Im Gegensatz zu den meisten anderen Krediten haben Immobilienfinanzierungen keine von Anfang an bekannte Laufzeit. Stattdessen entscheiden Sie sich beim Abschluss lediglich für eine Zinsbindungsfrist – ein meist in fünf-Jahres-Schritten wählbarer Zeitraum, über den Sie einen unveränderlichen Zinssatz zahlen. Die einzige Ausnahme von dieser gängigen Vorgehensweise ist das sogenannte Volltilgerdarlehen.
Das heißt, wenn bei einer Immobilienfinanzierung das Ende der Zinsbindung naht, ist noch ein (je nach Länge der Bindung) mehr oder weniger großer Teil des Kredits zurückzuzahlen. Solange Sie kein Forward-Darlehen abgeschlossen haben, wird sich daher zunächst Ihre finanzierende Bank einige Monate vor Ende der Zinsbindungsfrist melden und Ihnen ein Angebot unterbreiten.
Damit befinden wir uns bereits beim Kern der Prolongation:
- Sie schließen die Anschlussfinanzierung bei derselben Bank ab. Der Kredit wird also schlichtweg verlängert (daher auch der Begriff: Prolongare bedeutet im Lateinischen verlängern).
- Der Kredit endet also nicht, sondern Sie handeln mit der Bank einfach neue Konditionen aus. Das betrifft insbesondere die Zinsen, die dem nun gültigen Marktzinsniveau angepasst werden.


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Gut zu wissen
Dadurch ist die Prolongation die einfachste und bequemste Variante der Anschlussfinanzierung. Ihre anderen Optionen bestünden darin, den Kredit auf einen Schlag durch Eigenmittel abzulösen oder eine Umschuldung durchzuführen – also für den Restbetrag einen neuen Immobilienkredit bei einem anderen Anbieter abzuschließen.