Ein zweites Girokonto kann helfen, Ausgaben besser zu trennen, Rücklagen zu organisieren oder beim Kontowechsel flexibel zu bleiben. Erfahren Sie, wann sich ein Zweitkonto lohnt und welche Rolle die SCHUFA dabei spielt.

Ein zweites Girokonto kann helfen, Ausgaben besser zu trennen, Rücklagen zu organisieren oder beim Kontowechsel flexibel zu bleiben. Erfahren Sie, wann sich ein Zweitkonto lohnt und welche Rolle die SCHUFA dabei spielt.
Das klassische Modell besteht aus einem einzigen Girokonto, über das Gehalt, Miete, Versicherungen, Einkäufe und Freizeitaktivitäten abgewickelt werden. Für viele Menschen ist das vollkommen ausreichend. Ein zweites Girokonto kann jedoch dabei helfen, unterschiedliche Zahlungsbereiche voneinander zu trennen.
Der größte Vorteil liegt häufig nicht in einer zusätzlichen Bankverbindung selbst, sondern in einer besseren Übersicht.
Wer beispielsweise am Monatsanfang alle Fixkosten kennt, kann einen entsprechenden Betrag auf einem separaten Konto bereithalten. Das übrige Geld steht anschließend für den Alltag, Einkäufe und Freizeit zur Verfügung. Ein zweites Konto kann außerdem als Reserve dienen. Fällt eine Karte aus, gibt es technische Probleme mit einer Banking-App oder ist das Hauptkonto aus einem anderen Grund vorübergehend nicht nutzbar, kann eine zweite Bankverbindung zusätzliche Flexibilität bieten.
| Zweck | Wichtige Eigenschaften |
|---|---|
| Haushaltskonto | Daueraufträge und Lastschriften |
| Freizeitkonto | Gute App und einfache Budgetübersicht |
| Notfallkonto | Schneller Zugriff und möglichst geringe Fixkosten |
| Gemeinschaftskonto | Passende Regelungen für mehrere Kontoinhaber |
Ein Haushaltskonto eignet sich dazu, regelmäßige Ausgaben von den übrigen Finanzen zu trennen. Dazu können beispielsweise Miete, Strom und Gas, Versicherungen, Internet und Mobilfunk, Streaming-Abonnements, Vereinsbeiträge sowie regelmäßige Sparbeträge gehören. Eine mögliche Vorgehensweise besteht darin, monatlich einen festen Betrag vom Hauptkonto auf das Haushaltskonto zu überweisen. Von dort werden die bekannten Fixkosten abgebucht.
Dadurch wird auf dem Hauptkonto leichter sichtbar, welcher Betrag tatsächlich noch für variable Ausgaben zur Verfügung steht. Ein Haushaltskonto kann auch für Paare oder Wohngemeinschaften interessant sein. In diesem Fall sollte allerdings geprüft werden, ob ein gemeinsames Konto erforderlich ist oder ob ein zusätzliches Einzelkonto ausreicht.
Ein zweites Girokonto kann auch als Freizeitkonto genutzt werden.
Die Idee ist einfach: Nach Abzug der Fixkosten wird ein zuvor festgelegter Betrag für Freizeit, Shopping, Restaurantbesuche oder andere persönliche Ausgaben auf das zweite Konto übertragen. Ist das Budget aufgebraucht, zeigt der Kontostand unmittelbar, dass für den jeweiligen Monat keine weitere Reserve vorgesehen ist.
Ein separates Freizeitkonto kann deshalb vor allem für Menschen sinnvoll sein, die ihre variablen Ausgaben besser kontrollieren möchten. Dabei ist allerdings wichtig, das zweite Konto nicht einfach als zusätzlichen Kreditspielraum zu betrachten. Wird ein Dispositionskredit eingeräumt, kann das eigentliche Budgetsystem schnell an Wirkung verlieren.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist ein separates Konto für finanzielle Reserven. Hier kann regelmäßig ein bestimmter Betrag überwiesen werden. Das Geld bleibt dadurch organisatorisch vom laufenden Girokonto getrennt.
Ein solches Konto kann beispielsweise als Reserve dienen, wenn:
Dabei sollte ein Girokonto allerdings nicht automatisch mit einer verzinsten Geldanlage verwechselt werden. Wenn die Reserve langfristig nicht für den täglichen Zahlungsverkehr benötigt wird, können je nach persönlicher Situation andere Anlageformen besser geeignet sein. Für ein reines Notfallkonto steht dagegen häufig die schnelle Verfügbarkeit im Vordergrund.
Ein zusätzliches Konto ist nicht immer kostenlos. Deshalb sollten Verbraucher die tatsächlichen Gesamtkosten prüfen.
