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Was ist ein Arbeitgeberdarlehen?

Ein Arbeitgeberdarlehen ist eine freiwillige Leistung eines Unternehmens und stellt eine günstige Alternative zum herkömmlichen Bankkredit dar. Um Unklarheiten auf beiden Seiten zu vermeiden sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Bedingungen kennen. Die möglichen Risiken, die mit einem solchen Mitarbeiterdarlehen einhergehen, sollten beiden Seiten klar sein.

Wie funktioniert ein Arbeitgeberdarlehen?

Bei einem Arbeitgeberdarlehen handelt es sich um eine freiwillige Leistung, bei der Unternehmen ihren Mitarbeitern Geld leihen. Häufig sind die Konditionen bei solchen Mitarbeiterdarlehen günstiger als bei klassischen Bankkrediten. Neben der Unterstützung bei finanziellen Engpässen bieten Arbeitgeberdarlehen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Belegschaft fester an sich zu binden oder eine besondere Wertschätzung gegenüber ihren Angestellten zum Ausdruck zu bringen. Die Inhalte des Mitarbeiterkredits werden üblicherweise in einem eigenständigen Darlehensvertrag geregelt, der von der eigentlichen Vergütung abzugrenzen ist.

Voraussetzungen und Regeln für Arbeitgeberdarlehen

Die Regelungen für Arbeitgeberdarlehen ergeben sich aus den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Darlehensvertrag und zum Verbraucherdarlehensvertrag (§ 488 ff. BGB). Dabei greifen die Vorschriften zum Verbraucherdarlehensvertrag, wenn die Kreditsumme mehr als 200 Euro beträgt und für die Rückzahlung mehr als drei Monate vereinbart werden. Gemäß § 492 BGB unterliegen solche Darlehen der Schriftform, sind also schriftlich abzufassen und dem Arbeitnehmer als Kopie zur Verfügung zu stellen.

Höhe bei Arbeitgeberdarlehen frei verhandelbar, aber Verzinsung eingeschränkt

Hinsichtlich der Frage, wie viel Geld Arbeitgeber ihren Mitarbeitern leihen, gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen. Nicht gestattet sind hingegen Wucherzinsen. Wichtig: Wird im Vertrag eine Verzinsung nicht ausdrücklich vereinbart, greift im Streitfall nicht der marktübliche Zinssatz, sondern das Darlehen kann zinslos zurückgezahlt werden.

Welche Inhalte sollte der Vertrag beim Arbeitgeberdarlehen abdecken?

Ein guter und genau formulierter Darlehensvertrag dient sowohl dem Arbeitgeber als auch dem Arbeitnehmer als Absicherung und hilft dabei, einen teuren Gerichtsstreit zu vermeiden. Um rechtlich abgesichert zu sein, sollten in jedem Vertrag zu einem Arbeitgeberdarlehen folgende Aspekte geregelt werden:

  • Darlehenshöhe
  • Laufzeit und Zinssatz
  • Rückzahlungsmodalitäten
  • Kündigungsmöglichkeiten des Vertrags
  • Regelungen für den Fall des Zahlungsverzugs (z. B. Verzugszinsen)
  • Sicherheiten
  • bei Verbraucherdarlehen: Angaben zum Widerspruchsrecht
  • Regelungen im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses
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Welche Vorteile bieten Arbeitgeberdarlehen Unternehmen und Mitarbeitern?

Ein Mitarbeiterdarlehen bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern verschiedene Vorteile, zum Beispiel:

  • Erhöhung der Mitarbeiterbindung
  • geldwerter Vorteil für Mitarbeiter durch oftmals bessere Zinskonditionen als bei einem Bankkredit (mitunter werden Arbeitgeberdarlehen zinsfrei vergeben)
  • oft weniger Sicherheiten erforderlich
  • Förderung und Finanzierung von Weiterbildungen möglich
  • finanzielle Unterstützung, z. B. beim Erwerb von Wohneigentum
  • je nach Steuersatz erhebliche Ersparnisse für Arbeitnehmer

Die Risiken bei einem Mitarbeiterdarlehen

Fehler bei der Vertragsgestaltung können unter Umständen dazu führen, dass das Darlehen als steuerpflichtiges Arbeitsentgelt gilt. Im Falle einer Privatinsolvenz haben Arbeitgeber zudem kaum Möglichkeiten, das geliehene Geld wieder einzutreiben, da sie als normale Gläubiger keine Sonderrechte genießen. Für Arbeitnehmer kann sich ein Mitarbeiterdarlehen ebenfalls nachteilig auswirken, etwa wenn keine langfristige Bindung an das Unternehmen angestrebt wird oder wenn durch Zinsvorteile steuerliche Nachteile entstehen.

