Das Tilgungsdarlehen ist in vielerlei Hinsicht mit dem herkömmlichen Annuitätendarlehen (die gängigste Kreditform) zu vergleichen.
Das heißt:
Der wesentliche Unterschied liegt beim Tilgungsdarlehen in der Ratengestaltung und den darin befindlichen Konstanten und Variablen. Am besten lässt es sich erläutern, wenn Sie Annuitäten- und Tilgungsdarlehen vergleichen:
| Raten Merkmal |
Annuitätendarlehen |
Tilgungsdarlehen |
| Ratenhöhe |
Gleichbleibend über die gesamte Laufzeit |
Absinkend mit jeder Ratenzahlung |
| Tilgungsanteil |
Steigend mit jeder Ratenzahlung |
Gleichbleibend über die gesamte Laufzeit |
| Zinsanteil |
Absinkend mit jeder Ratenzahlung |
Absinkend mit jeder Ratenzahlung |


Das heißt also: Beim Tilgungsdarlehen…
- bleibt die Tilgungsrate konstant,
- der Zinsanteil sinkt mit jeder Rate,
- dadurch wird der Ratenbetrag mit jeder Zahlung niedriger.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Tilgungsdarlehen trotz gleichem Betrag und Konditionen bei derselben Ratenhöhe starten würde wie ein Annuitätendarlehen. Vielmehr beginnt ein Tilgungsdarlehen mit einer deutlich höheren Rate, die erst im Verlauf der Gesamtlaufzeit das Level eines Annuitätenkredits erreicht – und es dann immer weiter unterschreitet.
Aufgrund der etwas komplexeren Berechnung nutzen Banken hierfür Tilgungspläne. Daraus lässt sich exakt ablesen, wie hoch Zinsanteil, Tilgungsanteil, Restschuld und Gesamtrate zu jedem Zeitpunkt sind.
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Hinweis
Der Begriff „Tilgungsdarlehen“ wird umgangssprachlich teils weiter gefasst – oft fälschlicherweise als Synonym für jeden Ratenkredit. In der Bankpraxis meint er jedoch genau diese Darlehensform mit konstanter Tilgung und fallender Rate.