Mögliche Kostenpunkte sind:
| Kostenpunkt | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|
| Kontoführung | Monatliche oder jährliche Grundgebühr |
| Giro- oder Debitkarte | Kosten für Ausgabe oder Nutzung |
| Kreditkarte | Separate Jahresgebühr möglich |
| Bargeldabhebung | Gebühren außerhalb des eigenen Automatenverbunds |
| Überweisungen | Kosten für bestimmte Auftragsarten |
| Papierauszüge | Zusätzliche Gebühren möglich |
| Dispositionskredit | Sollzinsen bei Nutzung |
Ein Girokonto-Vergleich ermöglicht Verbrauchern, verschiedene Merkmale und Kosten von Zahlungskonten gegenüberzustellen. Dadurch können unter anderem Gebühren und bestimmte Leistungsmerkmale vor einer Kontoentscheidung geprüft werden.
Die SCHUFA ist für viele Verbraucher der wichtigste Punkt bei der Entscheidung für ein weiteres Girokonto.
Zunächst gilt: Mehrere Girokonten bedeuten nicht automatisch, dass eine Person eine schlechte Bonität hat. Ein zweites oder auch weiteres Konto kann vollkommen alltägliche Gründe haben.
Die SCHUFA verarbeitet unterschiedliche Datenarten, darunter Informationen zu Kreditverträgen und Bankverbindungen. Welche Informationen im Einzelfall gespeichert und wie sie verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Datensatz und der zugrunde liegenden Meldung ab. Verbraucher können ihre gespeicherten Daten über eine kostenlose Datenkopie einsehen.
Bei der Bonitätsbewertung spielen verschiedene Informationen und Zusammenhänge eine Rolle. Verbraucher sollten daher nicht davon ausgehen, dass bereits ein zweites Girokonto automatisch zu einer negativen SCHUFA-Bewertung führt.
Genauso wenig lässt sich jedoch pauschal sagen, dass jede neue Kontoeröffnung für die Bonitätsbewertung völlig bedeutungslos ist. Entscheidend sind die jeweiligen Daten und Prozesse.
Ein einzelnes zusätzliches Girokonto ist etwas anderes als zahlreiche Kontoanträge innerhalb kurzer Zeit. Wer innerhalb weniger Tage oder Wochen bei vielen Banken Anträge stellt, sollte bedenken, dass die Institute im Rahmen der Kontoeröffnung eigene Prüfungen durchführen können.
Besonders wenn gleichzeitig Kreditrahmen beantragt werden, kann dies eine andere Ausgangslage sein als die Eröffnung eines reinen Guthabenkontos. Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Antrag zunächst möglichst viele Informationen zu vergleichen.
Prüfen Sie beispielsweise:
Ein Konto ohne Dispositionskredit kann besonders für die Budgetplanung interessant sein.
Der Vorteil: Das verfügbare Budget orientiert sich am vorhandenen Guthaben. Damit lässt sich vermeiden, dass ein eigentlich festgelegtes Monatsbudget durch einen zusätzlichen Kreditrahmen überschritten wird.
Auch als Notfallkonto kann ein reines Guthabenkonto sinnvoll sein, wenn lediglich eine zusätzliche Bankverbindung und eine Reserve benötigt werden.
Grundsätzlich können Verbraucher mehrere Girokonten führen. Ob eine Bank einen Antrag annimmt, entscheidet sich nach den jeweiligen Voraussetzungen und Annahmekriterien des Instituts.
Ein zweites Girokonto führt nicht automatisch zu einer schlechten SCHUFA-Bewertung. Relevant ist der konkrete Kontext der Kontoeröffnung und der damit verbundenen Daten. Verbraucher können über eine Datenkopie prüfen, welche Informationen bei der SCHUFA gespeichert sind.
Dafür gibt es keine allgemeingültige Zahl. Ein zweites Konto kann bereits ausreichen, um Fixkosten und Alltagsausgaben zu trennen. Weitere Konten sollten einen klaren zusätzlichen Nutzen haben.
Nur wenn Sie diesen tatsächlich benötigen. Für ein Haushalts-, Freizeit- oder reines Reservekonto kann ein zusätzlicher Kreditrahmen unnötig sein und die Budgetplanung erschweren.
Ein zweites Girokonto kann mehr Übersicht und Flexibilität schaffen – vorausgesetzt, Kosten und Leistungen passen zum eigenen Bedarf. Vergleichen Sie verschiedene Girokonten und finden Sie ein Angebot, das zu Ihrem Einsatzzweck passt.
Zweites Girokonto eröffnen
Ob Girokonto oder Kreditkarte: Hier finden Sie weitere Informationen und Vergleiche, mit denen Sie Angebote besser einordnen und eine passende Entscheidung treffen können.