Wann sind Zinsvorteile aus einem Arbeitgeberdarlehen zu versteuern?

Bis zu einer Darlehenshöhe von 2.600 Euro sind Arbeitgeberdarlehen generell steuerfrei. Wird diese Freigrenze überschritten und liegt die Verzinsung unterhalb des marktüblichen Niveaus, ergibt sich aus dem Arbeitgeberdarlehen ein geldwerter Vorteil. Dieser ist steuerrechtlich relevant. Gemäß dem Einkommenssteuergesetz muss dieser Zinsvorteil als beitragspflichtiger Arbeitslohn versteuert werden. Gerade bei hohen Darlehensbeträgen und geringen Zinsen fallen die steuerlichen Nachteile zunehmend ins Gewicht. Eine steuerliche Freigrenze gilt nach § 8 des Einkommenssteuergesetzes nur bis zu einem geldwerten Vorteil von 44 Euro. Darüber ist der komplette Zinsvorteil mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz zu versteuern.

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Hinweis
Die Höhe der marktüblichen Zinsen lässt sich aus der regelmäßig aktualisierten Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank ablesen.
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Was gilt bei Auszahlung und Rückzahlung von Arbeitgeberdarlehen?

Die Auszahlung der kompletten Darlehenssumme an den Mitarbeiter erfolgt getrennt vom Arbeitslohn. Bei Arbeitgeberdarlehen ist die Rückzahlung üblicherweise in den Darlehensverträgen geregelt. Anhand eines Tilgungsplans wird dazu genau aufgeschlüsselt, welche Raten jeweils monatlich oder in anderen Zeitabständen zu zahlen sind. Häufig erfolgt die Rückzahlung der vereinbarten Rate direkt in Form eines Lohnabzugs.

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Hinweis
In diesem Zusammenhang ist darauf zu achten, dass der Mitarbeiter nicht unter die gesetzlich vorgeschriebene Pfändungsfreigrenze rutscht. Das ist der Betrag des Arbeitseinkommens, der nicht gepfändet werden darf.
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Was passiert mit dem Arbeitgeberdarlehen bei einer Kündigung?

Generell gilt, dass Arbeitgeber den Darlehensvertrag nicht an das Arbeitsverhältnis koppeln dürfen. Wird das Arbeitsverhältnis vor der vollständigen Rückzahlung beendet, gelten demnach die im Vertrag festgeschriebenen Rückzahlungsmodalitäten. Üblich sind dabei folgende Szenarien:

  1. Das Arbeitgeberdarlehen läuft zu den gleichen Konditionen weiter.
  2. Das Darlehen wird mit einer zu zahlenden Abfindung verrechnet.
  3. Es findet eine Aufrechnung des Darlehens gegen ausstehende Gehalts- und Bonuszahlungen statt (u. a. unter Berücksichtigung der Pfändungsfreigrenzen).

 

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Hinweis
Eine sofortige Rückzahlung des Mitarbeiterdarlehens ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass dem Angestellten aufgrund von Fehlverhalten außerordentlich fristlos gekündigt wird und im Vertrag eine entsprechende wirksame Vereinbarung zu diesem Sachverhalt existiert.

Zusammenfassung der wichtigsten Fragen zum Arbeitgeberdarlehen

In der Regel gibt es eine Zweckbindung für Arbeitgeberdarlehen, zum Beispiel für Qualifikationen und Weiterbildungen, den Erwerb einer Immobilie oder den Kauf eines Fahrzeugs. Einen Kredit zum Zweck des Erwerbs firmeneigener Produkte ist hingegen unzulässig. So verbietet die Gewerbeordnung in § 107 den Arbeitgebern, ihren Mitarbeitern Waren auf Kredit zu überlassen.

Nein. Werden beispielsweise deutlich günstigere Zinsen als marktüblich vereinbart, ist die Schriftform nicht durch den Gesetzgeber vorgeschrieben. Nichtsdestotrotz sollten alle wesentlichen Vertragsinhalte schriftlich festgehalten werden. Das schafft Klarheit und vermeidet Streitfälle.

Wird das Arbeitgeberdarlehen unterhalb des marktüblichen Niveaus verzinst und überschreitet die Kreditsumme die Freigrenze von 2.600 Euro, ergibt sich ein geldwerter Vorteil. Dieser muss als beitragspflichtiger Arbeitslohn versteuer werden. Es gilt allerdings eine steuerliche Freigrenze bis zum einem geldwerten Vorteil in Höhe von 44 Euro.

Wird das Arbeitsverhältnis beendet, gelten die Vereinbarungen, die für diesen Fall vertraglich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt sind.