Ist der Dispo ausgeschöpft, kann die Bank weitere Zahlungen trotzdem zulassen – sie muss es aber nicht. Erfahren Sie, was eine geduldete Überziehung bedeutet, welche Kosten entstehen können und was bei abgelehnten Zahlungen passiert.

Ist der Dispo ausgeschöpft, kann die Bank weitere Zahlungen trotzdem zulassen – sie muss es aber nicht. Erfahren Sie, was eine geduldete Überziehung bedeutet, welche Kosten entstehen können und was bei abgelehnten Zahlungen passiert.
Die Begriffe werden häufig miteinander verwechselt. Der wichtigste Unterschied liegt darin, ob ein Kreditrahmen vorher vereinbart wurde.
| Dispokredit | Geduldete Überziehung |
|---|---|
| Kreditrahmen wurde mit der Bank vereinbart | Kein zusätzlicher Kreditrahmen wurde verbindlich vereinbart |
| Höhe ist grundsätzlich vorab festgelegt | Höhe kann sich aus einer im Einzelfall akzeptierten Belastung ergeben |
| Kunde kann den vereinbarten Rahmen grundsätzlich nutzen | Bank muss weitere Zahlungen nicht akzeptieren |
| Es gelten die vereinbarten Dispozinsen | Es können andere, teilweise höhere Überziehungszinsen gelten |
| Für kurzfristige Kontoüberziehungen vorgesehen | Entsteht außerhalb des vereinbarten Kreditrahmens |
Ein Dispo gibt damit einen vereinbarten finanziellen Spielraum vor. Die geduldete Überziehung beginnt erst, wenn dieser Rahmen überschritten wird oder das Konto ohne vereinbarten Dispo weiter belastet wird.
Bei einer geduldeten Überziehung können höhere Zinsen anfallen als beim vereinbarten Dispokredit. Wie hoch der Zinssatz konkret ist, ergibt sich aus den Konditionen der jeweiligen Bank und dem Preis- und Leistungsverzeichnis beziehungsweise den Informationen zum Girokonto.
Verbraucher sollten deshalb zwei Zinssätze unterscheiden:
Der Unterschied kann auf den ersten Blick gering erscheinen. Bei einer längeren oder hohen Überziehung können sich zusätzliche Kosten jedoch summieren.
Angenommen, der vereinbarte Dispo kostet 12 Prozent Sollzinsen pro Jahr. Für die geduldete Überziehung gelten beispielhaft 15 Prozent pro Jahr.
Ein Betrag von 1.000 Euro wird 30 Tage lang genutzt.
| Überziehungsart | Beispielzins p. a. | Zeitraum | Ungefähre Zinskosten |
|---|---|---|---|
| Vereinbarter Dispo | 12 % | 30 Tage | ca. 9,86 Euro |
| Geduldete Überziehung | 15 % | 30 Tage | ca. 12,33 Euro |
Eine Lastschrift wird nicht automatisch immer ausgeführt, wenn das Konto nicht ausreichend gedeckt ist. Ist kein Guthaben mehr vorhanden und der vereinbarte Dispo bereits ausgeschöpft, kann die Bank entscheiden, die Lastschrift nicht einzulösen.
Dann wird der Betrag nicht erfolgreich vom Konto abgebucht. Das kann verschiedene Folgen haben.
Der Zahlungsempfänger kann beispielsweise:
Auch eine Kartenzahlung kann scheitern, wenn das Girokonto nicht ausreichend gedeckt ist und der verfügbare Kreditrahmen ausgeschöpft wurde. Die konkrete Abwicklung hängt unter anderem von der verwendeten Karte, der Zahlungsart und der technischen Prüfung während des Bezahlvorgangs ab. Für den Verbraucher kann das bedeuten, dass eine Zahlung an der Kasse oder im Online-Shop abgelehnt wird.
Besonders problematisch kann dies bei wiederkehrenden Zahlungen sein, die über eine Karte abgerechnet werden. Dann kann eine fehlgeschlagene Belastung zu einer Zahlungsaufforderung durch den jeweiligen Anbieter führen.
Wenn der Dispo ausgeschöpft ist, sollten Sie insbesondere folgende Zahlungen im Blick behalten:
Wenn ein Konto dauerhaft oder deutlich über den vereinbarten Rahmen hinaus überzogen ist, kann die Bank auf unterschiedliche Weise reagieren. Welche Maßnahmen im konkreten Fall möglich sind, hängt von der Vertragsbeziehung und den Umständen ab.
Die Bank kann eine weitere Belastung des Kontos ablehnen. Das betrifft je nach Situation beispielsweise Überweisungen, Lastschriften oder Kartenzahlungen.
Ein dauerhaftes oder deutliches Minus kann dazu führen, dass die Bank den Kunden auffordert, den überzogenen Betrag zurückzuführen. Werden solche Aufforderungen ignoriert, kann sich die Situation weiter verschärfen.
Eine Bank kann die bestehende Kreditvereinbarung überprüfen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich dadurch der verfügbare Disporahmen verändern.
Bei einer anhaltend problematischen Kontoführung kann die Bank weitere Schritte prüfen. Welche Folgen konkret möglich sind, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen und der Situation ab.
Eine geduldete Überziehung liegt vor, wenn die Bank eine Belastung akzeptiert, obwohl kein ausreichendes Guthaben und kein ausreichender vereinbarter Kreditrahmen mehr vorhanden ist. Anders als beim Dispo besteht für den zusätzlichen Betrag grundsätzlich kein vorher zugesicherter Kreditrahmen.
Sie kann teurer sein. Banken können für eine geduldete Überziehung einen anderen und teilweise höheren Zinssatz berechnen. Maßgeblich sind die konkreten Konditionen des jeweiligen Girokontos.
Nein. Verbraucher können grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass eine Bank weitere Zahlungen akzeptiert, wenn der vereinbarte Disporahmen bereits ausgeschöpft ist. Die Zahlung kann je nach Situation ausgeführt oder abgelehnt werden.
Die zugrunde liegende Forderung bleibt grundsätzlich bestehen. Der Zahlungsempfänger kann erneut versuchen, den Betrag einzuziehen oder eine andere Zahlungsaufforderung senden. Es ist daher sinnvoll, die offene Rechnung zeitnah zu begleichen.
Welche Schritte eine Bank im konkreten Fall ergreifen kann, hängt von der individuellen Situation und den Vertragsbedingungen ab. Bei einer dauerhaft problematischen Kontoüberziehung kann die Bank die Kontobeziehung und bestehende Kreditvereinbarungen jedoch überprüfen.
Der erste Schritt ist ein Überblick über Einnahmen, Fixkosten und bestehende Verbindlichkeiten. Anschließend sollte geprüft werden, wie der negative Kontostand schrittweise zurückgeführt werden kann und ob eine andere, besser planbare Finanzierung infrage kommt.
Ist der Dispo regelmäßig ausgeschöpft, lohnt sich ein Blick auf die Konditionen anderer Girokonten. Vergleichen Sie Girokonten mit Dispokredit und achten Sie dabei besonders auf Dispozinsen, Kreditrahmen und mögliche Kosten bei einer Überziehung.
Girokonten mit Dispo vergleichen
Ob Girokonto oder Kreditkarte: Hier finden Sie weitere Informationen und Vergleiche, mit denen Sie Angebote besser einordnen und eine passende Entscheidung treffen können.