von Bonität, Einkommen, Verwendungszweck, Laufzeit und Kreditbetrag ab und steht erst nach einer konkreten Anfrage fest.

Wer den für sich besten Zins finden möchte, sollte einen schufaneutralen Kreditvergleich nutzen und mehrere konkrete Angebote nebeneinander prüfen.